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Tag Leute. Es ist wieder mal an der Zeit, aufzuklären.

@Vincom: Du sprichst von Geschäftsrisiko. Lass Dir sagen, daß es gerade die Familienbetriebe, bei denen der Profit nicht an erster Stelle steht, am härtesten trifft. Sicher wollen alle mit ihrer Tätigkeit Geld verdienen, wer will das nicht? Aber in den meisten Familienbetrieben besteht eine "Verbundenheit zur Scholle", falls Du mit dieser Metapher etwas anfangen kannst. Daneben gibt es noch Betriebsleiter, meistens von industriellen Großbetrieben, denen die momentane Krise glatt am Arsch vorbeigeht. Die Schäfchen sind im Trockenen und die Arbeit wird von Mitarbeitern erledigt, die man in so einer Situation einfach entlassen kann. Wer daran interessiert ist, daß in Deutschland eine Klein- und mittelbäuerliche Struktur erhalten bleibt, muß solche Landwirte auch mit der gezielten Auswahl der Lebensmittel unterstützen. Der Verbraucher ist durch sein Konsumverhalten am Strukturwandel in der Landwirtschaft der Hauptschuldige. Und selbst wenn es bei uns keine Agrarfabriken gäbe, würde das unseren Landwirten nichts nützen, denn vom Ausland werden immer billige Nahrungsmittel zu haben sein!
Außerdem gehört es auch nicht zum Geschäftsrisiko eines Betriebes, daß er es sich einfach gefallen lassen muß, daß die gesamte Branche von verantwortungslosen Medienfritzen kriminalisiert wird!

@Metox

Ist jeder, der sich gegen unberechtigte Vorwürfe wehrt, automatisch ein Lobbyist? Was soll die dumme Frage wegen dem Gewitter? Natürlich gehe ich nicht raus und stell mich unter einen Baum. Genausowenig, wie ich britisches Rindfleisch oder Lebensmittel aus Agrarfabriken esse. Aber es gibt Altenativen und die will ich Euch aufzeigen. Aus Eigennutz? Klar, sicher, auch aus Eigennutz! Ist es nicht legitim, sich zu wehren, wenn man sich unberechtigt angegriffen fühlt?

@Wasserdrache

Regionale Erzeuger- und Verkaufsgenossenschaften gibt es zuhauf. Ich erzeuge mein Rindfleisch nach den Richtlinien
der HQZ (Herkunfts und Qualitätszeichen Baden-Württemberg)
Verfüttert wird mit Ausnahme von etwas Sojaschrot nur eigenerzeugtes Futter. Von meinen Futtermitteln werden unangemeldet Proben gezogen. Mit einem gesunden Menschenverstand sollte man davon ausgehen, daß sich die Verbraucher jetzt auf solche Waren stürzen. Tun sie aber nicht, denn meine Produkte gibt es nicht billig an der Ramschtheke!

@ebrat

Du bist der Oberhammer hier!
Als Jäger würdest Du mir ja genügend Angriffspunkte bieten, aber ich will mich nicht auf das Niveau von einigen Dummpostern hier herablassen! Zumindest solltest Du als Jäger mitbekommen, wie bei der Masse der Tierhalter Futtermittel produziert werden.
In deutschland leben 80 Millionen Menschen auf engstem Raum zusammen. Die Landwirtschaftliche Nutzfläche wird immer knapper (1000 Hektar gehen täglich verloren). Der Nettoselbstversorgungsgrad ist unter 100%. Um die Abhängigkeit vom ausland in Grenzen zu halten, ist eine intensive Produktion notwendig. Und diese ist wegen der strengen Richtlinien hier oft umweltverträglicher, als Extensivproduktionen im Ausland.
Warst Du schon mal in Südamerika, weil Du Dich so gut auskennst?

