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Zeit nehmen, entspannen, Wein aufmachen und LESEN.

Wieder einmal ein etwas längeres post in dem ich verschiedene Bereiche meiner Gedanken ausführen möchte.

Erste Frage.
Warum waren Computerspiele auf dem C64 nicht so schön wie die von heute? (Ich verspreche, meine Fragen werden zwingender)

Letzte Woche stellte ich einen Artikel ins board wonach Microsoft am 5.Juli verkündete, ein Windows für Smartcards zu entwickeln.
Diese jüngste Initiative vom Mann mit dem Dollarriecher legt unzweifelhaft offen, wo Bill Gates weitere Marktpotentiale und Gewinne für die Zukunft seiner Systemphilosophie sieht: Er lässt ein Betriebssystem für Smartcards entwickeln! Diesen Fakt muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Erst Recht, wenn man noch die blöden und unsinnigen Bemerkungen selbsternannter Koryphäen aus der Vergangenheit im Ohr hat, die eine Nachfrage von Multiapplikationskarten in Frage stellten. Sogar ich, als advocatus diaboli habe niemals an deren Nachfragefähigkeit gezweifelt.

Diese Ankündigung also, wie auch die neue Visa Initiative zeigen sehr deutlich auf, wohin der einst über Jahre so starre Markt nun hinbewegt wird. Allein dies ist hoch erfreulich in einer Zeit, in der Upgrade ein Kartenprodukt lancieren wird, daß genau in dieses Marktsegment hereindrücken wird. Das der Markt in Bewegung geraten ist, zeigen die beinahe hektisch erscheinenden jüngsten Meldungen verschiedener Kartenproduzenten, die nun ihre „Multiapplikationskarten“ mit 32 oder 64 kb Speicher auf den Markt bringen wollen. Sie tun, was Sie müssen: Ihre Infrastruktur aktivieren, bevor die UC als Krone dieser Kartenlandschaft serienreife erlangt, und den Markt aufrollen wird. Der Konkurrenzkampf hat begonnen.

1. Fazit also: Keine Frage mehr, wo die Reise demnächst hingehen wird: 2 Jahre noch und jeder an diesem board hat eine Multiapplikationskarte in der Hosentasche stecken.

Wenn nun ein Programmierer eine Software oder auch ein Betriebssystem entwickelt, hat er für die Verwirklichung seiner Ziele, für die Qualität der zu programmierenden Software und deren Funktionalität, wie auch Quantität verfügbarer Hilfsprogramme eine, ja genau eine Hauptanforderung: Sieht man einmal davon ab, das er fleißig studiert hat und auch noch know how mitbringen sollte braucht er eine Systemumgebung, die ihm größmögliche Flexibilität überlässt. Dann kann er sogar bißchen schludern und Sachen aufwendiger und einfacher programmieren und stößt nicht beim Prozessorplatz oder Festplattenspreichervolumen ständig an Grenzen. Aber auch ohne Schludrigkeit – je mehr Platz – desto besser die Chancen für eine gute Software.

Will Bill Gates also ein Windows für Smartcards entwickeln ist es zwingend logisch, wenn er sich aus Eigeninteressen heraus, die beste Umgebung für sein System beschafft. Dies wird sich qualitativ in den Möglichkeiten seiner Software niederschlagen.
Scherzhaft gesagt: Bevor Bill Gates nun also auf das Speichervolumen der Produkte zurückkehrt, die er vor ca. 10 Jahren vom Markt verdrängte (Commodore) ist es zwar nicht zwingend, aber doch stark logisch, daß er die Karte wählt, die ihm den meisten Freiraum bietet. Die UC. Mit 5 MB.

Und Software ist heute schöner, weil Sie eben auf alle Ressourcen eines PCs zugreifen kann und nicht mehr mit 64kb oder 0,5 MB rumhampelt. Ich wollte heute keine Rumhampelsoftware mehr stricken.

2. Frage: Warum kaufe ich immer größere Computer mit Platz den ich gar nicht brauche?

Dies ist nebenbei auch der Grund, weshalb ihr immer größere Computer kauft. Geht mal in einen PC Laden und sagt – „ich hätt gern ein 486er ich schreibe ohnehin nur“. Gibt es icht mehr. Klar.
Sämtliche aufspielbare Software und auch Windows wird mit immer mehr – mittlerweile sogar - fragwürdigen tools versehen, die das System beanspruchen. Schön und gut für die gesamte Zuliefererindustrie. Warum sollten dieses Mal nicht wir von dieser Philosophie profitieren?! Ja, bitte, packt neben dem normalen Windows auch bei den Smartcard Betriebssystemen immer umfangreichere Systemanforderungen mit in die Software!
Dahin geht die Richtung – alles größer und schneller.

