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Egbert Prior HolidayCheck auf der Reise zum Kunden

Gastautor: Egbert Prior
15.05.2017, 11:27  |  2001   |   |   

Die meisten Nebenwerte sind schon gut gelaufen. Aber es gibt auch Ausnahmen. Nehmen Sie HolidayCheck. Die Aktie befindet sich seit zwei Jahren im Rückwärtsgang. Mehrjahreshoch am 10.4.15 bei 5,49 Euro. Aktuell nur noch 2,57 Euro. Die Münchener betreiben eine der führenden Internet-Buchungsplattformen im deutschsprachigen Raum. HolidayCheck kämpft an zwei Fronten: Zum einen machen Terroranschläge und politische Unsicherheit (Türkei!) der Reisebranche schwer zu schaffen. Zum anderen tobt unter Buchungsportalen ein brutaler Wettbewerb. Unister, der wichtigste Wettbewerber, ging letztes Jahr Pleite. Wie geht es weiter? – Wir sprechen mit CEO Georg Hesse, der Anfang 2016 das Zepter übernahm. Der Manager sieht enormes Wachstumspotential. Etwa zwei Drittel des Pauschalreisemarkts, der etwa 15 bis 16 Milliarden Euro schwer ist, liefe noch über das gute alte Reisebüro. Von dem noch riesigen „Offline-Kuchen“ (ca. 10 Milliarden) möchte HolidayCheck einen immer größeren Teil auf die eigene Plattform locken. Einen Wettbewerbsvorteil sieht Hesse in der besonderen Qualität der Kundenbewertungen. Im laufenden Turnus möchte der CEO etwa 10 Millionen investieren. Ungefähr die Hälfte in Marketing. Die andere Hälfte ist für neue Mitarbeiter gedacht, die die Plattform so kundenfreundlich wie möglich gestalten sollen. Hesses ambitionierte Vision: „Wir wollen das urlauberfreundlichste Unternehmen der Welt werden!“ Die Realität sieht aber noch etwas weniger glamourös aus. 2016 kletterte der Umsatz um 3,5% auf 104 Millionen, unter dem Strich gingen 2,5 Millionen verloren. 2015 summierte sich der Verlust sogar auf 16 Millionen (Abschreibungen etc.). Das erste Quartal 2017 ist dagegen ein Lichtblick. Die Erlöse kletterten um 11%, das Ergebnis bewegte sich mit 1,9 Millionen sogar im grünen Bereich. Hintergrund war eine deutliche Belebung des Pauschalreisemarkts. Im Gesamtjahr dürfte HolidayCheck wegen der geplanten Investitionen noch keine schwarzen Zahlen schreiben. Der Umsatz soll im „oberen einstelligen Prozentbereich“ steigen. Aktuelle Marktkapitalisierung rund 150 Millionen. Fazit: Die Bewertung ist dann gerechtfertigt, wenn die Strategie greift und es HolidayCheck gelingt, in Zukunft kräftig zu wachsen und deutlich profitabel zu arbeiten.

 



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