Was ist Mormonen Ahnenforschung?
Die Mormonen Ahnenforschung ist bekannt für ihre außergewöhnlich große Anzahl an Fakten und Daten in puncto Familiengeschichte. Sie ist die weltgrößte Informationssammlung auf diesem Gebiet.

Zu den Besonderheiten des Glaubens gehört u.a. die nachträgliche Taufe von bereits Toten, um auch für sie die Erlösung im Sinne von J. Smiths zu erreichen. Die Taufe wird für den Verstorbenen an einem noch Lebenden vollzogen, der dann mit dem Namen des Ahnens angesprochen wird. Um zu wissen, wer zu den Ahnen gehört, spezialisierte man sich darauf, die Namen in alten Kirchenbüchern auf der ganzen Welt herauszufinden. Im Jahr 1894 begann die Genealogische Gesellschaft von Utah mit der Zusammentragung von familiengeschichtlichen Angaben. Die Mormonen Ahnenforschung bekam ihren Hauptsitz in der Family History Library in Salt Lake City. Sie wird von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage betrieben, mit Niederlassungen in 88 Ländern. Das Besondere heute ist, dass sämtliche zusammengetragene Daten für alle Familienforscher frei zugänglich sind, unabhängig von deren Konfession.
Grundlage der zusammengetragenen Daten in der Mormonen Ahnenforschung sind verschiedene Quellen wie beispielsweise Volkszählungsunterlagen, Zivilstandsregister, Kirchenbücher und Gerichtsakten. Diese Daten werden in den USA seit dem Jahr 1938 auf Mikrofilm übertragen, in Europa begann man damit im Jahr 1948. Sämtliche Mikrofilme werden in einem Urkundengewölbe der Genealogischen Gesellschaft bei Salt Lake City aufbewahrt.
Bis zum heutigen Tag wurden die Aufzeichnungen in 160 Ländern der Erde verfilmt. Generell geht man jährlichen weltweiten Zuwachs von 60.000 Mikrofilmrollen aus. Schätzungen belaufen sich auf insgesamt 2,3 Millionen bereits vorhandenen Filmrollen aus. Momentan gibt es 250 Projekte in 45 Ländern, wobei neue Daten auf Mikrofilm übertragen werden. Interessenten der Mormonen Ahnenforschung können Mikrofilme in einem der weltweit 3.800 Mormonenniederlassungen bestellen. Dort können die Mikrofilme angesehen werden, sie verlassen jedoch nie das Zentrum, da sie nicht mit nach Hause genommen werden dürfen. Monatlich werden ca. 100.000 Mikrofilme von Interessierten bestellt.
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