EM Stocks Review: Asien freundlich - Taiwan schert nach unten aus
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Hongkong 20.10.2008 (www.emfis.com) Die Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten war heute grundsätzlich gut, obwohl die Wallstreet am Freitag nach unten gegangen war. Offenbar waren einige Anleger der Meinung, dass die Abschläge der vergangenen Wochen übertrieben gewesen sein könnten. Auch Eindeckungen von Shortsellern haben Haändlerangaben zufolge eine große Rolle bei den heute erzielten Aufschlägen gespielt.
In Japan konnte sich der Nikkei heute um weitere 3,6 Prozent auf 9005 Punkte erholen. Hilfreich war dabei insbesondere der robuste US-Dollar, der die Titel der Exportunternehmen beflügelte. Der breitere Topix stieg um 3,7 Prozent auf 927 Zähler. Gesucht waren unter anderem die Titel der Elektronikunternehmen. Hier zogen Panasonic um 8,9 Prozent an, nachdem die Zeitung „Nikkei“ gemutmaßt hatte, dass der Konzern vermutlich die Markterwartungen übertreffen werde. Canon sprangen um 12,6 Prozent nach oben, Sony stiegen um 7,6 Prozent; die Aktie des Halbleiter-Ausrüsters Tokyo Electron gewann 8,9 Prozent hinzu. Im Autosektor stiegen Toyota Motor um 5,6 Prozent und Honda Motor um 2,5 Prozent; die Titel des Reifenherstellers Bridgestone legten 9,5 Prozent zu. Auch Stahltitel waren gefragt, was ebenfalls wieder einem positiven Kommentar von „Nikkei“ zu verdanken war. Dies brachte Nippon Steel um 4,4 Prozent und JFE um 9,2 Prozent nach oben. Im defensiven Pharmasektor gewannen Takeda 3,3 Prozent und Astellas Pharma 7,0 Prozent hinzu.
Auch der koreanische Aktienmarkt entwickelte sich heute freundlich. Der Kospi verbesserte sich um 2,3 Prozent auf 1207 Punkte. Für Aufatmen sorgte unter anderem der Beschluss der koreanischen Regierung, dem dortigen Bankensektor jetzt ebenfalls umfangreiche Hilfe angedeihen zu lassen. Die Maßnahmen sollen bis zu 100 Milliarden Dollar umfassen. Unterstützt werden sollen insbesondere Banken, die kurzfristig Schulden in Fremdwährung refinanzieren müssen. Diese Entwicklung brachte natürlich vor allem den Bankensektor nach oben. Hier verteuerten sich etwa Hana Financial um 8,4 Prozent und Shinhan Financial um 5,3 Prozent. Dagegen rutschten Industrial Bank of Korea um 6,2 Prozent ab. Hier halten die Marktteilnehmer einen Einstieg der Regierung für besonders wahrscheinlich, was den Wert der Titel dann verwässern würde. Gefragt waren auch die zyklischen Werte. Samsung Electronics legten 3,2 Prozent zu und LG Electronics stiegen um 1,8 Prozent, obwohl der Konzern den ersten Gewinnrückgang seit anderthalb Jahren gemeldet hatte. Posco schossen um 8,9 Prozent nach oben; Hyundai Motor zogen nach den herben Abschlägen der vergangenen Woche sogar um 12 Prozent an.
In Hongkong zog heute der Hang Seng Index um beachtliche 5,3 Prozent auf 15.323 Punkte an. Zwar hatte zuvor die Volksrepublik China gemeldet, dass dort das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal nur noch bei 9 Prozent gelegen habe. Die Marktteilnehmer hofften aber darauf, dass die chinesische Regierung nun wieder Spielraum für Maßnahmen sehen könnte, die das Wachstum stimulieren würden. Die Inflationsrate hatte sich im September weiter auf 4,6 Prozent verringert. Üppige Kursgewinne gab es beispielsweise im Rohstoffsektor. Hier schossen Sinopec um 10,6 Prozent nach oben, PetroChina stiegen um 8,3 Prozent. Die Marktteilnehmer gingen davon aus, dass die chinesische Regierung dank der niedrigeren Inflation bald wieder Preiserhöhungen für Treibstoff und Heizöl genehmigen könnten. Im Immobiliensektor zogen Cheung Kong um 7,0 Prozent und Sun Hung Kai Properties um 8,5 Prozent an. Die Aktie der China Construction Bank legte 3,7 Prozent zu. Das Institut hatte seinen Gewinn in den ersten neun Monaten um 48 Prozent gesteigert. ICBC gewannen daraufhin 7,5 Prozent und Bank of China 6,3 Prozent hinzu. Ping An Insurance legten 3,1 Prozent zu, obwohl der Versicherer angekündigt hatte, aus seiner Beteiligung am Finanzdienstleister Fortis für die ersten neun Monate einen Verlust zu erwarten. China Mobile stiegen im Vorfeld des Zahlenwerks um 7,6 Prozent. Die Anleger erwarteten sich hier offenbar positive Überraschungen bei Umsatz und Gewinnen.
In Taiwan war das Sentiment dagegen relativ schwach. Der TAIEX fiel um weitere 0,58 Prozent auf 4931 Punkte, nicht ohne dabei zwischenzeitlich ein neues 5-Jahres-Tief zu markieren. Erst der Blick auf die übrigen asiatischen Börsen sorgte in den letzten Handelsstunden wieder für eine gewisse Entspannung. Die Tatsache, dass die Regelung zum maximalen Tagesverlust von 3,5 Prozent auf die laufende Woche ausgeweitet wurde, hatte kaum Einfluss auf das Kaufgebahren der Marktteilnehmer. Schwach entwickelten sich unter anderem die Finanzwerte, die derzeit zu allem Überfluss noch von einem Geldwäsche-Skandal betroffen sein könnten. Dies brachte sowohl Chinatrust Financial als auch Yuanta Financial um die derzeit maximal möglichen 3,5 Prozent nach unten. Dagegen zogen Fubon Financial um 7 Prozent an. Der Konzern erwirbt das taiwanesische Lebensversicherungsgeschäft der ING. Daneben standen die Papiere der Unternehmen aus der Formosa Plastics Group im Blickpunkt, die vergangene Woche nach dem Tod des Firmengründers unter die Räder gekommen waren. Hier erholten sich Formosa Petrochemical um 0,3 Prozent, während Formosa Plastics weitere 1,7 Prozent abgaben. Im Technologiesegment verbilligten sich Taiwan Semiconductor um weitere 1,7 Prozent, United Microelectronics fielen um 2,0 Prozent.
In China stieg der Shanghai Composite Index um 2,25 Prozent auf 1974 Zähler; der Shanghai A-Share Index legte 2,24 Prozent auf 2073 Stellen zu.
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