Der Turbolader weckt das Tier im Diesel
Dieselmotoren ohne Turbolader laufen weit unter ihrer Leistungsgrenze.
Ottomotoren erzeugen Energie, indem sie ein Luft-Kraftstoff-Gemisch verbrennen. Die Zylinder saugen es ein, komprimieren und zünden das Gemisch, um es im nächsten Moment nach einer kontrollierten Explosion als Abgas auszustoßen. Takt für Takt, mehrere tausend Mal pro Sekunde. Doch dabei läuft der Motor weit unter seiner Leistungsfähigkeit, weil er nur eine begrenzte Menge Kraftstoff ansaugen kann. Um diesen Flaschenhals zu beseitigen, erfand man den Turbolader.
Ein Turbolader ist im Prinzip nichts anderes als eine Pumpe, die das Luft-Treibstoff-Gemisch in den Zylinder drückt, sodass bereits vor der Kompression ein Überdruck im Motor herrscht und die Explosion bei der Zündung noch stärker ist. Diese Pumpe wird vom Abgasstrom angetrieben, sodass sie automatisch schneller läuft, sobald der Motor mehr Treibstoff verbraucht.
Turbolader finden vor allem in Dieselmotoren Anwendung, da die Benzinpumpe für Ottokraftstoff in der Regel ausreicht und der Turbolader einen unverhältnismäßig hohen Verbrauch bei wenig Mehrleistung verursachen würde.
Fahrzeuge mit Turbolader sind weit teurer, als jene mit Ansaugtechnik, weil ein Motor mit Turbo auf höhere Drehmomentbelastungen, Hitzeentwicklung und Stoßkräfte ausgelegt sein muss. Auch Wellen, das Getriebe und die Lenkung können nicht ohne weiteres von einem „Standard“-Diesel übernommen werden. Ferner leiden Autos mit Turboladern unter dem gefürchteten „Turboloch“, also einer verlängerten Reaktionszeit. Sie tritt auf, weil der Turbolader mit dem Abgasstrom betrieben wird, sodass der Fahrer bei niedrigen Drehzahlen warten muss, bis mehr Abgase erzeugt werden, damit der Turbolader schneller läuft, und die Leistung steigt. Der Abgasstrom bleibt aber klein, solange der Turbolader langsam läuft. Der einzige Ausweg aus dieser Situation ist, den Anteil des Kraftstoffes im Gemisch zu erhöhen, sodass mehr Abgase entstehen, die den Turbo antreiben. Das kostet Zeit – bis zu zwei Sekunden waren üblich, bevor die Werte von der modernen Steuerelektronik und der Taktik mehrere kleine statt eines großen Laders zu verbauen, auf wenige zehntel-Sekunden gesenkt wurden.
Die Turbos laufen auf einem empfindlichen Öl-Lager, das sich drehen muss, solange es heiß ist, um keinen Schaden zu nehmen. Deshalb müssen viele Motoren, insbesondere jene für Otto-Kraftstoff, mehrere Minuten nachlaufen, um den, oft rot glühenden, Turbo abzukühlen, was inzwischen von einer Nachlaufelektronik erledigt wird. In diesem Zeitraum ist das Fahrzeug nicht versichert.
Schreibe Deinen Kommentar
Kommentare
| Titel |
|---|
| Titel |
|---|
Schlagen Sie hier relevante und interessante weiterführende Inhalte zu diesem Artikel vor. |
Unter 'Seite vorschlagen' können Sie eine thematisch und qualitativ passende Website eintragen. Unsere Redaktion wird den Vorschlag zeitnah hinsichtlich seiner Qualität und seinem Mehrwert für unsere User prüfen und die vorgeschlagene Website veröffentlichen oder ggf. ablehnen.
Qualitätskriterien:
Jeder Linkvorschlag wird von dem wallstreet:online-Team hinsichtlich folgender Kriterien geprüft:
• Der Link muss auf eine Domain mit deutschem Impressum verweisen
• Der Inhalt der vorgeschlagenen Website muss qualitativen Mindestanforderungen entsprechen. Hierzu zählen bspw. der zusätzliche oder ergänzende informative Nutzen sowie ein gegebener Mehrwert für User, die von wallstreet:online auf die vorgeschlagene Website geleitet werden
• Der Text des Verweises sollte prägnant und inhaltich passend gewählt sein, damit aus seiner Formulierung auf das verwiesene Angebot rückgeschlossen werden kann
• Die Länge des Texts darf maximal 50 Anschläge betragen
• Desweiteren besteht für freigegebene Verweise keinerlei Anspruch auf dauerhafte Integration. Das wallstreet:online-Team behält sich vor, veröffentlichte Verweise ohne Ankündigung zu entfernen bzw. durch von der Redaktion als f¨r unsere User als sinnvoller eingestufte Vorschläge zu ersetzen.
| Titel |
|---|
| Titel |
|---|

