Zitat:
"Zitat von Origineller_Name:
-> Der jetztige wird als Abgesandter der eigentlichen
Strippenzieher zwar bis zum bitteren Ende auf seinem Stuhl
bleiben (so er nicht hausintern in Ungnade fallen sollte), aber
ob das ein gutes Ende für die HPH-Aktionäre sein wird, wage ich
ernsthaft zu bezweifeln.
Das versteh ich nicht ganz, was meinst du hiermit
konkret?"
-> Der Satz enthält ja zwei Aussagen - zum einen über den CEO,
zum anderen über die Aussichten für die AKtionäre. Da ich nicht
weiß, auf welchen Teil sich Deine Frage bezieht, erläutere ich
einfach beide.
-> Zum CEO: Ich meine, daß er vor allem die Interessen von
Huadong vertritt. Zu deren Interessen und besonderen
Verquickungen mit HPH, insbesondere zu potentiell umfangreichen
Lizenzgebühren, hatte ich ja schon mehrfach geschrieben. Bitte
dieses Forum einfach danach filtern.
-> Zum bezweifelten guten Ende für die Aktionäre: Ich gehe
davon aus, daß die Chinesen alles daran setzen werden, die Firma
entweder in die Pleite zu treiben, um sich dann exklusiv aus der
Insolvenzmasse zu bedienen (dafür gibt es mit dem Konkurs der
deutschen Paion (ebenfalls Pharma) ein wunderbares Beispiel),
oder aber ihren Besitz- und Stimmanteil massiv auszudehnen - zu
Lasten der restlichen Aktionäre.
-> Wie könnte das passieren? Zum Beispiel, indem man die Firma
kontinuierlich ausbluten läßt (was ja aktuell passiert -> in
ungefähr neun Monaten ist das Geld alle), und dann, wenn nur noch
eine große Kapitalspritze hilft, ebendiese in Form einer
Kapitalerhöhung o.ä. platziert. Nachfolgend ein mögliches(!)
Szenario von vielen:
---> Je näher die drohende Pleite kommt, desto stärker dürfte
der Kurs unter Druck kommen. Insbesondere, falls man von Telix
nichts hört oder aber so spät, daß klar ist, daß das Geld vorher
alle ist. Wenn dann der Kurs zum Beispiel bei 1,50 € stehen
würde, könnte man eine Kapitalerhöhung starten. HPH darf aktuell
das Kapital um bis zu 45 % erhöhen. Ob man die aktuellen
Aktionäre vom Bezug ausschließen darf oder nicht, hängt von
Bezugspreis und der prozentalen Höhe der Kapitalerhöhung ab.
Parallel hat man auch das Recht, Wandelanleihen auszugegebn - für
bis zu 50 % des aktuellen Grundkapitals.
---> Wie auch immer die Ausgabe aussieht, bleibt festzuhalten,
daß sie die bisherigen Aktionäre verwässern würde oder sie aber
eine Stange Geld kostet, um mitzuziehen.
---> Bei Erhöhungen unterhalb 20 % darf das Bezugsrecht für
Aktionäre ausgeschlossen werden (wenn der Emissionpreis nicht zu
stark vom zugrunde zu legenden aktuellen Börsenkurs abweicht).
Dann würde die hiesige Schreiberschaft verwässert werden, ohne
etwas dagegen unternehmen zu können.
---> Man könnte das Kapital aber zum Beispiel auch um 45 %
erhöhen. Dann müßten sich die hiesigen Schreiber überlegen, ob
sie ihrem schlechten Geld bis zu 45 % gutes Geld hinterherwerfen.
Einer der Threadpäpste hier ist ja nach eigener Aussage
sechstellig investiert. Bei einem Investment von dann z.B. noch
100.000 € müßte er dann bis zu 45.000 € nachschießen, um seinen
Anteil zu halten. Wer wäre dazu bereit?
---> Traditionell ist es bei Kapitalerhöhungen bei finanziell
unter Druck stehenden Firmen so, daß sich der Kurs anschließend
im Normalfall nicht grundlegend über das Niveau der
Kapitalerhöhung erheben kann. Ein Grund dürfte sein, daß das
Überleben einer vorher von der Pleite bedrohten Firma nicht
automatisch gesichert ist, nur weil eine KE mal Geld
hereingespült hat. Da der Cashburn dann zumeist auf absehbare
Zeit weitergeht, bleibt der Kurs für gewöhnlich weiter unter
Druck, da ja die nächste Kapitalerhöhung oder aber die Pleite
droht. Ein weiterer Grund ist, daß ja ein eventueller zukünftiger
Gewinn der Firma nun durch eine wesentlich höhere Zahl von Aktien
geteilt werden muß, womit der vergleichbare Gewinn/Aktie sinkt -
und zwar definitv. Damit ist das Erreichen früherer Kurshöhen nur
bei Überperformance möglich. Zum dritten neigen Zeichner von
Kapitalerhöhungen dazu, Gewinne aus den neu erworbenen Aktien zu
realisieren. Das ist schon auf der Kleinanlegerseite so, erst
recht aber bei denen, die Überbezug gezeichnet haben - also die
neu auszugebenden Aktien, welche von den dazzu berechtgten
Zeichnern nicht gezeichnet werden.
