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Aus der FTD vom 25.8.2000
Das Kapital: Wer EM-TV kauft, muss auf Thomas Haffa vertrauen

Was EM-TV vorgelegt hat, ist schon formal äußerst unbefriedigend. Da die Wirtschaftsprüfer noch am Rechnen sind, wurden die Ergebnisse der drei Neuerwerbungen Jim Henson, Formel 1 und Tele München nicht konsolidiert, sondern einfach nur zusammengezählt.

Jede der drei Töchter berichtet aber nach einer anderen Rechnungslegung, die eine nach amerikanischen, die nächste nach britischen und die dritte nach internationalen Regeln. Der beim Kauf entstandene Goodwill, die Differenz zwischen Kaufpreis und bilanziellem Wert der Unternehmen, ist überhaupt noch nicht berücksichtigt. Er wird erst zum Jahresende einfließen und könnte zwischen 1,5 und 3 Mrd. DM betragen. Die daraus resultierende Abschreibung kann leicht größer als das Halbjahresergebnis sein.

Gewiss, Fernsehrechte sind ein saisonal bestimmtes Geschäft und EM-TV hat nach eigenen Angaben fürs zweite Halbjahr genug abschlussreife Verträge, um sein Umsatzziel von 590 Mio. DM für die Kerngruppe zu erreichen. Für Jim Henson ist eine neue Vertriebsstruktur geplant, das sollte für schwarze Zahlen bei der Muppets-Tochter sorgen. Und aus der Formel 1 werden wohl noch Erträge aus dem Verkauf von Fan-Produkten dazukommen.


Das alles muss aber erstmal in den kommenden Monaten umgesetzt werden. Auch bleibt abzuwarten, ob die EU die Aufteilung der Formel-1-Rechte genehmigt. Formel-1-Mitinhaber Bernie Ecclestone war ins Gerede gekommen, da er die Lizenzrechte für das Sportereignis verdächtig günstig erworben hatte. EM-TV-Chef Thomas Haffa sieht alldem gelassen entgegen. Die Anleger werden ihm vertrauen müssen. Aber das mussten sie schon immer
 
aus der Diskussion: Aktuelles zu EM.TV
Autor (Datum des Eintrages): nichtsteffie  (04.09.00 16:57:20)
Beitrag: 5 von 7 (ID:1741462)
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