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Freenet will für seine Aktionäre das Maximum herausholen

Verschmelzung mit Mobilcom nur bei Konsens

Hannover - Der Onlinedienst Freenet will bei der vom Mehrheitseigner Mobilcom angestrebten Verschmelzung das Maximum für seine freien Aktionäre herausholen. "Der Prozeß ist keine reine Arithmetik. Das Umtauschverhältnis der Aktien beider Unternehmen soll in erster Linie das Verhandlungsergebnis zwischen den Vorständen sein", sagte Freenet-Chef Eckard Spoerr der WELT.

"Damit wollen wir eine falsche Markteinschätzung verhindern", so Spoerr. Deshalb wolle er erst Investmentbanken in die Gespräche einbeziehen, bevor - wie es das Gesetz vorsieht - Wirtschaftsprüfer das für das Umtauschverhältnis entscheidende Gutachten erstellen. "Für mich steht das Gesellschaftsinteresse an erster Stelle", sagt Spoerr. "Da sich Mobilcom selbst vertritt, sehe ich mich als Anwalt der freien Aktionäre."

Freenet wird nach Aussage seines Vorstandsvorsitzenden seine Strategie mit oder ohne Fusion nicht verändern. Das Unternehmen verfügt über Internetdienste, Telefonfestnetz und demnächst Mehrwertdienste. Zudem hat Freenet gerade eine Kooperation mit dem Mobilfunk-Netzbetreiber E-Plus bekanntgegeben: Kunden können per Handy in einem bestimmten Radius über das Internet telefonieren, ansonsten kommunizieren sie über das E-Plus-Netz.

Spoerr sagte, ein solches Projekt lasse sich technisch nur schwer mit einem reinen Mobilfunk-Dienstleister (Service Provider) wie Mobilcom realisieren. Der Freenet-Chef forderte, daß bei einer Prüfung im Zuge der Verschmelzung auch die Zukunftsfähigkeit des Service-Provider-Modells einbezogen werden müsse. "Freenet hat sich über die Jahre prächtig entwickelt", sagte Spoerr.

Am Mittwoch hatten beide Unternehmen Gespräche aufgenommen, über den Verlauf aber Stillschweigen vereinbart. Der Freenet-Chef deutete aber an, er habe sich dadurch düpiert gefühlt, daß Mobilcom-Chef Thorsten Grenz mit seiner Absicht überraschend an die Öffentlichkeit getreten sei. Freenet erzielte 2004 bei 472 Mio. Euro Umsatz einen Reingewinn von 60 Mio. Euro. Mobilcom, das 50,4 Prozent der Freenet-Anteile hält, erwirtschaftete einen Überschuß von 46,7 Mio. Euro. Der Großteil kam von Freenet.
 
aus der Diskussion: ■■■ TRADING-CAFÉ ● März 2005 ● Kalenderwoche 11 ■■■
Autor (Datum des Eintrages): HSM  (12.03.05 18:17:17)
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