Nun, da dieser Deal genehmigt ist, ist es ein guter Zeitpunkt,
einen Blick auf die alten Berichte von Haemato/M1 Klinken zu
werfen, in denen beschrieben wird, wie dieser Deal unter
Ausnutzung der Minderheitsaktionäre zustande gekommen ist. Dies
könnte uns ein Bild davon vermitteln, was als Nächstes zu
erwarten ist.
Um zu verstehen, wie Patrick Brenske dieses unternehmerische
Meisterwerk geschaffen hat, muss man diese Unternehmen nicht als
separate Unternehmen betrachten, sondern als eine Struktur, die
als russische Matroschka-Puppe bekannt ist.
• 1. (Der Kern): Magnum AG / Apomone GmbH (private Unternehmen,
die von Brenske/Familie kontrolliert werden).
• 2. (Die Holding): MPH Health Care AG (börsennotiert, offener
Markt).
• 3. (Der Betreiber): M1 Kliniken AG (die „Cash Cow”
Schönheitskliniken).
• 4. (Das Produkt): Haemato AG (Der Pharmagroßhändler)
Brenske hat Haemato nicht einfach „übernommen”, sondern ein
System errichtet, in dem der Wert nach oben steigt, während das
Risiko und die „tote Last” (die Minderheitsanteile) zurückbleiben
oder durch eine Reihe von völlig legalen, aber strategischen
Manövern ausgeschieden werden.
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Aufschlüsselung, wie der 58
Millionen Euro schwere „Asset-Swap” und die „doppelte
Verwässerung” inszeniert wurden.
Der „Meisterzug” von 2020 (der Asset-Share-Swap)
Im Juli 2020 machte Brenske seinen ersten Zug. MPH Health Care
(Großmuttergesellschaft) verkaufte ihren 48-prozentigen Anteil an
Haemato an M1 Kliniken.
Zahlung: M1 leistete keine Barzahlung. Es verteilte 2.143.403
neue M1-Aktien an MPH.
Das Ergebnis: MPH etablierte sich als Großaktionär von M1, und M1
erlangte im Gegenzug die Kontrolle über Haemato.
Die erste Verwässerung: Als gewöhnlicher M1-Aktionär wurde Ihr
Aktienanteil um mehr als 10 % verwässert, nur um Haemato ins Boot
zu holen.
Die „doppelte Verwässerung”
Brenske gelang am 1. Januar 2021 ein Meisterstück. M1 Kliniken
„verkaufte” seine Tochtergesellschaft M1 Aesthetics GmbH an
Haemato.
Bewertung: M1 Aesthetics wurde Berichten zufolge auf der
Grundlage eines IDW-S1-Gutachtens mit beachtlichen 58,1 Millionen
Euro bewertet.
Der Aktientausch: Haemato bezahlte dafür durch die Ausgabe von
2.467.201 brandneuen Aktien an M1.
Die Mathematik des Raubzugs: * Vor dieser Maßnahme gab es nur
2,28 Millionen Aktien von Haemato.
Durch die Ausgabe von 2,47 Millionen Aktien gelang es Brenske,
die Gesamtzahl der von Haemato gehaltenen Aktien zu verdoppeln.
Die bestehenden Kleinaktionäre von Haemato mussten eine
Halbierung ihres Anteils hinnehmen.
Die Größe ihres „Stücks vom Kuchen” blieb zwar gleich, aber die
Größe des „Kuchens” hat sich verdoppelt, und M1 hat die gesamte
andere Hälfte erhalten.
Wie können sie diesen „Genehmigtes Kapital”-Trick
anwenden?
Sie benötigten keine neue Abstimmung, da sie Genehmigtes Kapital
nutzten.
Mehrheitsbeschluss: Da Brenske/MPH bereits mehr als 75 % der
Stimmrechte hielten, konnten sie auf der Hauptversammlung (AGM)
problemlos einen Beschluss zur Einführung von „Genehmigtem
Kapital” durchsetzen.
Befugnisse des Vorstands: Diese Satzungsbestimmung gibt dem
Vorstand die Möglichkeit, so oft er möchte neue Aktien zu
schaffen, ohne die Zustimmung der Aktionäre einzuholen.
