Neuigkeiten zur ams-OSRAM Aktie

Nachrichten
05.03.26 Analysten Monitor |
02.03.26 EQS Group AG |
23.02.26 Business Wire (dt.) |
10.02.26 dpa-AFX |
10.02.26 dpa-AFX |
Tradegate
| Börsenplatz | Tradegate |
| Letzter Kurs | 9,1700 EUR |
| Performance | +2,12 % |
| Kurszeit | 18:16:11 |
| Volumen | 4,05 Tsd.Stk. |
| Vortageskurs | 8,9800 EUR |
| 52-Wochen Hoch | 14,340 EUR |
| 52-Wochen Tief | 5,4000 EUR |
| 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026e | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz je Aktie | 18,44 | 36,35 | 35,48 | 33,23 | - |
| KGV | -40,26 | -1,43 | -0,79 | -6,33 | -29,32 |
| Gewinn je Aktie | -1,70 | -16,33 | -8,14 | -1,30 | -0,31 |
05.03.26 Analysten Monitor |
02.03.26 EQS Group AG |
23.02.26 Business Wire (dt.) |
10.02.26 dpa-AFX |
10.02.26 dpa-AFX |
| 2023 | 2024 | 2025 | ||
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 3.590 | 3.428 | 3.323 | |
| EBITDA | 434 | 395 | 527 | |
| EBIT | -1.458 | -547 | 102 | |
| Gewinn | -1.613 | -786 | -130 |
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FuW vom 15.01.2026: Marktgerüchte zur Portfolioveräusserung
Wird AMS Osram in zwei zerlegt?
Laut Insidern steht der Halbleiterkonzern kurz vor dem Verkauf von Unternehmensteilen an Infineon. Dass dabei höhere Gebote ignoriert worden sein sollen, wird scharf kritisiert.
In Kürze:
AMS Osram steht offenbar kurz davor, grosse Teile des Geschäfts zu veräussern. Als Käufer ist der deutsche Halbleiterkonzern Infineon im Gespräch, berichten Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind. Der kolportierte Preis liegt bei 550 Mio. €. Insider berichten von anderen Bietern, die bereit gewesen sein sollen, mehr als das Doppelte zu zahlen. Diese Offerten seien vom Management offenbar nicht in gebührendem Masse berücksichtigt worden, wird kritisiert. Ein Kenner der Verhandlungen bewertet die Situation so: «AMS Osram steht vor einer Zerschlagung, bei der die einstige Fusion rückabgewickelt wird – zulasten der Aktionäre.»
Vergangenen April kündigte AMS Osram an, «strategische Optionen für bestimmte Unternehmensteile mit angestrebten Erlösen von deutlich über 500 Mio. € als Teil seines beschleunigten, umfassenden Plans zum Schuldenabbau» zu prüfen. Seit der Verschmelzung von AMS und Osram vor fünf Jahren belasten die Verbindlichkeiten. Das Management unter CEO Aldo Kamper und CFO Rainer Irle hat schon einiges unternommen: Kapitalerhöhung, Verkauf von kleineren Geschäften, Platzierung von Anleihen, den teilweisen Rückkauf einer Wandelanleihe und mehr. Die Nettoverschuldung belief sich Ende September dennoch auf mehr als 2 Mrd. €. Nach dem Zusammenschluss 2021 war die Last ähnlich drückend – in einem vorteilhafteren Zinsumfeld.
Interesse nur am Know-how?
Deshalb nun der radikale Schnitt. Dem Vernehmen nach soll Infineon an Know-how – an Ingenieuren und Patenten – vor allem aus den Bereichen Medizin, Industrie und Automotive interessiert sein. Das Geschäft mit Apple sei nicht im Deal enthalten, ebenso wenig die österreichische Halbleiterfabrik. Beobachter sind besorgt, dass die Deutschen das Wissen in eigene Werke transferieren. Sie fürchten das Aus für den ehemaligen AMS-Standort Unterpremstätten.
Dort, in der Nähe von Graz, unterhält das Unternehmen eine moderne 200-mm-Wafer-Fabrikation für Analog- und Mixed-Signal-Schaltkreise. Geplant sind derzeit Investitionen von mehr als 500 Mio. € in den Ausbau im Rahmen des European Chips Act. AMS Osram erhält dadurch Beihilfen von mehr als 200 Mio. €, genehmigt von der EU, ausgezahlt von Österreich. Ein Teil der Produktionskapazitäten wird an externe Partner vergeben. AMS Osram agiert als Auftragsfertiger.
