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Diese 3 Aktien solltest du trotz hoher Dividenden lieber meiden

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
15.05.2017, 08:57  |  519   |   |   

Dividendenaktien sind beliebt wie nie bei den Anlegern. In Zeiten von Negativzinsen bieten sie ein regelmäßiges ansehnliches Einkommen und sind oft wichtige Bestandteile der Altersvorsorge. Darüber hinaus bieten sie einen gewissen Schutz gegen die unvermeidlichen Schwankungen des Aktienmarktes: Ihre Dividende wirkt wie eine Absicherung gegen zu starke Kursrückgänge.

Bevor du jetzt aber losläufst, um die Aktien mit der höchsten Rendite zu suchen, solltest du kurz innehalten. Nur weil ein Unternehmen heute eine gute Dividende zahlt, bedeutet das nicht automatisch, dass das auch auf lange Sicht so sein wird.

Dazu braucht es nämlich gute Aussichten für die weitere Geschäftsentwicklung und eine relativ niedrige Ausschüttungsquote, also der Anteil vom Gewinn, der als Dividende ausgeschüttet wird. Denn sonst führt ein schlechtes Jahr gleich zu einer Kürzung der Zahlung an die Eigentümer.

Wenn du an regelmäßig wachsendem Einkommen interessiert bist, gibt es viele gute Unternehmen. Bei den Aktien von TUI (WKN: TUAG00), Deutsche Lufthansa (WKN: 823212) und der HHLA (WKN: A0S848) bin ich aber der Meinung, dass sie nicht zu dieser Gruppe gehören.

TUI AG

Der Reiseveranstalter aus Hannover zahlt eine Dividende von 0,63 Euro. Bei einem Aktienkurs von 13,97 Euro (12.05.2017) ergibt das eine Dividendenrendite von 4,5 %.

Europas größter Touristikkonzern ist in einer schwierigen Branche tätig. Zwar lieben die Deutschen ihren Urlaub, aber die zunehmende Terrorismusgefahr vermiest vielen Reisenden wie auch den Veranstaltern die Laune. Darüber hinaus bedroht das Internet mit Buchungsportalen wie expedia.de oder Airbnb das Geschäftsmodell.

Immerhin ist die TUI breiter aufgestellt als viele Wettbewerber und kann schwächere Regionen (derzeit etwa Türkei und Nordafrika) durch alternative Angebote wie Spanien oder Kreuzfahrten ausgleichen.

Die TUI hat im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar 1,77 Euro je Aktie verdient, davon stammten aber 1,17 Euro aus dem aufgegebenen Bereich Hotelbeds Group. Es bleibt also abzuwarten, ob die Dividende für das laufende Geschäftsjahr wieder ähnlich hoch ausfällt.

Deutsche Lufthansa AG

Europas zweitgrößte Fluglinie zahlt eine Dividende von 0,50 Euro. Bei einem Aktienkurs von 16,805 Euro (12.05.2017) ergibt das eine Dividendenrendite von knappen 3 %.

Nachdem viele Jahre das alte Börsenmotto „Never buy airlines“ galt, sind die Aktien von Fluggesellschaften mittlerweile en vogue, seitdem selbst Starinvestor Warren Buffett bei vier amerikanischen Linien eingestiegen ist.

Und in der Tat sieht es bei der Lufthansa nicht schlecht aus. Die großen Tarifkonflikte sind gelöst, der Ölpreis bleibt weiterhin auf niedrigem Niveau, der Konzernumbau mit den drei strategischen Säulen Netzwerk-Airlines, Punkt-zu-Punkt-Airlines und Aviation Services kommt voran.

Dennoch traue ich dem Braten nicht so richtig. Die Abhängigkeit von der Entwicklung des Ölpreises bleibt, eine weltweite konjunkturelle Abschwächung oder geopolitische Entwicklungen könnten die Lust aufs Fliegen schnell dämpfen. Sollte der italienische Staat die klamme italienische Fluglinie Alitalia subventionieren, wäre das nachteilig für deren Konkurrenten.

