DGAP-News: IKB mit vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2008/09
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IKB International S.A. / Jahresergebnis
03.07.2009
Veröffentlichung einer Corporate News, übermittelt durch die DGAP - ein Unternehmen der EquityStory AG. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. ---------------------------------------------------------------------------
* Vorläufiger Konzernfehlbetrag (IFRS) -580 Mio. EUR * Weiterhin hohe Belastung durch Sondereffekte * Kerngeschäft konjunkturbedingt nicht profitabel * Restrukturierung wird vorangetrieben
Der Vorstand der IKB hat die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2008/09 (1. April 2008 bis 31. März 2009) für den IKB-Konzern erstellt. Alle im Folgenden genannten Zahlen bedürfen noch der formalen Aufstellung durch den Vorstand sowie der Testierung durch den Abschlussprüfer und der Feststellung durch den Aufsichtsrat der IKB.
Das vorläufige Jahresergebnis (nach Steuern) im IFRS-Konzernabschluss 2008/09 liegt bei -580 Mio. EUR (Geschäftsjahr 2007/08: -11 Mio. EUR). Nach Auflösung von Gewinnrücklagen in Höhe von 502 Mio. EUR ergibt sich ein vorläufiger Konzernbilanzverlust von -78 Mio. EUR (Geschäftsjahr 2007/08: -11 Mio. EUR). Die Verluste erklären sich aus Verlusten aus Portfolioinvestments, hohen Marktwertverlusten von Wertpapieren und Derivaten infolge der hohen Zinsvolatilitäten und den stark gestiegenen Risikoprämien auch für Wertpapiere erstklassiger Bonität, weiteren Verlusten aus Portfolioinvestments, weiterhin hohen Kosten zur Bewältigung der Krise und dem Restrukturierungsaufwand aufgrund der EU-Auflagen. Hinzu kommt die tiefe Rezession, die sich in einer deutlich erhöhten Risikovorsorge widerspiegelt. Der Verlust im Vorjahr war insbesondere deshalb geringer, weil die IKB durch externe Unterstützung ein Ergebnis aus Risikoübernahme von 2,4 Mrd. EUR ausweisen konnte.
Die vorläufige Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2008/09 stellt sich folgendermaßen dar.
Der Zinsüberschuss ist um 149 Mio. EUR auf 303 Mio. EUR zurückgegangen. Der Zinsüberschuss im Segment Portfolioinvestments ist um 106 Mio. EUR durch Dekonsolidierung des Conduits Rhineland Funding Capital Corporation und den Abbau der Bestände zurückgegangen. Darüber hinaus erklärt sich der Rückgang aus dem geringeren Kreditvolumen sowie erhöhten Refinanzierungskosten in den Marktbereichen. Das Neugeschäftsvolumen in den drei Marktsegmenten Firmenkunden, Immobilienkunden und Strukturierte Finanzierung wurde im Geschäftsjahr 2008/09 auf 5,9 Mrd. EUR reduziert (Vorjahr: 9,8 Mrd. EUR). Die Aufzinsung der zum Barwert nach IAS 39.AG8 bewerteten Verbindlichkeiten hat sich erstmals mit -61 Mio. EUR als Zinsaufwand niedergeschlagen. Positiv hat sich mit 45 Mio. EUR weniger Zinsaufwand die Amortisation von Ausgleichsposten für aufgelöste Sicherungsbeziehungen nach IG 60 A & B (49 Mio. EUR) sowie der Liquiditätszufluss durch die Eigenkapitalerhöhung ausgewirkt.
Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft hat sich aufgrund des massiven Konjunktureinbruchs auf 590 Mio. EUR nach 255 Mio. EUR im Vorjahr mehr als verdoppelt. Der Schwerpunkt des Anstiegs der Risikovorsorge entfällt auf das Segment Strukturierte Finanzierung (324 Mio. EUR ggü. 63 Mio. EUR im Vorjahr); im inländischen Firmenkundengeschäft war eine Erhöhung der Risikovorsorge um 60 Mio. EUR erforderlich (126 Mio. EUR ggü. 66 Mio. EUR im Vorjahr).
Der Provisionsüberschuss fällt mit 33 Mio. EUR um 22 Mio. EUR niedriger aus als im Vorjahreszeitraum (55 Mio. EUR). Ursachen sind vor allem geringere Provisionserträge wegen niedrigerem Neugeschäftsvolumen sowie die Provisionsaufwendungen, die um 8 Mio. EUR vor allem durch Transaktionen zur Liquiditätsbeschaffung gestiegen sind.
Der Fair-Value-Verlust beträgt -162 Mio. EUR ggü. -1.830 Mio. EUR im Vorjahr. Auf Wertpapiere guter Bonität, die der langfristigen Anlage dienen, für die aber in Vorjahren die Option zur Bewertung ´Through Profit and Loss´ ausgeübt wurde, und Derivate fielen GuV-wirksame Fair-Value-Verluste von 779 Mio. EUR an. Dem stehen Gewinne von 617 Mio. EUR gegenüber, insbesondere aus der Bewertung ´Through Profit and Loss´ von Verbindlichkeiten.
Das Ergebnis aus Finanzanlagen zeigt im Wesentlichen Bewertungsverluste aus den Portfolioinvestments der IKB und liegt bei -234 Mio. EUR (-980 Mio. EUR).