Von AMS Osram hiess es lediglich, es würden Gespräche "unter langfristiger Sicherung des Standortes in Premstätten" stattfinden. Darüber hinaus lehnte ein Sprecher eine Stellungnahme ab. Ein Vertreter von Infineon gab ebenso keinen Kommentar.
Insider berichten, der grösste Halbleiterkonzern Europas habe sein Angebot von anfangs mehr als 700 Mio. € im Verlauf der Gespräche massiv nach unten korrigiert. Gründe sehen sie unter anderem in der Verhandlungsführung des AMS-Osram-Managements.
Namhafte Private-Equity-Häuser, unter anderem aus den USA und Schweden, seien trotz teils deutlich höherer Gebote nicht zum AMS-Osram-Vorstand durchgedrungen. Weiter ist aus Kreisen potenzieller Interessenten zu hören, dass teils Treffen nur mit der Investmentbank Morgan Stanley stattgefunden hätten, die mit dem Verkaufsprozess betraut worden ist. Einem Konsortium von österreichischen Investoren seien Gespräche ganz verwehrt geblieben, hiess es.
Zum Ende des Verkaufsprozesses, so wird weiter berichtet, hätten sich nur noch Infineon und Indie Semiconductor aus den USA im Bieterprozess befunden. Bei den Amerikanern ist Mark Tyndall der Spezialist für Übernahmen und Zukäufe. Der ehemalige Manager von Dialog Semiconductor führte 2014 bereits die Gespräche mit AMS, als eine "Fusion unter Gleichen" geplant war, aber nicht zustande kam.
Indie habe 1,4 Mrd. € geboten, inklusive der Übernahme der österreichischen Halbleiterfabrik. Das auf den Autosektor spezialisierte Halbleiterunternehmen kommt auf eine Marktkapitalisierung von weniger als 900 Mio. $. Gemäss Schätzungen von Analysten belief sich der Verlust im vergangenen Jahr auf mehr als 60 Mio. $.
Es steht also der Vorwurf im Raum, die Einbeziehung von Indie sei nur ein taktisches Manöver gewesen. Kritiker werfen die Frage auf, ob das Verfahren lediglich dazu gedient haben könnte, einen Wettbewerb zu suggerieren – während die Entscheidung für Infineon intern längst festgestanden haben soll.
Vorwürfe wegen Siemens-Verknüpfungen
Um diesen Vorwurf zu unterstreichen, führen Kritiker den Anschein von Interessenkonflikten wegen der engen Bande zwischen AMS Osram und Infineon sowie der ehemaligen Mutter Siemens an: Kamper etwa verbrachte 25 Jahre bei Osram, bis 2013 ein Bereich von Siemens, zu der bis 1999 auch Infineon gehörte. Die Hälfte des AMS-Osram-Aufsichtsrats verbrachte Teile des Berufslebens bei Siemens oder Infineon, Arunjai Mittal und Kin Wah Loh sogar als Vorstandsmitglieder des Halbleiterkonzerns. Ein AMS-Osram-Sprecher kommentierte die Anschuldigungen nicht.
Die Beobachter kritisieren auch die Logik der Veräusserung: «Die profitablen Perlen des Konzerns – die margenstarken Bereiche Industrie, Medizintechnik und Automotive – werden geopfert, um das chronisch schwächelnde LED-Kerngeschäft künstlich am Leben zu erhalten.» Gelingt der Deal wie kolportiert, entspricht das faktisch einer Rückabwicklung der AMS-Osram-Fusion. Dass es klappt, scheint allerdings noch nicht ausgemacht. Einerseits wird berichtet, der Aufsichtsrat entscheide schon kommende Woche – von anderer Seite heisst es, es fehlten noch entscheidende Details in den Verträgen mit Infineon. Wie immer bei AMS Osram: Es bleibt spannend.
Quelle: https://www.fuw.ch/wird-ams-osram-in-zwei-zerlegt-7102939167…
Zu Deiner Aussage im anderen Forum "Was ich mich eben frage, warum verneint Herr Kamper dann nicht einfach, wenn nichts dran ist an dem Gerücht mit Meta?
