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Hier,mal was ganz interessantes auf Deutsch!!FRANKFURTER FINANCE NEWSLETTER (FFN)
Vom 20.12.2004

INTERVIEW
Robert Russel über B2 Digital, Inc.

MANAGER

Herr Russell, können Sie uns vorab Ihren beruflichen Werdegang schildern?

Ich habe am Damelin College in Südafrika Betriebswirtschaftslehre und Finanzen studiert. Dies ist mehr ein College als eine Universität. Dort erhielt ich mein HND [Anm. d. Red.: High National Diploma]. Seit 15 Jahren arbeite ich in der Freizeitindustrie, vornehmlich in Spielanlagen und Hotels, war unter anderem Geschäftsführer von Selective Leisure Holdings und habe dort die südafrikanische Operation mit Kasinos und Entertainment geleitet. Schließlich kam ich zu B2Digital, früher Telecommunication Products Inc. Vor zwei Jahren befanden wir uns noch in der Entwicklung. Heute ermöglicht es unser Unternehmen, Filme zu streamen und Video on Demand für das Gastronomiegewerbe anzubieten. Zurzeit gibt es in den USA zwei Millionen Hotelzimmer ohne Video on Demand, und ebenso viel in Europa.

Sie wurden in Nordirland geboren und sind dann Südafrika ausgewandert. Wie kamen Sie in die USA?

Vor 15 Jahren habe ich meine Frau kennen gelernt und bin mit ihr nach Südafrika gezogen. Ich war jung, erst 21. Von Südafrika ging ich nach Santa Domingo, eine Insel in der Karibik. Dann zog ich in die Vereinigten Staaten, weil mir die Position angeboten wurde, die ich heute ausübe.

"Unser Unternehmen ermöglicht es, Filme zu streamen und Video on Demand für das Hotelgewerbe anzubieten."

Sind die beiden früheren Manager James Johnson und Dennis Johnston noch im Unternehmen? Mit einem der beiden hatte B2Digital bekanntlich einen Rechtsstreit.

Nein, sie haben das Unternehmen verlassen. Einer der beiden war früher Anwalt in Kalifornien, aber ist zu einem anderen Unternehmen im Bereich Voice over IP gewechselt. Nach dem Verlassen von Herrn Johnson gab es einen Rechtsstreit. Er praktiziert nicht mehr als Rechtsanwalt und wurde sogar von der Anwaltschaft ausgeschlossen, was zu einem großen Teil mit dem Problem zu tun hatte.

Aber Ihr Chief Technology Officer Igor Loginov arbeitet noch bei Ihnen?

Ja. Loginov stammt aus Weißrussland. Er arbeitete übrigens lange Zeit in Deutschland. Loginov ist Chief Technical Officer und so lange im Unternehmen wie ich.
BRANCHE

B2Digital bietet eine Technologie für Video on Demand und Pay per View im Hotelgewerbe an. Wie würden Sie die Branche charakterisieren, in der Sie sich bewegen?

Unsere Branche ist sehr, sehr groß. Es gibt 4,5 Millionen Hotelzimmer in den USA. 2,5 Millionen Zimmer haben in unserem Sinne keinerlei Unterhaltung. Unsere Konkurrenz LodgeNet, LNET, wird an der Nasdaq gehandelt und hat eine Million Zimmer. Dort hat man sich auf die größeren Hotels mit 150 bis 300 Zimmern eingeschossen. Wir hingegen konzentrieren uns auf Hotelzimmer mit 75 bis 150 Zimmer. Wir können die Infrastruktur zu einem Drittel der Kosten der Konkurrenz anbieten. Der Grund hierfür liegt in unserer Spitzentechnologie und der Infrastruktur. Wir bieten die Infrastruktur für 200 Dollar pro Zimmer an gegenüber 600 USD unserer Konkurrenz. Die Branche ist erprobt. Der durchschnittliche Umsatz pro Hotelzimmer liegt bei 28 USD pro Monat. Dies lässt sich bei LodgeNet nachvollziehen. Aber unsere Branche ist ein Multi-Milliarden-Dollar-Geschäft. Wir bieten Videos als Stream an.

Liefern Sie auch Content dazu?

Oh ja, wir bieten unseren eigenen Content über Breitband an. Wir haben Verträge mit Hollywood, den großen Hollywood-Studios wie Paramount, Sony, Columbia und Warner Bros. Wir liefern Filme, aktuelle Kassenschlager, aber auch altes Material - Filme jeglicher Art. Aber die meisten Konsumenten schauen sich die aktuellen Filme an.

"Wir bieten die Infrastruktur für 200 Dollar pro Zimmer an gegenüber 600 USD unserer Konkurrenz. Wir haben Verträge mit den großen Hollywood-Studios und liefern aktuelle Kassenschlager, aber auch alte Filme."

Vor diesem Konzept haben Sie eine Kompressionstechnik für Konferenzen angeboten. Ist das nicht ein enormer Schwenk in Ihrem Fokus?

