Geschlossene Fonds: Was sind die Chancen und Risiken?
Die geschlossenen Fonds unterscheiden sich deutlich von den weit besser bekannten offenen Investmentfonds. Sie bieten ihren Anlegern vor allem steuerliche Vorteile, weisen aber auch Risiken auf.
Die geschlossenen Fonds werden im Englischen als closed-end funds (CEF) bezeichnet und sind in den meisten Börsenportalen auch unter dieser Bezeichnung zu finden. Die Idee hinter dieser Art von Fonds ist, dass nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt in sie investiert werden kann, sondern nur während eines begrenzten Platzierungszeitraumes. Dieser Zeitraum kann drei Monate bis ein Jahr lang sein und in einigen seltenen Fällen auch nur wenige Tage. Der verkaufte Fonds wird dann geschlossen. Beliebt sind in diesem Segment Immobilien oder auch Schiffe, alternative Anlagen wie Windkrafträder und früher auch aufgrund steuerlicher Begünstigung Medienfonds.
Der Verkauf des Fonds beginnt mit der Veröffentlichung des Fondsprospektes und endet mit dessem vollständigen Verkauf. Bei dem Verkauf von Fonds spielen die Prospekte eine herausragende Rolle, da diese nicht nur alle relevanten Informationen für die Anleger bereithalten, sondern die Emittenten und das Konsortium für die Angaben des Prospektes haften und dieses sogar durch Wirtschaftsprüfer kontrolliert wird. Diese Prospekthaftung ist notwendig, um die Anlageentscheidungen der Investoren zu schützen.
Die geschlossenen Fonds werden mit dem Ziel einer überdurchschnittlichen Rendite nach Steuern aufgesetzt. Erreicht werden soll dieses Ziel durch die Ausnutzung steuerlicher Besonderheiten der Anlagegüter. So können etwa die Abschreibungsmöglichkeiten auf Immobilien genutzt werden. Außerdem ergibt sich bei den geschlossenen Fonds eine geringere Kassenhaltung, da keine Barreserven bereitgehalten werden müssen für ausstiegswillige Anleger.
Es ergeben sich aber auch Nachteile. So sind die geschossenen Fonds nicht Teil der Einlagensicherungsfonds, so dass nur das Eigenkapital als Haftungsmasse dienen kann. Hier müssen entsprechende Versicherungen abgeschlossen werden, um diesen Nachteil auszugleichen. Außerdem kann es bei GbR-Fonds zu einer Nachschusspflicht kommen, wenn sich ein wirtschaftlicher Erfolg nicht einstellen möchte. Schließlich sollte man beachten, dass die Vollständigkeitsprüfung des Fondsprospektes keine Richtigkeitsprüfung ist.
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