Tut er nicht. Weil eben was dran ist. Also so sehe ich dies eben."
Wobei ich natürlisch schmunzeln musste:
Ein bekannter Foristi aus dem Cash-Forum schreibt seit über 7 Jahren:
„Seit 2018 haben die Leerverkäufer Schuld am Kursdesaster“
FuW dagegen:
"«Übergangsjahr»: AMS-Osram-Aktionäre kennen diese euphemistische Umschreibung für eine Phase, in der weniger das operative Geschäft als vielmehr die nächste Transformationsrunde zählt. Seit Langem reiht sich eine Zäsur an die nächste: zunächst 2019 die Zustimmung der Osram-Aktionäre zur Übernahme durch AMS, dann ein Coronajahr, das den Zusammenschluss bremste. 2021 traf der Verlust wichtiger Apple-Aufträge den jungen Konzern. 2022 wurde offensichtlich, dass der Osram-Kauf des früheren Managements unter CEO Alexander Everke den finanziellen Spielraum überstrapazierte. 2023 bestimmten der Führungswechsel und eine Kapitalerhöhung die Agenda. 2024 sagte Apple überraschend ein Grossprojekt ab. Und 2025 zeigt sich, dass die Märkte von AMS Osram stagnieren (vgl. Grafik). Schon heute ist absehbar: Auch 2026 wird wieder mehr über Umbau und Bilanzfragen gesprochen werden als über das laufende Geschäft."
Kurz zusammengefasst, kommt alles 2026 wie geschrieben, so sind das heute gute Kaufkurse.
Kommt es nur ansatzweise so, sind es gute Gelegenheiten sich ein paar Stücke zu holen.
Sind dies alles nur leere Versprechungen, so war es das wohl mit dem vertrauen und auch mit so Kursen wie aktuell.
Wie man es macht ist oder kann es falsch sein hier bei AMS. Man sollte sich jedenfalls im Klaren sein mit seiner Strategie.
Geht man Long auf Jahre, weil man vertraut, Sucht man die Trigger die den Kurs durch News (Gerücht Meta, Verkauf verschiedener Bereiche, Fabrik in Kulim, usw.,) nach oben schießen langen könnten, oder geht man einfach Big Short, weil es AMS so in ein paar Jahren nicht mehr geben wird.
Vermutlich liegt wie immer die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Es wird wohl nie Perfekt sein oder werden. Das verlange ich aber auch nicht.
Ich verlange 2026 von AMS-Osram einen weiteren schritt in die richtige Richtung. Dann folgt der Kurs ohnehin.
Für mich ist es wichtig wie angekündigt die Zinslast der Schulden 2026 auf ca 100Mio zu drücken. Weiter zu Wachsen und Operativ zu zeigen, man kann!
Für mich wird auch aus dem Gerücht zu Meta etwas handfestes werden. Aber eben für mich und ohne hier jemanden zu etwas verleiten zu wollen.
Auch interessiert mich ein schlechtes Quartal nicht. Solange das gesamte passt. Hier ist vieles möglich. Am meisten wohl über Jahre. Kurzfristig kann man jedoch sicher einiges auch mitnehmen. Die Chancen sind dafür jedenfalls höher als ein Totalverlust 2026. Das Timing ist und bleibt wie immer das Salz in der Suppe.
Sehe ich mir den Chart an, so könnte es gut sein das wir weiter steigen. Natürlich mit Rücksetzern. Ich würde sogar behaupten, dass wir 2025 zweistellig beenden.
Aber das sind nur meine Spekulationen. Keine Behauptungen oder sonstiges.
Ich bleibe jedenfalls entspannt und gebe Zeit.
Interview mit Aldo Kamper, CEO von AMS Osram
«2026 wird wohl erneut ein Jahr des Übergangs»
Herr Kamper, nach den Quartalszahlen sind die AMS-Osram-Aktien mal wieder abgestürzt. Frustrierend?
Die Freude bei unseren Investoren hält sich sicher in Grenzen. Viele können die Kursreaktion aber nicht nachvollziehen, da die Schwäche im Automobilgeschäft bekannt war. Sowohl unsere Devestitionen als auch die Entschuldung rücken jetzt in den Fokus.
Beobachter bemängeln die Unsicherheit, wie genau AMS Osram in Zukunft aussehen wird.
