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@ds

dein erster satz ist goldrichtig.
"Rentensystem: dem Mißverhältnis zwischen Beitragszahlern und Empfängern."

bei der Einführung des Rentensystems und dazu zählt auch die Pflegeversicherung wurde davon ausgegangen das gesellschaftlich die Masse der Bürger in eheähnlichen Verhältnissen lebt und eine Familie mit mit mind. 2 Kindern gründet. Diese Familie auch über lange Zeit bestehen bleibt. Die hat sich dramatisch geändert. Nicht nur die demografische Entwicklung und das steigende Rentenalter läßt die Schere weiter aufgehen, sondern auch die Tatsache, dass viel zu wenig funktionierende Ehen mit min. 2 Kindern gegründet werden. Und warum ist das so, frage ich besonders meinem unterbelichtetem Freund hier. Ich sage es Euch. Es ist sehr viel einfacher und leichter zu Leben als single. Nicht nur mehr Geld tatsächlich für sich selbst zur Verfügung, sondern auch keine Verantwortung, keine Kompromissbereitschaft, kein sozialer Dienst. Nur die Vorteile des eigenen Lebens vor Augen in einer so reichen Gesellschaft zu fröhnen. Das einzige was zu erbringen ist ein etwas höherer Steuerbeitrag. Und das reicht bei weitem nicht aus. Das ist ja das Problem.

Und das tollste kommt jetzt: Der Beitrag für die Rente ist genau der selbe, den ich zahlen muß, nur mit dem Unterschied, dass meine Rente für mich und meine Frau reichen muß und die eines singles ganz allein für ihn übrig bleibt. Und wer zahlt die Renten später? Meine 4 Kinder bringen sie auf und keiner sonst. Ob ein single nun einzahlt oder nicht, meine Kinder zahlen.

Der zeitliche Versatz ist das Problem. Die Einzahler jetzt kommen für die Rentner von heute auf. Beiträge werden also nicht angespart und angelegt. Es handelt sich hierbei um ein Schneeballsystem und nicht um ein Versicherungssystem. Gerne würde ich auch so eine Versicherung aufmachen. Aber leider würde ich keine Genehmigung dafür erhalten.

Und noch etwas: Ich zahle Rente ein und leiste zusätzlich den Beitrag der Kindererziehung und meinetwegen auch die Aufzucht. Trotzdem muß ich auch privat Vorsorgen, weil ja die Rentenbeiträge meiner Kinder später nicht alleine mir zufallen und sie somit auch nicht ausreichen. Die würde nämlich locker reichen für mich. Ich kann auf die Rentenversicherung sofort verzichten, ich habe ja meine Kinder. Aber leider kann ich nicht austreten aus dem Schweinesystem, es müssen ja die singles später auch versorgt werden. Ich leiste also noch einen Solidarbeitrag für die armen singles. Die haben es ja so schwer heute.

So und jetzt denkt mal alle darüber nach. Wir werden eine Einheitsrente bekommen. Die Finanzierung wird zunehmend aus der Mehrwertsteuer fließen. Sie wird das Existensminimum abdecken, mehr nicht. Wer mehr will muß privat Vorsorge treffen. So einfach ist es.

Das bisschen Kindergeld und Steuerermäßigung geht doch locker schon wieder zum großen Teil allein für die Mehrwertsteuer der Mehraufwendungen einer Familie drauf drauf.

Gruß

PS: Meine Frau bekommt 60% von 71% meiner Rente zugesprochen. Das sind 42,6% im Gegensatz zu einer single-frau, die zwar immer eingezahlt hat, aber keine Kinder hatte und so immer einzahlen konnte. Nun hat die single-frau aber einen anspruch von 71% rente. Ganz zu schweigen davon, dass die single-frau wahrscheinlich einen besser dotierten job hat wie meine frau, die ja als wiedereinsteigerein erst einmal aufholen muß. Seinen wir doch mal ehrlich. frauen mit kindern haben einen 24 stunden tag und keine zeit sich beruflich zu entwickeln. im gegenteil kenne ich sehr viele mütter, die neben der hausarbeit und kinderbetreunng meißt noch jobben gehen. Und jetzt wird es makaber: Sie arbeiten meißtens für ambulante Pflegedienste. Aber das sind sie ja sowieso schon seit langem gewohnt, auch bevor es die Pflegeversicherung gab. Sie haben sich nämlich noch um ihre pflegebedürftigen Eltern gekümmert.

@ shenmue

Du bist ein Vollidiot, aber das wissen hier sowieso schon alle...
 
aus der Diskussion: --> RESPEKT, RESPEKT hr. riester <--
Autor (Datum des Eintrages): aprilia  (14.06.00 09:02:22)
Beitrag: 30 von 36 (ID:1094642)
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