Bonus-Zertifikat: Welche Chancen es bieten kann
Der Markt für Wertpapiere wird seit einigen Jahren auch von den sogenannten Zertifikaten bestimmt. Hierbei wird ein bestimmtes Wertpapier nicht direkt gekauft, sondern der Wert des Zertifikats daran gekoppelt.
Der Handel mit Wertpapieren hat insbesondere in den vergangenen zwanzig Jahren, aber dem Grunde nach bereits seit seinem Bestehen immer wieder Finanzinnovationen erlebt, die das Börsengeschehen maßgeblich beeinflussen und das Anlegerverhalten verändert haben. Für viele professionelle und auch einfache private Investoren ist es längst nicht mehr üblich, nur Aktien in ihrem Portfolio zu halten. Vielmehr halten immer mehr Anleger nach Alternativen Ausschau, die entweder deutlich höhere Renditen versprechen oder aber gänzlich andere Risikoprofile aufweisen, als die üblichen Titel aus dem Bereich der Aktien. Eine dieser alternativen Anlageformen ist das Zertifikat.
Zertifikate werden von praktisch allen Banken angeboten, der Begriff fällt in vielen Beratungsgesprächen und Zertifikate sind auch immer wieder Bestandteil komplexerer Finanzprodukte, die sich aus mehreren einzelnen Produkten zusammensetzen. Es ist deshalb sinnvoll, sich mit dem Konzept dieser Wertpapiere vertraut zu machen. Wenn von Zertifikaten die Rede ist, sind damit im Grunde Schuldverschreibungen gemeint, die jedoch die Besonderheit aufweisen, dass in ihnen eine derivative Komponente enthalten ist. Der Begriff des Derivats entstammt ebenfalls der Welt der Finanzinnovationen und meint Wertpapiere, deren Wert von der Entwicklung eines anderen, sogenannten Basiswertes abhängt. Fällt der Wert dieses anderen Wertpapiers, fällt also auch der Wert des Zertifikats und umgekehrt. Diese Kopplung macht die Risikostruktur von Zertifikaten komplexer, bietet aber auch eine Reihe von zusätzlichen Renditechancen.
Die Bonus-Zertifikate wiederum sind eine besondere Unterform des Zertifikats. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass hier neben einer Beteiligung an der Kursentwicklung des Basiswertes auch eine Beteiligung an der Dividendenausschüttung einer Aktie vorhanden ist. Definiert werden dazu ein Bonuslevel und eine Bonusbarriere. Fällt der Kurs des Basiswertes unter den Bonuslevel, wird der Anleger zum Ausgleich für den Kursverlust an der Dividendenausschüttung beteiligt. Fällt der Kurs jedoch weiter unter die Barriere, findet eine solche Beteiligung nicht mehr statt. Diese Bonus-Zertifikate bieten also in gewissen Grenzen eine Absicherung gegenüber Kursverlusten.
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