3.Frage: Was versteht Bill Gates unter Multiapplikationskarten?

Weiterhin ist zu lesen, daß dieses Microsoft Toolkit 1.1 den europäischen Mobilfunkstandard unterstützen wird.
Baum!

Microsoft will wohl eine wahrhafte Multiapplikationskarte! Nicht nur der Zahlungsverkehr soll revolutioniert werden, sondern auch eine Verbindung zum Mobilfunk aufgebaut werden. Mit dem Maß geforderter Applikationen und Anwendungen auf der Karte nimmt die Möglichkeit von „pseudo Applikationskarten“ als Träger proportional ab.

Upgrade hat über pathways den Fuß bei Motorola in der Tür!
Nicht nur, daß Motorola umfangreiche Anstrengungen auf dem Smartcard Sektor angestrengt hat, und ein riesiges Interesse an frei editierbaren Großspeicherkarten haben dürfte, zumal nun auch noch UMTS speicherintensiv in den Handys genutzt werden wird, nein, vergessen wir doch nicht eben diesen deal mit pathways und Motorola. Und Motorola wird wohl unter dieser Marktlage kaum eine Nischenlösung wählen. Auch hier ist der Gedanke an eine offene Plattform logischer. Microsoft nun, passt ihr Produkt an den europäischen Mobilfunkstandard an. Das passt.

4. Frage: Wo beschafft sich Microsoft die Karten?

Woher bekommt Microsoft nun die Karten, um ihr Betriebssystem aufzuspielen? Am 13 Juni war von einer Zusammenarbeit CPI – Microsoft in Bezug auf deren Smart Card Projekt zu lesen.

Schön, daß Upgrade mit CPI Ihre Ultracard fabrizieren wird. Gut zu wissen, daß sich Hr. Gates aus dem CPI Produktkatalog eine Karte aussuchen wird. Ich bin sicher, bei einer bleibt er hängen.

5. Frage: Mit wem gestaltet Microsoft sein Smartcardprojekt?

Nun ist in der Pathways Meldung zu lesen, daß Sie das Zahlungsnetzwerk von First Data nutzen werden. Vertrag ist geschlossen. Ist es ebenfalls ein Zufall, daß Microsoft und First Data über ihr joint venture Transpoint zusammenarbeiten und die Finanzwelt in Angst und Schrecken versetzen? Ist es ein Zufall oder unerheblich, daß auch hier Upgrade über pathways wieder mit im Boot ist? Ist es Zufall, daß der erste Ansatzpunkt für die Realisierung ihres Projektes in der Schweiz ist?

2. Fazit: Es wäre allzu logisch, wenn Microsoft die UC als Plattform für ihre Software benutzen möchte.

Jede der hier genannten Firmen würde vom Einsatz der UC profitieren.

Entweder hier sind alle verwandt und verschwägert, waren in einer Schulklasse oder aber sie haben einen gemeinsamen Verknüpfungspunkt: Die UC.

Ich habe vor einiger Zeit scherzhaft einen Vertrag mit Microsoft ins board gestellt.
Heute meine ich es ernst.
Es würde mich nicht mehr wundern, wenn der Vertragspartner unter anderem auch Microsoft heißen würde.
Ich bin überzeugt, Upgrade wirbelt derzeit hinter den Kulissen umher und wird Verträge präsentieren, die sich gewaschen haben und uns in Aufregung versetzen werden.

Ein Wort noch zu Gemplus:
Gemplus hat eine Multiapplikationskarte angekündigt. Die Beschreibung passt wieder einmal zur UC. Offene Plattform etc. Ich glaube nicht, daß Sie die UC benutzen oder lizensieren. Sie bringen ein weiteres Konkurrenzprodukt auf den Markt. Der Tanz beginnt langsam. Schnallt euch an.

Mit leichtem Ärger verfolge ich derzeit wieder die Kurse. Mir ist unverständlich wie während dieser nachvollziehbarer Fortschritte der Kurs wieder einmal gen Süden geht.

Während der ganzen Zeit waren wir nie näher am Ziel als dieser Tage!

Stay tuned


Buy hard
 
aus der Diskussion: Upgrade - 61. Forum
Autor (Datum des Eintrages): buy hard  (21.09.00 14:01:34)
Beitrag: 82 von 107 (ID:1889205)
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