Das verstehe ich, aber wir befinden uns in einer strategischen Neuausrichtung und können aus verständlichen Gründen nicht zu viel verraten. Wir prüfen mehrere Optionen, daher lässt sich noch nicht sagen, welche wir umsetzen. Entscheidend ist, den Prozess zügig abzuschliessen – dann herrscht Klarheit.
Wann wird es so weit sein?
Wir wollen Entscheidung, Abschluss und Mittelzufluss bis zum nächsten Herbst schaffen, also zwölf Monate vor Fälligkeit der 2027er-Wandelanleihe. Angesichts der üblichen Abschlusszeiten sollten wir in den kommenden sechs Monaten entscheiden.
Sie wissen aber selbst nicht, welcher Käufer welche Teile nimmt – also wie sich AMS Osram nach der Devestition entwickeln wird?
Wir prüfen derzeit mehrere Optionen parallel und werden diejenige wählen, die für AMS Osram die besten strategischen Chancen eröffnet und unser Entschuldungsziel gut unterstützt. Die endgültige Entscheidung steht noch aus.
AMS Osram bleibt eine Dauerbaustelle.
Das Unternehmen kommt aus einer schwierigen Ausgangslage, und wir arbeiten uns konstant und gezielt Schritt für Schritt voran. Gegenwind gehört dazu. Heute ist die Welt aber auch unruhiger, die Planbarkeit geringer.
«Das Unternehmen kommt aus einer schwierigen Lage, und wir arbeiten uns Schritt für Schritt voran.»
Wo liegen in dieser unsicheren Welt die Wachstumsfelder für AMS Osram?
Im Automobilbereich steigt der Einsatz optischer Halbleiter pro Fahrzeug weiter. Unsere neue Frontscheinwerfertechnik mit 25’000 LED-Pixeln, die etwa Markierungen oder Warnungen auf die Strasse projiziert, findet grosses Interesse, vor allem in China und Europa. Im Consumer-Geschäft sind wir mit unseren Sensoren sehr gut positioniert. Neue Chancen ergeben sich darüber hinaus durch Augmented Reality: Künstliche Intelligenz ermöglicht Infos direkt im Brillenglas, was für Nutzer – und uns – spannend wird.
Arbeiten Sie hier mit Meta zusammen?
Wir kommentieren Gerüchte zu Kundenbeziehungen nicht.
Aber es ist doch kein Zufall, dass Meta ausgerechnet Personal in Regensburg sucht – einem der wichtigsten Standorte von AMS Osram.
Wie gesagt, kein Kommentar.
Was macht AMS Osram für die Klientel im Augmented-Reality-Bereich so interessant?
Es geht nicht einfach um ein Display, sondern um kleine Projektoren in der Brille, die das Bild ins Sichtfeld des Nutzers bringen. Das ist die logische Weiterentwicklung unserer Scheinwerfertechnologie: Wir nutzen viele kleine Pixel, die sich gezielt steuern lassen. Genau hier passen unsere Technologien extrem gut, und wir sind überzeugt, dass wir in diesem Markt eine starke Position aufbauen können.
«Der Autobereich wird auch langfristig der grössere bleiben.»
Das Consumer-Geschäft drängt den Automobilsektor zunehmend in den Hintergrund.
Das Autogeschäft im Halbleiterbereich ist weiterhin deutlich grösser als das für Consumer. Kurzfristig wirkt Consumer stabiler, aber mittelfristig sehe ich die Wachstumsaussichten in beiden Bereichen als gleichwertig. Der Autobereich wird auch langfristig der grössere bleiben.
Und sehen Sie im Autogeschäft Licht am Ende des Tunnels?
Man sollte das nicht zu negativ sehen. Zwar steckt die Branche in Europa in einem Umbruch, global wächst sie jedoch. Wer weltweit gut positioniert ist – etwa in China, wo wir stark sind –, hat weiter ein solides, profitables Autogeschäft.
Das Volumen künftiger Produkte bei Kunden belief sich zuletzt auf 4 Mrd. €. Schaffen Sie das Jahresziel?
Ja, die angepeilten 5 Mrd. € sind realistisch. Besonders positiv: Die Design Wins gehen in die Breite. Unser Wachstum hängt nicht von wenigen Grossprojekten ab.