Zuvor haben wir uns auf die Kompression für Video-Konferenzen konzentriert. Dabei sahen wir uns jedoch mit Microsoft als Konkurrenten einem wachsenden Wettbewerb gegenüber. Dagegen anzukommen ist für niemanden möglich. Deshalb nutzen wir unsere Kompression heute, um Filme anzubieten. B2Digital hat darin eine Marktnische entdeckt und beliefert noch nicht mit Unterhaltung ausgestattete Hotelzimmer mit unserer Kompressionstechnik über das Internet. Wir machen heute nichts völlig Neues. Wir haben uns mit unserer Technik lediglich auf ein anderes Anwendungsgebiet verlegt.
UNTERNEHMEN

Welche strategische Überlegung stand hinter der Umbenennung zu B2Digital?

Im Januar 2002 bekam ich nach der Übernahme unseres Unternehmens InterLeisure durch Telecommunication Products Inc. den Posten als CEO. 2003 haben wir die Firmenumbenennung geplant. B2Digital gibt den Investoren einen besseren Eindruck von unserem Geschäftsmodell. Das "B" steht für Broadcasting - Broadcasting to digital. Es geht also um die digitale Übertragung.

Die kompletten Umsätze der ersten Hälfte Ihres Geschäftsjahres, welches am 31. März endet, stammen vom 2003 übernommenen Unternehmen Hotel Movie Network. Aus welchen Quellen können die Investoren zukünftige Umsätze erwarten?

Zurzeit haben wir einen Vertrag mit einer Distributionsgesellschaft für die Choice Hotel Group, die 500.000 Hotelzimmer verwaltet. Wir erwarten, in den nächsten 24 Monaten 200.000 Räume beliefern zu können. Dieser Umfang würde uns Umsätze von 5,6 Mio. USD pro Monat bescheren. Mit unserer Technik können wir zu 33 % der Kosten der Konkurrenz liefern, weil unser System weniger arbeitsintensiv arbeitet. Bei uns läuft alles über Datenzentralen. Wir haben Zugang zu 14 Datenzentralen weltweit, von wo aus wir alle unsere Filme in die Hotels streamen können. Die Datenzentralen befinden sich dabei höchstens in einem ein bis zwei Tausend Meilen entfernten Radius.

"Das "B" steht für Broadcasting - Broadcasting to digital. Es geht also um die digitale Übertragung."

Wann wird bei B2Digital der Break-Even erreicht?

Wir dürften im März 2005 die Gewinnschwelle erreichen. Ab diesem Zeitpunkt werden wir erhebliche Umsatzzuwächse erzielen. Der Vertrag mit Powerlinks, dem Distributor für Choice Hotels, ermöglicht uns dies. Das ist der Plan. Powerlinks wird für uns an Choice Hotels Group verkaufen oder sich für uns einsetzen. Bis Ende 2006 werden wir 200.000 Hotelzimmer beliefern. Bei 28 USD Umsatz pro Hotelzimmer im Monat wären dies 70 Mio. USD oder mindestens 23 Mio. USD pro Monat Umsatz. Powerlinks hat ein Internetgerät für Hotelzimmer entwickelt, und wir haben uns auf Grund unserer Technik gegenüber drei oder vier Mitbewerbern durchgesetzt.

Im ersten halben Jahr des Geschäftsjahres 2004/2005 weist B2Digital einen Verlust von 1,4 Mio. USD aus, bei einem Umsatz von lediglich 366.415 USD. Könnten Sie die Kosten oder Investments bitte aufgliedern?

Dies hat mit Beratungskosten und mit der gewonnenen Ausschreibung zu tun. Mit einem Vertrag von 70 Mio. USD entstehen einige Beratungs- und Vermittlungskosten. Deshalb sind die Beratungskosten so hoch.

"Ich denke, für die Entwicklung einer Spitzentechnologie sind sechs Millionen Dollar nicht viel. Wir benötigen zwei Millionen Dollar, bevor wir profitabel werden."

Im jüngsten Quartalsbericht entnehmen wir die Information eines akkumulierten Bilanzdefizits von 6,4 Mio. USD. Auch die Verwässerung nahm vom letzten März bis heute dramatisch zu. Abzulesen ist dies offensichtlich auch am Aktienkurs von nur einem Cent. Könnten Sie die zurzeit herrschenden finanziellen Erfordernisse erläutern? Wie entgegnen Sie der Kritik, dass Ihre finanziellen Mittel eine sehr geringe Reichweite haben und das Überleben des Unternehmens gefährdet ist?

Es stehen derzeit 201 Mio. Aktien aus. Das Unternehmen hat zwar ein Budgetdefizit von insgesamt 6,1 Mio. USD angesammelt, dies geschah aber in der Entwicklungsphase des Unternehmens. Ich denke für eine auf dem neuesten Stand der Technik befindliche Spitzentechnologie sind sechs Millionen Dollar nicht viel. Die laufenden Geschäfte müssen bezahlt werden, die Softwareentwicklung und die Erstellung des Business Plans. Wir benötigen zwei Millionen Dollar für die Verwirklichung dieses Geschäfts, bevor wir profitabel werden. Aber mit diesem Geld sind wir gebunden. Unsere finanziellen Erfordernisse sind also befriedigt.
 
aus der Diskussion: B2digital...News,Meinungen,Erwartungen.............
Autor (Datum des Eintrages): Dynamo13  (02.01.05 10:48:23)
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