---> Würde der oben genannte Threadpapst also z.B. nur für
25.000 € zeichnen, gehen neugezeichnete Aktien im Wert von 20.000
€ an jemanden, der Überbezug geordert hat. Dieser hat dann
prozentual mehr neue Aktien, was seinen Durchschnittskurs senkt,
und seine theoretische Gewinnschwelle niedriger werden läßt.
---> Am meisten profitieren dabei sogenannte Backstopper, die
sich, auch wenn sie bisher gar keine AKtien haben, verpflichten,
alle Überbezugsaktien (oder auch nur einen Teil davon) zu
zeichnen. Das kann die Bank sein, die die Kapitalerhöhung
begleitet, ein finanzstarker Großaktionär (z.B. Huadong!) aber
auch ein x-beliebiger Fonds. Der Clou für den Fonds oder die Bank
ist, daß ihr AKtienbestand dann nur aus neuen AKtien besteht.
Ihre Gewinnschwelle liegt also deutlich niedriger als die der
Altaktionäre, die zumeist (auch hier im Forum!) einen deutlich
höheren Durchschnittskaufkurs haben. Die von der Bank oder dem
Fonds bezogenen Aktien können damit weit unterhalb des
Durchschnittskurses der Altaktionäre mit Gewinn verkauft werden.
Und das werden sie dann auch, denn die Bank oder der Fonds haben
ja mit 99,9-prozentiger Wahrscheinlichkeit kein Interesse an
einem langfristigen Engagement sondern am schnellen Rubel. Der
Abverkauf dieser Aktien lastet dann für gewöhnlich für lange Zeit
auf dem Kurs. Zusammen mit den AKkien der Altaktionäre, die auch
ihre neuen Aktien mit Gewinn abstoißen wollen.
---> Damit ist dem Kurs häufig für lange Zeit, meist aber für
immer, der Stecker gezogen. Das die Altaktionäre ihre
Durchschnittskurse wiedersehen, ist damit sehr unwahrscheinlich.
---> Soweit die Erklärung!
---> Dabei bleibt es aber im Falle HPH nicht. Schon jetzt ist
(sehr) wahrscheinlich, daß selbst eine im nächsten Jahr
anstehende Kapitalmaßnahme nicht ausreichen dürfte, um die Firma
in die Gewinnzone zu führen. Dazu verschlingen Forschung und
Overheads viel zu viel Geld. Selbst nach einer möglichen
Zulassung von TLX250 dürfte das Geld nicht reichen, da der
HCRx-Zulassungsbonus bis dahin deutlich zusammengeschrumpft sein
dürfte und seine finazielle Reichweite somit berenzt.
Gleichzeitig sind die potentiellen TLX250-Lizenzgebühren in
bedeutender Höhe bereits an HCRx und Soleus zur Abstotterung der
dortigen Vorschüsse verpfändet. Es dürfte damit viele Jahre
dauern, bevor diese wieder an HPH zurückfallen.
---> Damit sind die nächsten Kapitalmaßnahmen schon mit hoher
Wahrscheinlichkeit vorprogrammiert. Egal was die Threadzaren hier
tagein, tagaus heraustrompeten.
---> Wer wissen will, wie es um HPH steht, muß einfach nur auf
den Langfristchart schauen. Hier ist quasi jeder Investierte im
Minus, und die meisten erheblich. Und es ist Alarmstufe rot. Wenn
hier keine kapitalzuführenden Maßnahmen ergriffen werden, ist das
Geld ist in einem dreiviertel Jahr alle.
---> Und egal wie diese kapitalzuführenden Möglichkeiten
aussehen werden (egal ob KE, Huadong-Kredit o.ä. - falls Huadong
hier nicht die Pleite favorisiert), zum finanziellen Vorteil der
hiesigen Kleinaktionäre werden sie auf mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit nicht sein. Und das heißt für mich
hier: mit 99,9 prozentiger Sicherheit.