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Über die Vor- und Nachteile exakter Gesicht-Erkennung

Die Software, die für eine Gesicht-Erkennung notwendig ist, wird täglich weiter entwickelt. Bald ist es möglich, auf jedem Schnappschuss ein Gesicht elektronisch zu identifizieren.

Wenn eine Gesicht-Erkennung im Fernsehen gezeigt wird, dann ist das immer ein faszinierendes Schauspiel. Die Ermittler brauchen nur ein unscharfes Standbild einer Überwachungskamera, die ungefähr in der Blickrichtung des Täters hing, um seine Gesichtszüge eindeutig zu identifizieren. Sogar Bilder, auf denen Bekannte des Gezeigten Schwierigkeiten hätten, die Gesichter richtig zuzuordnen, sind für die fortschrittlichen Programme kein Problem. Dass die Technik in der Realität noch nicht so weit entwickelt ist, verrät jeder Fotograf, der versucht ein Passfoto von jemand zu machen. Die Kriterien, die das Bild erfüllen muss, damit die Technik ihre Aufgabe erfüllen kann, sind sehr streng. Schon ein Lächeln verändert die Gesichtszüge so stark, dass ein Computer es nicht mehr mit dem neutralen Gesichtszug in Verbindung bringen kann.

Da aber die Gesicht-Erkennung an Flughäfen und Grenzübergängen inzwischen zur Regel geworden ist, wünschen viele, dass die Software bald so gut wird, dass die sterilen, an strenge Regeln gebundenen Passfotos nicht mehr notwendig sind. Es wäre einfacher, wenn der Computer auch bei ungezwungeneren Bildern eine Verknüpfung zur Person herstellen könnte. Dies ist allerdings ein Anflug von Eitelkeit, der die Gefahren dieser Software nicht erkennt. Wenn es tatsächlich möglich wird, dass von jedem Schnappschuss eine eindeutige Identifikation der Person durch ein Computerprogramm gelingt, dann gibt es endgültig keine Privatsphäre mehr. Jedes Foto, das Freunde oder flüchtige Bekannte ins Internet stellen, kann vom Personalchef bei der Eingabe des Namens gefunden werden. Jede Bewegung, die an einer Überwachungskamera vorbeiführt, kann von den Behörden nachvollzogen werden.

Nun sagen viele, das sei ja kein Problem, sie hätten ja nichts zu verbergen. Die Frage, die sich aber jeder einmal stellen sollte, ist, ob denn dies ein Grund ist, dass auch jeder andere mit der Nase darauf gestoßen wird. Muss es dem Personalchef möglich sein, die letzten Partyfotos zu sehen? Muss die Krankenversicherung wissen, dass man sich gerne in einer verrauchten Kneipe zum Bier trifft? Wohl eher nicht.

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