Die Verwaltungsaufwendungen sind um 11 Mio. EUR auf 375 Mio. EUR zurückgegangen. Die Personalaufwendungen sanken im Wesentlichen wegen des geringeren Mitarbeiterbestandes um 12 Mio. EUR auf 179 Mio. EUR. Per Ende des Geschäftsjahres hatte die IKB 1.718 Mitarbeiter (1.839). Die anderen Verwaltungsaufwendungen liegen mit 196 Mio. EUR in etwa auf Vorjahrsniveau (195 Mio. EUR). Darin enthalten sind krisenbedingten Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 57 Mio. EUR. Darüber hinaus sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 52 Mio. EUR entstanden.
Das sonstige betriebliche Ergebnis liegt mit 131 Mio. EUR um 535 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Es ist im Wesentlichen durch Sondereffekte geprägt, zum einen durch Gewinne aus der Passivbewertung nach IAS39 AG.8 (255 Mio. EUR ggü. 649 Mio. EUR im Vorjahr), zum anderen durch die Abschreibung auf den Firmenwert aus dem Erwerb der IVG Kavernen GmbH. Daraus resultierte ein Firmenwert von 186 Mio. EUR, der in voller Höhe abzuschreiben war. Gleichzeitig konnten Ertragssteuer-Rückstellungen der IVG Kavernen GmbH von 373 Mio. EUR aufgelöst werden, sodass sich insgesamt aus dieser Transaktion ein Ertrag von 187 Mio. EUR ergibt.
Das Operative Ergebnis (vor Steuern) beläuft sich auf -1.002 Mrd. EUR (124 Mio. EUR). Neben den erläuterten Sondereffekten tragen hierzu auch die konjunkturbedingt negativen Ergebnisse aus den drei Marktsegmenten - Firmenkunden (-106 Mio. EUR ggü. +21 Mio. EUR im Vorjahr), Strukturierte Finanzierung (-268 Mio. EUR ggü. -3 Mio. EUR im Vorjahr) und Immobilienfinanzierung (-48 Mio. EUR ggü. +11 Mio. EUR im Vorjahr) - bei.
Die Bilanzsumme lag am 31. März 2009 mit 44,8 Mrd. EUR um 5,4 Mrd. EUR unter der am 31. März 2008. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem Abbau der Finanzanlagen (inkl. Portfolioinvestments) und der Sonstigen Aktiva infolge der vorzeitigen Abwicklung der Risikoabschirmung durch die KfW sowie auf der Passivseite vor allem aus dem Abschmelzen des Bestandes der Verbrieften Verbindlichkeiten durch Tilgung, vorzeitige Rückkäufe und Bewertungseffekte. Die Kernkapitalquote auf Gruppenebene liegt bei 8,1 %.
Insgesamt sind die Geschäftsentwicklung und die Lage im Geschäftsjahr 2008/09 sehr stark durch die Krise der Bank und die allgemeine Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise geprägt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte eine Stabilisierung der IKB durch die von der KfW gezeichnete Kapitalerhöhung sowie den weitgehenden Abbau der Portfolioinvestments und die Garantien des SoFFin erreicht werden.
Ausblick
Der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) hat grundsätzlich beschlossen, den Garantierahmen der IKB für neu zu begebende Schuldverschreibungen um 7 Mrd. EUR zu erweitern. Im Vorfeld hat Lone Star bezüglich einer Nachrangschuldverschreibung einen auflösend bedingten Rangrücktritt sowie die Wandlung bezüglich einer gezeichneten Wandelanleihe erklärt.
Der Fortbestand der IKB hängt davon ab, dass die Auflagen * der SoFFin für die Vergabe der Garantien, * der EU-Kommission für die Genehmigung der Beihilfe und * des Einlagensicherungsfonds des privaten Bankgewerbes eingehalten werden und die EU-Kommission auch den erweiterten SoFFin-Garantierahmen genehmigt.
Sofern es zur Einhaltung der Kernkapitalquote von mindestens 8 % und zur Gewährleistung der Risikotragfähigkeit in den nächsten Geschäftsjahren nicht gelingt, Risikopositionen in ausreichendem Maße abzubauen, ist die Zuführung von weiterem Eigenkapital erforderlich.
Der Vorstand geht davon aus, dass die Auflagen fristgerecht umgesetzt und gleichzeitig die wirtschaftlichen Vorgaben eingehalten werden. Die Restrukturierung der IKB und die weitere verstärkte Fokussierung auf den Mittelstand wird daher intensiv vorangetrieben. Aufbauend auf der Kreditkompetenz wird das Angebot u. a. um Dienstleistungen wie M&A, Restrukturierungsberatung, Derivate und Kapitalmarktdienstleistungen erweitert. Hieraus sollen zusätzliche Provisionserträge erzielt werden.
Die Bank wird nach Abschluss der Restrukturierung voraussichtlich eine deutlich andere Ertragsstruktur und ein insgesamt niedrigeres Ertragsniveau haben als in den Geschäftsjahren vor 2007/08, da die in den Vorjahren vereinnahmten Erträge aus Portfolioinvestments deutlich zurückgehen. Die Geschäftsjahre 2009/10 und 2010/11 werden erheblich durch die Folgewirkungen der Finanzmarktkrise und die Ausweitung auf die Realwirtschaft und damit den Unternehmenssektor beeinträchtigt sein. Belastend wirken insbesondere die Einschränkung des Neugeschäftes sowie erhöhte Risikovorsorgen und die stark gestiegenen Refinanzierungskosten. Darüber hinaus wird die IKB durch Senkung der Sachkosten um 30 % auf Jahresbasis und Abbau von voraussichtlich 370 Arbeitsplätzen im Konzern die Kosten deutlich reduzieren. Mittelfristiges Ziel ist die Erreichung einer angemessenen Rendite aus dem operativen Geschäft auf das eingesetzte Kapital.
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