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Ist die deutsche Rente überhaupt noch sicher?

Wer in Deutschland arbeitet und hier auch seinen Lebensabend verbringen möchte, fragt sich natürlich, ob die Rente, die er später erhält auch reicht, um den Lebensstandard halten zu können.

Vor Jahren waren die Politiker sich in ihren Überzeugungen noch sehr einig: Die Renten sind sicher, hieß es damals. Doch inzwischen sind sich die Experten nicht mehr so sicher, ob dies auch in dreißig oder vierzig Jahren noch gilt. An immer mehr Stellen kann man lesen, dass jeder Arbeitnehmer auch selbst vorsorgen muss, um im Alter genug Geld zur Verfügung zu haben. Oft wird dabei aber übersehen, dass diese Experten wirtschaftlich eng mit den privaten Rentenversicherungen verzahnt sind. Sie werden also von denen bezahlt, für die die Vorhersage einen Gewinn darstellt. Doch auch immer mehr Politiker gehen dazu über, den Menschen zu raten, eine private Vorsorge abzuschließen. Das solidarische System leidet unter diesen Ratschlägen.

Der angebliche demographische Wandel, der die Rentensysteme zum Einsturz bringen soll, findet so wahrscheinlich nicht statt. Es gibt keine Beweise dafür, dass die Bevölkerung sich so entwickelt, wie in den Szenarios berechnet. Eine Entwicklung über fünf Jahre ist schon nahezu unvorhersehbar, daher kann bei Vorhersagen für die nächsten fünfzig Jahre nur von Spekulation gesprochen werden. Zudem sagen selbst die schlimmsten Vorhersagen nur einen Rückgang voraus, der der heutigen Anzahl der Arbeitslosen entspricht. Bei gleichbleibender Anzahl an Arbeitsplätzen wären die Solidarsysteme sogar eher entlastet als belastet. Die Zahlungen der Renten müssten damit also auch bei einem entsprechenden Rückgang in der arbeitsfähigen Bevölkerung sicher bleiben.

Unsicher werden die Systeme allerdings, wenn die Politik die Kassen mit leistungsfremden Zahlungen belastet. Der Generationenvertrag sieht vor, dass alle arbeitenden Menschen Beiträge leisten, mit denen die Älteren unterstützt werden. Nun erlaubt die Politik immer mehr – besonders gut verdienenden – Menschen, ihre Beiträge zurückzuhalten und stattdessen selbst vorzusorgen. Den fehlenden Beiträgen stehen zusätzliche Ausgaben gegenüber, weil die Regierung beispielsweise Zahlungen für Behinderte zunehmend den Solidargemeinschaften auflastet, statt die gesamte Bevölkerung über die Steuereinnahmen mit diesen Kosten zu beauftragen. Allein durch solche Maßnahmen wird die Zahl der Beitragszahler im Vergleich zu den Leistungsempfängern immer kleiner.

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