Die wichtigsten Erlöse erzielt OHB mit der Entwicklung, dem Bau und der Integration von Satelliten sowie zugehörigen Komponenten und Bodensegmenten. Dazu zählen unter anderem Erdbeobachtungs-, Navigations- und Kommunikationssatelliten, häufig im Rahmen großer europäischer Programme wie Navigations- oder Aufklärungssystemen. Ergänzend bietet das Unternehmen Dienstleistungen entlang des Lebenszyklus von Raumfahrtsystemen an, etwa Missionsplanung, Betrieb und Auswertung von Satellitendaten. Ein weiterer Erlöstreiber sind Beiträge zu Trägersystemen und Raumtransport, bei denen OHB als Zulieferer und Technologiepartner auftritt. Insgesamt ist das Geschäft stark projektorientiert, mit hoher technischer Komplexität und entsprechend hohen Anforderungen an Qualität, Termintreue und Risikomanagement.
Im europäischen Raumfahrtsektor zählt OHB zu den etablierten mittelgroßen Systemhäusern und konkurriert vor allem mit größeren Konzernen, die ein breiteres Produkt- und Länderportfolio besitzen. Die Marktstellung speist sich aus technologischer Spezialisierung, Referenzprojekten in europäischen Programmen und langjährigen Beziehungen zu öffentlichen Auftraggebern. Für die wirtschaftliche Entwicklung sind insbesondere die Auftragslage, die Visibilität des Auftragsbestands über mehrere Jahre, die Marge in den einzelnen Projekten sowie die Fähigkeit zur Kostenkontrolle in komplexen Entwicklungsphasen entscheidend. Da viele Verträge Festpreis- oder Pauschalvergütungen enthalten, wirken sich Verzögerungen, technische Anpassungen und Mehraufwand direkt auf die Profitabilität aus. Gleichzeitig kann ein wachsender Bedarf an Erdbeobachtung, sicherheitsrelevanter Infrastruktur und unabhängiger europäischer Raumfahrtkapazität die Nachfrage nach OHB-Lösungen strukturell stützen.
Zu den zentralen Risiken zählen Projektverzögerungen, Budgetverschiebungen bei öffentlichen Auftraggebern und technologische Fehlschläge, die zu Kostenüberschreitungen oder Vertragsstrafen führen können. Hinzu kommt eine hohe Abhängigkeit von wenigen großen Programmen und von der europäischen Raumfahrtpolitik, was die Planbarkeit zwar durch langfristige Programme erhöht, aber die Diversifikation begrenzt. Für Anleger ist die Aktie vor allem für Investoren interessant, die die Besonderheiten eines projektgetriebenen, forschungsintensiven Geschäftsmodells mit langen Vorlaufzeiten und teils volatilen Margen einschätzen können. Die Wertentwicklung hängt weniger von kurzfristigen Konjunkturzyklen ab, sondern stärker von der Fähigkeit des Unternehmens, sich in Ausschreibungen durchzusetzen, technologische Kompetenz zu halten und Projekte im Kosten- und Zeitrahmen abzuwickeln.