Damit erreichen Sie Ihr Mittelfristziel, ab 2027 jährlich zwischen 6 bis 10% zu wachsen?
Das entspricht unserem Zielkorridor.
In Sachen Profitabilität sieht es weniger rosig aus. Hier hat AMS Osram zuletzt im Quartal 19,5% geschafft, nur dank Einmaleffekten. Wie wollen Sie auf eine Ebitda-Marge von 20 bis 24% ab 2027 kommen?
Das sollte man nicht überbewerten – fast jedes Quartal hat irgendwelche Sondereffekte. Mittelfristig wollen wir die Ergebnisqualität steigern: durch Optimierungen, Projekte mit höheren Margen und organisches Wachstum. So erreichen wir unser Margenziel.
Dieses Jahr schafft AMS Osram noch keinen Gewinn. 2026 dann?
Wir geben grundsätzlich keine Jahresprognosen.
«Wir müssen uns darauf einstellen, zunächst kleiner zu werden.»
Also stehen wir vor einem weiteren «Übergangsjahr»?
Durchaus, 2026 wird wohl erneut ein Jahr des Übergangs. Bei moderater Marktdynamik fokussieren wir auf Kostenoptimierung, die Umsetzung von Design Wins und neue Produkte. Gleichzeitig verändern Devestitionen wie der angekündigte Verkauf des Speziallampengeschäfts das Unternehmen: Wir müssen uns darauf einstellen, dadurch zunächst kleiner zu werden und die Organisation entsprechend anzupassen.
Der Schritt, den Sie jetzt planen, fällt noch umfassender aus als alle Verkäufe, die es bisher gab?
Richtig. Wir streben Transaktionen an, die uns mehr als 500 Mio. € Erlös bringen. Mit dem Verkauf des Bereichs Entertainment and Industry Lamps für 114 Mio. € an den japanischen Konzern Ushio haben wir einen ersten Meilenstein erreicht.
Sparen müssen Sie noch dazu. Erreichen Sie das Ziel von 225 Mio. € vor Ende 2026?
Das schaffen wir sogar deutlich früher. Mit den bereits realisierten 185 Mio. € haben wir das Ziel für dieses Jahr übertroffen. Das Gesamtziel werden wir spätestens Mitte nächsten Jahres erfüllt haben.
Und dann kommt ein neues Sparprogramm?
Kostenoptimierung begleitet uns kontinuierlich. Neben Strukturmassnahmen geht es auch um Produktkosten: Wir achten auf ein Portfolio, das sowohl im High End als auch bei einfachen, preissensitiven Produkten überzeugt.
Entlassungen gehören auch zum Sparen. Sie schliessen das Werk Schwabmünchen mit 270 Mitarbeitern. Wieso ist der Verkauf gescheitert?
Das Werk produziert vor allem Vormaterialien für Halogenlampen, deren Nachfrage durch den Trend zu LED-Technologie stark gesunken ist. Ein Käufer hätte ähnliche Herausforderungen gehabt – der Standort wird zu klein, um ihn wirtschaftlich zu betreiben.
Zugleich erweitert AMS Osram den Standort Unterpremstätten – mit EU-Geldern. Wieso?
Das sind verschiedene Themen. In der Nähe von Graz bauen wir den Standort für neue Sensor- und ASIC-Generationen aus, mit Unterstützung von Österreich und Genehmigung der EU. Zudem bieten wir dort Chipfertigung als Service für europäische Kunden.
«Wir gehen davon aus, dass die erste, grosse Tranche der EU-Fördergelder sehr wahrscheinlich noch 2025 kommt.»
Die EU-Gelder brauchen Sie für das Ziel, einen freien Cashflow von 100 Mio. € in diesem Jahr zu generieren. Fliessen die Mittel noch 2025?
Wir gehen davon aus, dass die erste, grosse Tranche der Fördergelder sehr wahrscheinlich noch dieses Jahr kommt. Nach einer abschliessenden Prüfung der Maschinen und der Fertigungsanlagen sollen sie zügig ausgezahlt werden, wurde uns mitgeteilt.
Eine Produktionsstätte in Malaysia steht auch zur Disposition, seit Frühjahr 2024 schon. Wieso harzt es?
Der Verkauf der Fabrik in Kulim dauert, weil Teile des Halbleitermarktes derzeit wenig dynamisch sind. Die Fabrik ist voll ausgestattet und gut gelegen. Es gibt mehrere Interessenten, allerdings noch keinen Käufer.
