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Weiterer Zinsrückgang droht

Gastautor: Daniel Saurenz
10.05.2017, 06:30  |  444   |   |   

EZB_Börse_Februar_6Im ersten Teil unseres Beitrags über die aktuellen Kaufkraftverluste deutscher Sparer haben wir thematisiert, dass eine Verschärfung der Geldpolitik für die EZB derzeit kein Thema sei, weil der Inflationsdruck weiterhin gering sei. In den nächsten Monaten könnte es für die Sparer sogar noch unschöner werden. Umso mehr lohnt sich ein Blick in unsere ISIN-Liste, wo Anleger mit einem Capped Bonus auf den EuroStoxx50 (PR2PS1) eine Bonusrendite von acht Prozent p.a. einfahren können.

Auch für Bären haben wir unser Portfolio ergänzt. In unserer ISIN-Liste findet sich beispielsweise ein Put Optionsschein auf den DAX mit der WKN DL6H94. Optionsscheine sind aufgrund der Vola derzeit die erste Wahl für offensive Anleger. Aber zurück zum eigentlichen Problemfeld der Sparer, den niedrigen Zinsen.

Das sich der durchschnittliche Sparer auch zukünftig nicht über hohe Zinsen freuen dürfte, liegt vor allem an der US-Administration. Nachdem US-Finanzminister Steven Mnuchin mit der Vorlage der Steuerreform Investoren enttäuscht hat, weil die Steuerreform keinerlei Details enthält und nicht erklärt, wie zumindest ein Teil der Steuersenkungen gegenfinanziert werden soll, zweifeln Investoren zusehends, dass es Trump gelingen wird, die Reform durch den Kongress zu bringen. Mnuchin hat gesagt, es werde etliche Monate dauern, bis Details der Reform veröffentlicht werden sollen. In der Zwischenzeit dürfte die Ernüchterung über die Politik von US-Präsident Donald Trump weiter zunehmen.

USA_ChicagoImmerhin würde durch die Reform das Haushaltsdefizit kräftig steigen. Laut den Schätzungen des „Committee for a Responsible Federal Budget“ (CRFB), einem überparteilichen Thinktank, würden Trumps Pläne die Staatsschulden in den nächsten zehn Jahren zusätzlich um drei bis sieben Billionen Dollar erhöhen. Dabei klettern die Schulden derzeit um knapp eine Billion Dollar pro Jahr auf zuletzt knapp 20 Billionen Dollar. Gleichzeitig dürften sich die Demokraten energisch gegen die Reform stemmen, weil von ihr vor allem die Reichen profitieren würden, während auf viele Durchschnittsamerikaner höhere Steuern zukommen könnten, weil ein Teil der bisherigen Steuerabzüge künftig wegfallen sollen.

Je länger es dauert, bis die Steuerreform verabschiedet wird, umso länger fehlen der zusehends schwächelnden Wirtschaft die dringend notwendigen Konjunkturimpulse. In dem Umfeld dürften Investoren verstärkt zu US-Anleihen greifen, woraufhin die Zinsen, gerade für zehnjährige Anleihen, trotz der Zinserhöhungsserie der US-Notenbank sinken würden. Sinkende Zinsen in den USA würden die Zinsen im Rest der Welt und damit auch in Deutschland nach unten drücken.

Mit dem Einfluss der US-Wirtschaftspolitik auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung beschäftigen wir in uns auch in der Finanzmarktrunde - Mittwoch, 10.05, 18:00 Uhr – Hier gehts zur Anmeldung…

Euro_Bargeld_entwertete_muenzeVon der Inflationsseite her dürfte es ebenfalls keine Entspannung für die hiesigen Sparer geben. In den nächsten Monaten dürfte die Rate in der Nähe des aktuellen Niveaus bleiben. Zwar dürfte bei weiter sinkenden Ölpreisen der Inflationsdruck aus dieser Richtung nachlassen. Allerdings dürften die Preise in anderen Bereichen weiter steigen, gerade bei Mieten.

Anleger sollten vor allem die US-Zinsen im Auge behalten. Da sie erneut den Rückwärtsgang einlegen dürften, könnten sie auch jene für Bundesanleihen drücken. Damit würde der Druck auf die hiesigen Sparer zunehmen. Umso mehr dürften sie sich nach Anlagemöglichkeiten umschauen, um Draghis Niedrigzinspolitik zu entkommen (Lesen Sie auch: Sparer – hier gibt es noch Zinsen).



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