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Börse im Blick
Autor: Redaktion w:o

10:32 | 31.10.2008
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  Nachricht vom 31.10.2008 | 10:32   1318 mal gelesen

Finanzkrise schwappt nach Europa I

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Von der US-Immobilienmarktkrise zur Bedrohung der Weltwirtschaft. Im Oktober spitzte sich die Finanzkrise dramatisch zu und schwappte mit voller Wucht nach Europa. In dieser Chronik lässt Euro am Sonntag Online den Krisenmonat Oktober noch einmal Revue passieren (Teil 2 der Chronik ab 16 Uhr)

# 15.10.2008
Börsen im Tauchgang: Trotz der Rettungspakete rutschen die Aktienmärkte tief ins Minus. Die Rezessionsangst greift um sich. Der Dax fällt unter die 5.000 Punkte-Marke.

# 14.10.2008
Staat wird Banker: Die US-Regierung steigt bei neun großen US-Finanzhäusern ein. Die Teilverstaatlichung der Banken ist Teil des staatlichen Stabilisierungsprogramm für die Finanzmärkte. Insgesamt 250 Milliarden Dollar soll der Kauf der Anteile kosten.
Kein Wachstum: In ihrem Herbstgutachten sagen die acht führenden Forschungsinstitute der deutschen Wirtschaft ein Wachstum von nur noch 0,2 Prozent im kommenden Jahr voraus.

# 13.10.2008
Finanzmarktstabilisierungsfonds: Die Bundesregierung will mit einem 400-Milliarden-Euro-Fonds das deutsche Finanzsystem stützen. Zudem sollen 70 Milliarden Euro als Rekapitalisierungshilfe für die Banken zur Verfügung gestellt werden. Das Rettungspaket soll bis Freitag von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden.
Höhenflug an den Börsen: Europaweit legen die Leitindizes infolge des gemeinsamen Vorgehens der Regierungen gegen eine Ausweitung der Finanzkrise zweistellig zu. Auch der Dow Jones gewinnt am Abend über elf Prozent.

# 12.10.2008
EU-Krisengipfel: Die 15 Regierungschefs der EU einigen sich auf einen "Instrumentkasten" im Kampf gegen die Finanzkrise. Damit wollen sie den Zusammenbruch angeschlagener Finanzinsitute verhindern. Zudem soll durch Garantien das Vertrauen im Interbankenmarkt wieder hergestellt werden.

# 10.10.2008
Japanischer Versicherer insolvent: Die Finanzmarktkrise fordert ihr erstes Opfer in Japan. Der Lebensversicherer Yamato Life Insurance meldet mit Schulden in Höhe von rund 1,9 Milliarden Euro Gläubigerschutz an.
Russisches Rettungspaket: Russland stützt die Finanzbranche des Landes mit 63 Milliarden Euro.
G7-Krisentreffen: Die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrienationen garantieren das Überleben aller "systemrelevanten" Finanzinstitute. Sie einigen sich auf einen Fünf-Punkte-Plan (externer Link, englische Version), der allerdings sehr allgemein gehalten ist.

# 9.10.2008
Staatsgarantie: Die US-Regierung erwägt die Garantie aller Bankschulden und zeitweise auch aller Bankeinlagen, um die Finanzmärkte stabilisieren.
Dow Jones: Der US-Leitindex fällt erstmals seit fünf Jahren unter die 9.000-Punkte-Marke.
Island: Russland erhört den Hilferuf von Island und gewährt dem Land einen Kredit von vier Milliarden Euro. Derweil wird mit Kaupthing die größtes Bank des Landes verstaatlicht. In zahlreichen Ländern, darunter auch in Deutschland, werden die Auslandskonten der Bank eingefroren. Die Kunden bangen um ihre Einlagen, denn die deutsche Tochter der Bank ist kein Mitglied des Einlagensicherungsfonds. Damit sind die Gelder auch nicht durch die Staatsgarantie der Bundesregierung (externer Link) geschützt.

# 8.10.2008:
Zinssenkung: In einer konzertierten Aktion senken die wichtigsten Notenbanken ihre Leitzinsen. Der Zins im Euroraum fällt auf 3,75 Prozent, die Rate in den USA sinkt auf 1,5 Prozent. Auch die Zentralbanken in der Schweiz, Kanada, Schweden und in China beteiligten sich an der Aktion.
Acht Regeln für die Finanzmärkte: Finanzminister Peer Steinbrück stellt "8 „Verkehrsregeln“ für die Finanzmärkte" (externer Link) vor, die er beim Treffen der Finanzminister der G7-Staaten am Wochenende einbringen will. Großbritannien: Die Bank of England stellt dem angeschlagenen Bankensystem des Landes mindestens 200 Milliarden Pfund an Liquidität zur Verfügung.
Russland: Der Handel des russischen Leitindex Micex wird erneut ausgesetzt.

# 7.10.2008
Island: Der isländische Regierungschef Geir Haarde muss eingestehen, dass im schlimmsten Fall ein Staatsbankrott droht. Die Schulden der drei größten Banken übersteigen die Wirtschaftsleistung des Landes um das zehnfache. Zwei der größten Banken, Glitnir und die Landesbanki, werden zwangsverstaatlicht. Island bittet Russland um Kredite in Milliardenhöhe.

# 6.10.2008:
EU: Die EU garantiert das Überleben aller wichtigen Banken. Die EU-Finanzminister einigen sich auf eine Sicherung von 50.000 Euro für Sparer, um zu Vermeiden, dass Anleger scharenweise Geld abheben.
EU-Auffangfonds: In ihrer Regierungserklärung lehnt Kanzlerin Merkel einen Rettungsfonds für europäische Banken nach US-Vorbild weiter ab.
Australien: Die australische Zentralbank senkt die Leitzinsen um 100 Basispunkte.

# 5.10.2008:
Garantie für Sparer: Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Steinbrück geben eine Staatsgarantie für Spareinlagen (externer Link). Damit wollen sie eine Panikreaktion bei Sparern verhindern.
Hypo Real Estate: Mit einer Bürgschaft über 50 Milliarden Euro retten Bund und Banken den Münchner Immobilienfinanzierer vor dem Zusammenbruch.

# 4.10.2008:
Hypo Real Estate: Die Banken ziehen ihre Zusage zu einem Rettungspaket von 35 Milliarden Euro zurück, als nach einen Prüfung durch die Deutsche Bank klar wird, dass der Liquiditätsbedarf deutlich höher ist, als von HRE angegeben.

# 3.10.2008:
Auffangfonds: In den USA wird das Gesetz für den 700-Milliarden-Dollar-Rettungsplan auf den Weg gebracht. US-Repräsentantenhaus verabschiedet das Paket im zweiten Anlauf.

# 2.10.2008:
Leitzinsen: Trotz der zugespitzen Lage auf den Finanzmärkten und die verheerenden Auswirkungen der Krise auf die Konjunktur senkt die EZB die Leitzinsen nicht.

# 1.10.2008:
EU-Rettungspaket: In der EU werden ebenfalls Forderungen nach einem Rettungspaket für die europäischen Banken laut. Bundeskanzlerin Merkel spricht sich gegen einen "Blankoscheck für Banken" aus.

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