Wenn ich mir dazu die Dividendenhistorie der Kölner ansehe, so weist diese immer wieder Lücken auf – Aktien mit zuverlässiger und nachhaltiger Ausschüttung suche ich mir woanders.

Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA)

Der Betreiber von Deutschlands bekanntestem Hafen zahlt eine Dividende von 0,59 Euro. Bei einem Aktienkurs von 18,49 Euro (12.05.2017) ergibt das eine Dividendenrendite von 3,2 %.

Als die HHLA im November 2007 zu einem Preis von 53 Euro je Aktie an die Börse ging, sah die Welt noch rosarot aus, denn der Welthandel boomte und Containerschiffe waren ein Wachstumsmarkt. Knapp zehn Jahre später ist die Situation völlig anders und die Aktie hat fast zwei Drittel ihres Ausgabepreises eingebüßt.

Die Schifffahrt kommt einfach nicht aus ihrer Krise, eine Zunahme des Containerumschlags ist nicht in Sicht. Dazu kommt die ungünstige Lage des Hafens im Binnenland, den die immer größer werdenden Schiffe nur unter Schwierigkeiten anfahren können. Sollte die seit Jahren heftig umstrittene Elbvertiefung nicht kommen, ist mit einem weiteren Verlust von Geschäft, etwa an Rotterdam, zu rechnen.

Der Aktienkurs ist seit dem letzten Herbst deutlich von 13 Euro aus gestiegen. Grund dafür sind mehrere Wechsel im Vorstand und der damit aufkeimende Hoffnung auf eine Verbesserung der Lage der Gesellschaft. Ob diese Hoffnungen berechtigt sind, bleibt abzuwarten. Für 2017 wird ein Gewinn erwartet, der etwas unter dem Wert von 2016 liegt. Das waren 0,91 Euro pro Aktie.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) beträgt nach den Kursgewinnen inzwischen über 20. Das ist ziemlich sportlich für ein Unternehmen, dessen Entwicklung in den nächsten Jahren noch unklar ist. Da reißt auch die Dividende nicht mehr viel raus.

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Peter Roegner besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



2 Kommentare

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Kommentare

Also ich habe jetzt lieberverkauft... der eingefahrene Gewinn reicht erstmal :laugh:

Außerdem irritiert mich total, dass die TUI selbst direkt nach der Ergebnisbekanntmachung letzten Montag am 15.05. richtig viel verkauft hat, man könnte glauben sie wolle selbst noch retten was zu retten ist :eek: Und wenn das Unternehmen nicht an den Erfolg glaubt, wie kann ich dann besseres Wissen haben???

Schaut euch mal die Insidertrades an :rolleyes:
a) Die Abhängigkeit von der Entwicklung des Ölpreises bleibt,

b) eine weltweite konjunkturelle Abschwächung

c) oder geopolitische Entwicklungen könnten die Lust aufs Fliegen schnell dämpfen.

zu a)
sogar die Billigflieger fliegen nicht mit Wasser sondern auch mit Kerosin
Steigt der Kerosinpreis, trifft sie das prozentual härter als die anderen
Der Kerosinpreis macht nur einen Teil der Kosten des Fliegens aus.
die anderen Faktoren sind vom Kerosin unabhängig.
Verzichtet jemand auf eine Fernreise, weil er 50 E wegens höheren Kerosinpreises zahlen muss?
Wohl eher nicht.

zu b) Eine konjunkturelle Abschwächung trifft alle, die irgendwie an der Konjunktur hängen,
nicht nur die Luftfahrt

zu c) geopolitische Entwicklungen könnten auf die Konkunktur durchschlagen
und auch andere Bereiche hart treffen.

Also,
man könnte generell vor konjunkturabhängigen Aktien mit diesen Argumenten warnen.

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