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Schleif-Automat für Natur- und Betonwerkstein

Lange Zeit war die Arbeit der Steinmetze Grundvoraussetzung, damit man große Bauwerke errichten konnte. Das ist heute nicht mehr so, dafür ist ihre Arbeit einfacher, weil ihnen der Schleif-Automat zur Verfügung steht.

Steinmetze üben einen der ältesten Berufe überhaupt aus. Schon in der Antike gab es diese Berufsgattung. Damals brachten sie Steine für Bauwerke in die richtige Form, die man teilweise bis heute noch bewundern kann: ägyptische Pyramiden, griechische Tempel oder römische Amphitheater. Den Höhepunkt ihrer Bedeutung in Europa erlangten sie in der Gotik, wo sie erstmals Steine für statisch komplexe Kathedralen herstellen mussten. In dieser Zeit übernahmen sie viele Aufgaben, die heute Bauleiter, Architekten und Ingenieure innehaben. So wuchs ihr Selbstbewusstsein; manche ließen ihr Abbild in einen Stein des Gebäudes meißeln, was bis dahin Herrschern und Bauherren vorbehalten gewesen war.

In der Moderne nahm ihre Bedeutung ab, da Bauwerke immer öfter aus Materialien wie Beton und Stahl gebaut wurden. Doch dafür bekamen sie ein Werkzeug, um das sie die Generationen von Steinmetzen vor ihnen sie beneidet hätten: den Schleif-Automat. Diese Maschine nimmt heutigen Steinmetzen den langwierigsten und monotonsten Teil ihrer Arbeit ab. In mehreren Arbeitsschritten schleift er die Seiten des Steins mit immer feinerem Schleifbelag so lange ab, bis er aus einer rauen Seite eine polierte gemacht hat.

Die Lebensgrundlage der heutigen Steinmetze ist eine ganz andere als die ihrer Vorfahren. Bis zur Jahrhundertwende waren massive Natursteinblöcke für die Statik bei großen Bauwerken wie Brücken, Tunnels oder großen Gebäuden kaum zu ersetzen. Die Industrialisierung löste einen Bauboom aus, und neben der erhöhten Nachfrage freuten sich Steinmetze auch über neuartige Maschinen. Doch mit der Erfindung von Stahlbeton und Stahlträgern war Naturstein plötzlich nicht mehr unersetzlich, sondern eine von mehreren Alternativen – und oftmals nicht die billigste. Es gab zwar Comebacks von Naturstein, wie zum Beispiel im Jugendstil, als wieder mehr Fassaden aus Naturstein erstellt wurden. Doch grundsätzlich wird Naturstein nur noch da verwendet, wo man ihn auch sehen kann – zum Beispiel an Fassaden von Prestige-Gebäuden oder bei Grabsteinen. Da optische Ergebnisse in den Vordergrund gerückt sind, ist der Schleif-Automat umso wichtiger.

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