Brauchen Sie das Geld aus diesem Verkauf?
Das Gebäude ist nur geleast. Der Verkauf würde vor allem die Bilanz entlasten: Schulden von mehr als 400 Mio. € würden wegfallen und laufende Kosten für die ungenutzte Fabrik.
Mit Blick auf die Bilanz: Auch die Eigenkapitalquote ist für ein Industrieunternehmen viel zu niedrig. Müssen sich Aktionäre auf eine weitere Kapitalerhöhung einstellen?
Wir steuern das Unternehmen nicht nach der Eigenkapitalquote. Wir müssen die Schulden senken, das Ergebnis verbessern, dann steigt auch die Quote.
Also keine weitere Kapitalerhöhung?
Der operative Erfolg spielt eine viel wichtigere Rolle für uns als Bilanzkennziffern.
Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu bereinigtem Ebitda soll unter 2 sinken. Wann?
Dafür müssen alle Schritte zum Schuldenabbau gelingen, inklusive des Verkaufs der Fab in Malaysia. Das wird insgesamt sicher noch einige Zeit dauern.
Bei unserem letzten Gespräch vor zwei Jahren gab es zwei Produkte, die Know-how von AMS und Osram nutzen. Sind es inzwischen mehr geworden?
Wir arbeiten an der nächsten Generation dieser Produkte und prüfen weitere, über die wir noch nicht im Detail sprechen können. Unsere Scheinwerfer- und Innenbeleuchtungslösungen kommen sehr gut an.
Aber es sind immer noch nur zwei Produkte?
Momentan ja, aber es wird mehr geben.
«Eine Kultur zu prägen, ist eine Daueraufgabe.»
Sind AMS und Osram sechs Jahre nach der Zustimmung der Aktionäre zur Verschmelzung heute eins?
Wir entwickeln uns zunehmend zu einem Unternehmen mit gemeinsamer Kultur und gemeinsamen Werten. Ob Premstätten oder Regensburg, man merkt kaum Unterschiede: Beide Standorte sind auf ihrem Gebiet führend, Entwicklung und Fertigung arbeiten Hand in Hand.
Die Verschmelzung dauert erstaunlich lange.
Eine Kultur zu prägen, ist eine Daueraufgabe.
Osram-Altaktionäre klagen noch wegen des Übernahmepreises – eine sehr deutsche Angelegenheit. Wann erwarten Sie ein Urteil?
Der Fall wird sich noch weit ins nächste Jahr ziehen. Bisher hat sich das Gericht damit noch nicht abschliessend beschäftigt.
Welche Auswirkungen hat die Entscheidung?
Wir erwarten kaum Folgen. Für die noch ausstehenden rund 12% der Osram Licht AG im Wert von rund 520 Mio. € zahlen wir etwa 8% Zinsen – ähnlich wie bei unserer Kreditfazilität.
In unserem letzten Gespräch haben Sie gesagt: «Mir geht es nicht um ein Kursfeuerwerk.» Das hat geklappt. Seit Ihrem Antritt haben die AMS-Osram-Aktien mehr als drei Viertel verloren. Wann geht es aufwärts?
Investoren überzeugt man nur mit Substanz. Das zeigt unser Vorgehen, und das Feedback hierzu ist positiv. Der Kurs spiegelt unsere Fortschritte noch nicht, da Entschuldung, Leverage und Zinslast im Fokus stehen. Sobald diese Fragen geklärt und operative Performance sowie Cashflow sichtbar sind, wird sich das im Kurs positiv niederschlagen.
Wann werden wir über AMS Osram sprechen, als sei sie ein «normales» Unternehmen?
Gerne nächstes Jahr. Dann werden der Zuschnitt der Gruppe, die Situation der Altaktionäre und das Marktumfeld geklärt sein. Bis dahin haben wir die Basis neu etabliert und neue Produkte eingeführt. Dann können wir ausschliesslich über das operative Geschäft und unsere Strategie sprechen.
