Die Telekom hinter den Kulissen
Die Telekom ist bei privaten Anlegern sehr beliebt, hatte aber immer wieder mit vielen Problemen zu kämpfen.
Die Deutsche Telekom ist das Traditionsunternehmen schlechthin und wurde seit ihrem Börsengang zur regelrechten „Familien-Aktie“. Die AG beschäftigt mehr als eine Viertelmillion Menschen, hat ihren Sitz in Bonn, und bietet Festnetz-Telefonie, Mobilfunk-Anschlüsse, Internet und andere IT-Dienstleistungen. Außerdem gehört das Verbreiten von Rundfunkinhalten zum Leistungsspektrum der Telekom, sodass sie fast alle wichtigen Sendeanlagen in den neuen Bundesländern besitzt und betreibt, aber auch viele TV-Programme in den alten Ländern ausstrahlt.
Der Staat hält auch nach der Privatisierung knapp ein Sechstel des Unternehmens, während 17 Prozent an den Investor KFW-Banken verkauft wurden. Der Löwenanteil von 64 Prozent ist in der Hand von Anlegern. Als Vorstandsvorsitzender führt Rene Obermann das 2006 im Hinblick auf Sachwert, Wertschöpfung und Cashflow größte Unternehmen Deutschlands.
Die Unternehmensgeschichte gliedert man in Ären, die jeweils nach dem aktuell amtierenden Vorstandsvorsitzenden benannt wurden. So begann im Mai 1995 die Ära Sommer, als der Telekommunikations-Provider an die Börse ging. Die Aktien wurden in drei Schritten, auch Tranchen genannt, an den Mann gebracht. Der Ausgabepreis betrug 28,50 Mark und brachte dem Staat, der zuvor alleiniger Anteilseigner war, einen Erlös von 10 Milliarden Mark ein. In den Jahren 1999 und 2000 folgten zwei weitere Verkäufe mit Stückpreisen von 39,50 Euro und 66,50 Euro sowie passenden Erlösen von 10,88 Milliarden Euro und 15 Milliarden Euro. Möglich wurde das erst mit der Verabschiedung des Fernmeldeanlagengesetzes, welches auch anderen Telekommunikationsanbietern eine Chance auf den freien Markt gab.
Eine schwere Zeit hatte der nächste Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke, als das Unternehmen in den Turbulenzen der Krise Stellen Abbauen musste und die Schulden zunehmend zur Last wurden. Außerdem lag der Aktienkurs immer noch relativ niedrig, weshalb man 4,5 Prozent an einen amerikanischen Investor, die „Blackstone-Gruppe“ verkaufte.
Auch die folgende Ära Obermann ist kein Meilenstein. Der Sparkurs wurde fortgesetzt, 50.000 Mitarbeiter in die Tochtergesellschaft T-Services ausgegliedert und eine Discount-Marke namens "Congstar" gegründet. Die Überwachungsaffäre beschmutzte den Namen des Unternehmens. Doch auch positive Nachrichten, wie der Verkauf des "iPhones" und die angekündigte Verschmelzung von T-Mobile und T-Home brachten das Kult-Unternehmen in die Schlagzeilen.
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