Ausschluss von Rechten: Der wichtigste Punkt war der Ausschluss
des Bezugsrechts (Bezugsrechtsausschluss). Bei einer normalen
Kapitalerhöhung können Sie neue Aktien kaufen, um Ihren Anteil in
Prozent zu halten. Mit diesem Ausschluss kann jedoch nur M1 die
neuen Aktien erwerben.
Das Ergebnis: Der Anteil von M1 an Haemato stieg innerhalb eines
Tages von 48 % auf 75,8 % (und später auf 85 %), ohne dass M1
einen einzigen Euro ausgeben musste.
Das „Cold Delisting” (die endgültige Zerschlagung)
Nachdem Brenske eine Minderheit von 15 % erreicht hatte, ging er
gegen Ende 2023 zur Phase des „Cold Delisting” über.
Das Segment: Haemato war im Basic Board (Open Market) notiert.
Die Lücke: Beachten Sie, dass Unternehmen im Open Market im
Gegensatz zum „Regulated Market” mit einem einfachen Beschluss
ihres Vorstands delisten können. Sie müssen Ihnen kein Angebot
zum Kauf Ihrer Aktien unterbreiten.
Die Falle: Sobald die Dekotierung bekannt gegeben wurde, begannen
die Minderheitsaktionäre mit dem Verkauf ihrer Aktien, da sie
wussten, dass diese nun „nicht mehr handelbar” waren. Dies bot
der Brenske-Gruppe die Gelegenheit, noch mehr Aktien zu
„Panikpreisen” zu erwerben, da Einzelpersonen verkauften (sehen
Sie sich nur an, wohin der Kurs an der Hamburger Börse gegangen
ist.
Wird er dasselbe mit M1 und/oder MPH machen?
Leider sind auch M1 Kliniken und MPH auf dem Freiverkehr notiert,
sodass sie technisch gesehen beide dem gleichen „Cold
Delisting”-Trick ausgesetzt sind, der bei Haemato angewendet
wurde.
Risikobewertung: MPH Health Care AG – Risikostufe: EXTREM
Segment: Basic Board (Offener Markt).
Das Gesetz: Dies ist die unterste Stufe der Frankfurter
Wertpapierbörse. Es gibt keine Gesetze, die Minderheitsaktionäre
vor einer Dekotierung schützen.
Der „Trick”: Der Vorstand von Brenske kann das Unternehmen durch
einen einfachen Beschluss dekotieren. Er ist nicht verpflichtet,
Ihnen auch nur einen Cent für Ihre Aktien zu zahlen.
Die Motivation: „MPH ist das ‚Großeltern’-Unternehmen.” Brenske
nutzt „MPH”, um sein persönliches Vermögen zu parken. „Wenn er
‚MPH’ von der Börse nimmt, muss er sein Vermögen nicht mehr
öffentlich offenlegen und kann das Geld von M1 und Haemato in
seine eigene Tasche stecken, ohne dass ihm jemand dabei zusieht.”
Risikobewertung: M1 Kliniken AG Risikostufe: SEHR HOCH
Segment: Scale (Offener Markt / KMU-Wachstumsmarkt).
Das Gesetz: Obwohl „Scale“ transparenter ist als das Basic Board,
ist „Scale“ kein regulierter Markt. Tatsächlich erkennt „Scale“
die Regeln des „inoffiziellen Marktes“ an. Die Änderung
2024/2025: Nach dem neuen deutschen Gesetz (ZuFinG II) ist für
die Dekotierung eines Unternehmens von einem geregelten Markt zum
„Wachstumsmarkt für KMU“ (wie Scale) nicht einmal ein
Übernahmeangebot erforderlich. Angesichts der aktuellen Notierung
von M1 an Scale ist auch eine vollständige Privatisierung „kalt“
– der Austritt aus der Börse ohne obligatorisches
Übernahmeangebot. „Die Geschwindigkeitsbegrenzung“: Im Gegensatz
zum Basic Board beträgt die Kündigungsfrist für Scale in der
Regel 6 Monate. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihre Aktien zu
verkaufen, aber es gibt keine Garantie dafür, welchen Preis Sie
erzielen.