Paraqay: Das meiste Land befindet sich in der Hand von europäischen und amerikanischen Industriellen und Steuerflüchtlingen. Was denkst Du, wo die ihre Prioritäten setzen? Bei gerechter Entlohnung der Mitarbeiter und qualitativ guten Erzeugnissen? ***LACH***


Brasilien: Riesen Flächen und noch Millionen von Hektar Regenwald zum roden! Für eine artgerechte Tierhaltung! Den Tieren zuliebe - nicht wegen dem Gewinn! ***LACH***
Nach 3-jähriger Nutzung sind die Brandrodungsflächen ausgelaugt, und das nächste Feuerchen wird gemacht!


Argentinien: Leckeres Rindfleisch von glücklichen Tieren.
Notdürftige billige Stallungen (sind durchaus tiergerecht),
drumherum tausende von Hektar Weideland, das ganze Jahr Weidemöglichkeit. Im Gegensatz zu uns sind die Argentinier nicht gezwungen, für mindestens 5 Monate das Futter zu konservieren und einzulagern. Die Tiere brauchen keinen Zaun, weil weit und breit keine Straßen und sind, weil es Land ohne Ende gibt, konkurrenzlos billig zu produzieren.
Soweit die blauäugige Theorie.
Jetzt zur Praxis, wie sie mir aus erster Quelle (Praktikant, der dort gearbeitet hat) bestätigt ist:
Bevor die rinder auf die weide kommen, bekommen sie zuerst einmal ein wachstumshormon verabreicht. Nach der weideperiode werden sie zu zehntausenden zusammengetrieben und auf doppelstöckige LKWs verladen. Die Entfernungen in Argentinien sind weit, 1000 km sind ein Klacks! Glaubst Du im ernst, daß die Tiere, so wie es bei uns bei Transporten vorgeschrieben ist, regelmäßig getränkt werden? **LACH**
Die Böden der LKWs sind perforiert, die Exkremente der oberen landen auf dem Rücken der unteren, und deren auf der straße. Das wär schön in Deutschland, gell!
Weiter:
Noch werden die Tiere nicht geschlachtet. Sie kommen in riesige Endmastställe. Dort werden sie intensiv nachgemästet mit Futtermitteln, die bestimmt nicht der deutschen oder europäischen Futtermittelverordnúng entsprechen. Damit alles gut geht, bekommt jedes Tier sein Langzeitantibiotikadepot verabreicht.
Am Ende der Endmastperiode treten die Tiere ihre letzte Fahrt zu den Schlachthöfen an. Dort herrschen wohl die gleichen Vorschriften, wie bei unseren schlachthöfen? Oder?
***LACH***
Das Fleisch der Rinder wird vor Ort verarbeitet und gleich in Folien eingeschweißt. Versehen mit dem Logo des europäischen Handelskonzerns und mit dem richtigen Barcode, muß das Fleisch bei uns nur noch verteilt werden.

Der Transport von Nahrungs- uns Futtermitteln per Schiff von Sao Paolo nach Rotterdam kostet exakt soviel, wie bei uns 100 km straßentransport. Liberianische Seelenverkäuferfrachter können konkurrenzlos billig transportiern. Billige unversteuerte Energie und unversicherte ausgenutzte Matrosen machen dies möglich.
Ist eigentlich auf dieser welt auch schon jemand mal auf den Gedanken gekommen, daß solche Nahrungsmittel auch genauso billig in Gebiete transportiert werden könnten, in denen heute noch Millionen von Menschen verhungern?

Jeder Deutsche, der unsere Bauern verdammt und Auslandsfraß bevorzugt, sollte sich abgrundtief schämen!

Ich könnte noch seitenlang weiterschreiben.
Doch die Zeit fehlt mir.
Auf gezielte Fragen von wirklich interessierten Menschen werde ich aber gerne eingehen.
Außerdem sollte man, wenn wirklich Interesse besteht, diesen Thread in eine andere Rubrik verlagern.
 
aus der Diskussion: BSE - Mir platzt der Kragen, wenn ich lese, was dazu für Sche** geschrieben wird!
Autor (Datum des Eintrages): glaubnichtalles  (29.11.00 12:32:27)
Beitrag: 26 von 462 (ID:2438253)
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