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Quelle FAZ.net


S&P-Analyse
Ist die dritte US-Zinssenkung nahe?
Von Michael Englund

27. Feb. 2001 Am US-Aktienmarkt hat sich in der vergangenen Woche die Panik wieder eingestellt, die sich Anfang Februar zeitweilig aufgelöst hatte. Der Umschwung war auf schwache Unternehmensergebnisse sowie die Angst vor einer Rezession und der daraufhin an der Nasdaq zu beobachtenden Kursschwäche zurückzuführen. Hinzu kamen Befürchtungen, die Probleme in der Türkei könnten neue Instabilitäten in anderen Emerging Markets hervorrufen.

Diese Risiken überschatteten selbst die Sorgen, welche die im Januar stark gestiegenen Verbraucher- und Erzeugerpreise auslösten. Jedenfalls gehen die Märkte trotzdem noch immer von einer weiteren Zinssenkung noch vor der nächsten offiziellen Sitzung des Offenmarktausschuss am 20. März aus. Wie es um die Erfüllung dieser Hoffnung bestellt ist, werden die im Laufe der Woche zur Veröffentlichung anstehenden Konjunkturdaten sowie der zweite Teil der Humphrey-Hawkins-Rede von Notenbankchef Alan Greenspan vor dem Repräsentantenhaus am Mittwoch zeigen müssen.

Aggressive Szenarien deuten auf Anfang März hin

Zuletzt diskontierten die Fed-Funds-Futures eine Zinssenkung um volle 50 Basispunkte im März und einen weiteren Zinsschritt von 25 Basispunkten im zweiten Quartal. Am wahrscheinlichsten erscheint ein Szenario, wonach die Fed die Leitzinsen unmittelbar nach der Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen am 9. März um 50 Basispunkte lockert. Und danach besteht noch eine 20-prozentige Chance, dass die Fed am 20. März eine weitere Zinssenkung von 25 Basispunkten beschließt.

Ob die Fed tatsächlich eine erneute Zinssenkung vor dem nächsten regulären Treffen beabsichtigt, wird möglicherweise schon am Mittwochmorgen von Notenbankpräsident Alan Greenspan bei dessen Rede im Repräsentantenhaus angedeutet werden. Greenspan wird da Gelegenheit haben, den gegenwärtigen Zinsoptimismus zu steuern. Außerdem wird seine Einschätzung bereits beeinflusst sein durch die am Dienstag anstehende Bekanntgabe vermutlich schwacher Auftragseingänge für langlebige Güter im Januar (S&P-Prognose: minus 2,5 Prozent) und der am Mittwoch erwarteten Veröffentlichung von wahrscheinlich nach unten revidierten Zahlen für das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2000 (S&P-Prognose: 0,8 Prozent). Sollten die Zahlen unseren Erwartungen entsprechen, dürfte dies die Hoffnungen auf eine Zinssenkung verstärken.

Auch wenn die ebenfalls anstehenden Einkaufsmanager-Indizes eine kleine Erholung signalisieren dürften, überwiegen unter dem Strich die Risiken für die Konjunktur. Daran würde auch das US-Verbrauchervertrauen selbst für den Fall nichts ändern, wenn es anders als vom Markt erwartet im Februar nicht noch weiter gefallen, sondern wie von Standard & Poor´s (S&P) prognostiziert von zuletzt 114,4 auf 117,5 gestiegen sein sollte.


Der Autor ist Chief Market Economist beim US-Finanzdienstleister Standard & Poor`s


Gruss THE CANADIEN
 
aus der Diskussion: Zinssenkung USA Anfang März...
Autor (Datum des Eintrages): THECANADIEN  (27.02.01 22:19:22)
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