AMS Osram ringt weiter um den Turnaround
Die Aktionäre von AMS Osram sind Leid gewohnt. Dieses Jahr lief es zwar nicht schlecht für die Titel des deutsch-österreichischen Chipherstellers. In den vergangenen vier Wochen allerdings haben sie ein Viertel verloren. Nun schwört CEO Aldo Kamper die Aktionäre im Interview erneut auf ein Übergangsjahr ein. Bis Ende 2026 will er den Umbau des Portfolios sowie die Entschuldung grossteils gestemmt haben.
«Übergangsjahr»: AMS-Osram-Aktionäre kennen diese euphemistische Umschreibung für eine Phase, in der weniger das operative Geschäft als vielmehr die nächste Transformationsrunde zählt. Seit Langem reiht sich eine Zäsur an die nächste: zunächst 2019 die Zustimmung der Osram-Aktionäre zur Übernahme durch AMS, dann ein Coronajahr, das den Zusammenschluss bremste. 2021 traf der Verlust wichtiger Apple-Aufträge den jungen Konzern. 2022 wurde offensichtlich, dass der Osram-Kauf des früheren Managements unter CEO Alexander Everke den finanziellen Spielraum überstrapazierte. 2023 bestimmten der Führungswechsel und eine Kapitalerhöhung die Agenda. 2024 sagte Apple überraschend ein Grossprojekt ab. Und 2025 zeigt sich, dass die Märkte von AMS Osram stagnieren (vgl. Grafik). Schon heute ist absehbar: Auch 2026 wird wieder mehr über Umbau und Bilanzfragen gesprochen werden als über das laufende Geschäft.
Paradox ist die Lage allemal: Unter CEO Aldo Kamper und CFO Rainer Irle hat das Management in kurzer Zeit Vertrauen zurückgewonnen. Die Fortschritte des Führungsduos werden von Investoren anerkannt. Trotzdem haben die Aktien von AMS Osram seit Kampers Amtsantritt mehr als ein Viertel eingebüsst – und auch für die kommenden Monate sind wohl keine grossen Kurssprünge zu erwarten. Es gibt im Moment einfach zu viele Fragezeichen.
Für alle, die das Glas halb voll sehen, bietet diese Gemengelage Chancen. Kommen endlich die erwarteten Nachrichten zum Verkauf von Teilen der Produktion in Kulim, Positives zur Entschuldung oder zur Devestition des Portfolios, könnte das den Kurs nach oben hieven. Auch Neuigkeiten zur Kooperation mit Meta bergen Potenzial. Offiziell äussert sich der CEO zwar nicht zu einem gemeinsamen Projekt im Bereich Augmented Reality, doch AMS Osram verfügt über die Technologie – und der US-Tech-Konzern sucht Personal in Regensburg, einem wichtigen Standort der Deutsch-Österreicher. Wer AMS-Osram-Aktien im Depot hat, hält sie; nur Mutige mit Ausdauer kaufen in der gegenwärtigen Situation zu.
FuW-Analyse zu den Quartalszahlen
Solide Zahlen, schwacher Ausblick: AMS Osram stürzen ab
CEO Aldo Kamper spricht von einem «guten Quartal», doch Anleger flüchten. Die Prognose für das Jahresendgeschäft liegt weit unter den Erwartungen.
In Kürze:
In einem schwierigen Umfeld hat AMS Osram ein solides Ergebnis abgeliefert. «Alles in allem ein gutes Quartal. Unser strategischer Fokus zahlt sich aus», sagte Aldo Kamper, CEO des deutsch-österreichischen Chipherstellers. Wegen des schwachen Ausblicks gaben die Aktien am Dienstagmorgen jedoch nach.
In den vergangenen Wochen haben die Papiere des Chipherstellers teils deutlich zugelegt: etwa jedes Mal, wenn von guten Verkäufen der neuen iPhones von Apple die Rede war, oder als bekannt wurde, dass https://www.fuw.ch/ams-osram-aktienkurs-steigt-durch-meta-partnerschaftsgeruechte-176829535572. In den vergangenen Tagen gingen diese Kursgewinne verloren. Am Dienstag ging es zeitweise mehr als 15% nach unten.
US-Währung belastet
Der Umsatz von AMS Osram sank im dritten Quartal um 3% auf 853 Mio. €, vor allem wegen eines schwächeren Dollars und der Ausgliederung von Nicht-Kerngeschäften. Bereinigt um diese Effekte wäre ein Wachstum von rund 9% verbucht worden.
Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) sowie um Sondereffekte bereinigt stagnierte bei 166 Mio. €. Die Ebitda-Marge konnte das AMS-Osram-Management 0,7 Prozentpunkte auf 19,5% verbessern. Der Gewinn sackte 27% auf 27 Mio. € ab. Die Zahlen lagen aber im Rahmen der Erwartungen.
Die Eigenkapitalquote rutschte weiter ab: Die Bilanzkennziffer lag per Ende September nur noch bei 14,9% – zu wenig für ein Industrieunternehmen. Immerhin befindet sich AMS Osram auf dem Weg, die prognostizierten 100 Mio. € an freiem Cashflow in diesem Jahr zu erwirtschaften. Das dürfte Sorgen um weitere Kapitalmassnahmen dämpfen.
Für das laufende Quartal erwartet CFO Rainer Irle einen Umsatz zwischen 790 bis 890 Mio. € (Vorjahr: 882 Mio.) sowie eine Ebitda-Marge zwischen 16 und 19%. Analysten hatten jeweils mit mehr gerechnet.
Vor allem dieser Ausblick sorgte für lange Gesichter. «Die Umsatzprognose liegt im Mittel 5%, der bereinigte Ebitda 15% unter dem Marktkonsens», erklärte Vontobel-Analyst Mark Diethelm. Hinzu komme, dass das Cashflow-Ziel nur erreichbar sei, wenn EU-Fördergelder pünktlich fliessen – «was die Unsicherheit erhöht».
Zudem vermiese die Unsicherheit im Automobilsektor den Ausblick, schreibt das Analystenteam von UBS. Die Lager der Autokunden würden sich zwar leeren, hiess es von AMS Osram, «ohne, dass jedoch ein nennenswertes Wiederauffüllen der Lagerbestände in Sicht war». Die Klientel würde weiter kurzfristig bestellen.
Starkes Sensorgeschäft
Weil es im Geschäft mit Sensoren für Konsumelektronik vergleichsweise gut lief, ist der Bereich nun fast so stark wie das Automobilgeschäft. «Bei unseren Smartphone-Kunden kommen wir gut voran», sagte Kamper. Der Boom werde nun jedoch abflachen. Im dritten Quartal erzielte AMS Osram 239 Mio. € im Auto-, 224 Mio. € im Konsumelektronik- und 174 Mio. € im Industrie- und Medizintechnikgeschäft.
Die News von Apple und Meta haben sich als Strohfeuer entpuppt. Am Ende zählen Fakten, nicht Visionen. Und hier konnte das AMS-Osram-Management dieses Mal nicht überzeugen. Der Rücksetzer vom Dienstag dürfte zwar übertrieben sein, doch überzeugende Argumente für neue Engagements in den Aktien fehlen derzeit.
19:00 Uhr · Markt Bote · US Tech 100 |
18:16 Uhr · dpa-AFX · Bayer |
18:00 Uhr · Markt Bote · Micron Technology |
17:50 Uhr · wO Newsflash · Verizon Communications |
17:48 Uhr · ariva.de · Rheinmetall |
| Name | ams-OSRAM AG |
| Kurzname | ams-OSRAM |
| Namenszusatz | Bearer Shs After capital reduction |
| Kategorie | Aktien |
| Aktientyp | Stammaktien |
| WKN | A40QVT |
| ISIN | AT0000A3EPA4 |
| Symbol | DQW |
| Branche | Halbleiter |
| Land | |
| Referenzwährung | EUR |
| Aktienanzahl | 99,84 Mio. |
| Marktkapitalisierung | 915,57 Mio. EUR |
| Geschäftsjahresende | Dezember |
| Datum | Termin |
|---|---|
| 07.05.2026 | Quartalsmitteilung |
| Wertpapier | Kurs | Perf. % | |
|---|---|---|---|
| 0,7395 | +89,03 | ||
| 6,5800 | +22,99 | ||
| 167,90 | +19,97 | ||
| 6,1500 | +19,42 | ||
| 45,90 | +19,22 | ||
| 1,8000 | -10,00 | ||
| 0,6458 | -12,12 | ||
| 10,000 | -12,28 | ||
| 2,8200 | -17,06 | ||
| 41,00 | -24,96 |
| Name | ams-OSRAM AG |
| Stadt | Unterpremstaetten |
| Land | |
| Webseite | www.ams.com |