Wie funktioniert ein Girokonto auf Guthabenbasis?
In Deutschland muss jedem Menschen die Möglichkeit eingeräumt werden, am bargeldlosen Zahlungsverkehr mithilfe eines Girokontos teilzunehmen. Ob das Konto nur auf Guthabenbasis geführt wird, hängt von den Umständen ab.

Wer ein Konto auf Guthabenbasis eröffnet, schränkt das den Inhaber des Girokontos in einem nicht unerheblichen Maß ein. Zwar hat er jetzt ein Konto, über das er Zahlungen empfangen und Überweisungen tätigen kann, aber er muss stets darauf bedacht sein, dass sein Girokonto eine ausreichende Deckung aufweist. Der Begriff Guthabenbasis besagt, dass Überweisungen oder Lastschriften seitens der Bank nur dann ausgeführt werden, wenn ein entsprechendes Guthaben auf dem Konto vorhanden ist. Auch Bargeld erhält der Kontoinhaber nur in dem Rahmen, in dem sein Konto ein Guthaben aufweist. Die ansonsten für Girokonteninhaber selbstverständliche EC-Card bekommt ein Kunde, der sein Girokonto auf einer reinen Guthabenbasis führt, ebenfalls nicht. Er erhält eine Kundenkarte des entsprechenden Kreditinstitutes, die ihn berechtigt, seine Kontoauszüge zu ziehen und an Automaten seiner eigenen Hausbank auch Bargeld abzuheben.
Ist das Guthaben auf dem Girokonto erschöpft, lässt die Bank automatisch keine weiteren Abbuchungen zu. Jede vorgelegte Lastschrift wird zurückgewiesen. Dadurch entstehen Kosten, die der Kontoinhaber tragen muss. Zusammen mit den anfallenden Kontoführungsgebühren können solche Kosten für zurückgegangene Lastschriften wiederum dazu führen, dass der Guthabensaldo, der durch einen neuen Zahlungseingang auf dem Girokonto entsteht, von vornherein deutlich geringer ausfällt als erwartet. Da die Banken, auch wenn sie den Kunden lange kennen, nicht erlauben dürfen, dass ein Konto auf Guthabenbasis auch nur um einen Euro in einen Minussaldo gehört, sind solche Konten zwar notwendig, aber nicht unbedingt praktisch. Wer also nicht zwangsläufig ein Girokonto führen muss, das nur auf einer Guthabenbasis funktioniert, sollte sich dieser Einschränkung freiwillig nicht unbedingt unterziehen. Für Personen, die rasch den Überblick über ihre Finanzen verlieren und deshalb gelegentlich in Situationen geraten, in denen sie nicht mehr zahlungsfähig sind, ist ein Girokonto, das nur auf einer reinen Guthabenbasis geführt werden darf, aber auch eine sehr gute Möglichkeit, ihre finanzielle Lage selbst wieder in den Griff zu bekommen.
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Kommentare
Zitat von Anleger1981ich habe gelesen, dass jede Bank ein "Guthabenkonto" bereitstellen muss.
Lesen bildet zwar, hier hat es aber nicht viel gebracht.
Richtig wäre gewesen:
Es gibt eine Selbstverpflichtung der Banken bezüglich eines Guthabenkontos, und es gibt in manchen Bundesländern einen Kontrahierungszwang der Sparkassen, "sofern nichts gegen die Kundenbeziehung spricht".
In der Praxis ist es eher so, daß Du Deinen Anspruch durch alle Instanzen einklagen kannst (teilweise ohne Erfolg), oder daß die Bank sagt: "O.k., hier ist das Konto, kostet monatlich 20€".
Zitat von Anleger1981Oft ist dieses aber mit mtl. Kosten verbunden.
Ich finde es auch schlimm, daß sich Banken erdreisten, für ihre Dienstleistung Gebühren zu berechnen.
Oft ist dieses aber mit mtl. Kosten verbunden.
Eine Bank, welche sich getraut, jedermann ein einfaches Konto nur für Überweisungen vom und zum Konto, + MasterCard zu Abheben und Bezahlen zu geben, ist die Schwäbische Bank (http://www.global-mastercard.de).
Das ganze gibt es auch als Geschäftskonto (falls wegen negativer Schufa des Geschäftsinhabers niemand anderes ein Geschäftskonto eröffnet).
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