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[posting]30567828[/posting]Einfältig war die Verhaltensweise der Masse. Gerade daß Hinz und Kunz plötzlich zu Börsenexperten mutierten, hätte einem doch zu denken geben müssen. Außerdem, ich habe es bereits erwähnt, gab es durchaus auch mahnende Stimmen - und zwar von Personen, die über Jahre/Jahrzehnte erfolgreich an der Börse agiert haben. Nur wurden diese ignoriert, weil die Heilsbotschaften der "Schnösel und Milchbubies" sich viel besser angehört haben.
Ich habe es doch im eigenen Bekanntenkreis miterlebt, wer da alles plötzlich Aktionär war, ohne jegliche Ahnung und rein basierend auf mehr oder weniger dubiosen Empfehlungen, sich dabei gegenseitig hochpuschend. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich habe meine ersten Schritte auf dem Börsenparkett auch gemacht, ohne mich zuvor mit grundlegenden Dingen beschäftigt zu haben. Dabei habe ich eine Menge Lehrgeld bezahlt (war aber letztendlich gut angelegt). Dennoch käme ich nie auf die Idee, Andere für meine Verluste anzuprangern.

Was Betrug anbelangt, da stimme ich dir ja zu, nur das allein wäre verhältnismäßig unproblematisch gewesen. Das war nämlich keine Erfindung der "New Economy", das gab´s vorher auch schon. Nur ein Bruchteil der von Privatanlegern erlittenen Verluste resultiert aus Betrug. Der überwiegende Teil kam zustande, als eine grandiose Spekulationsblase platzte. Schau doch, wieviele NM-Firmen es heute immer noch gibt. Nur daß diese ihre alten Höchstkurse zum ganz überwiegenden Teil nie mehr erreichen werden, da es sich um Mondpreise handelt. Und nicht jede Firma, die pleite gegangen ist, erlitt dieses Schicksal wegen Betrugs ihrer Vorstände. Nicht tragfähige Konzepte, verfehlte Akquisitionspolitik, unzureichendes Controlling,...die Gründe sind vielfältig. Das sind jedoch die grundsätzlichen Risiken eines Aktieninvestments
 
aus der Diskussion: Mahnmal für die Opfer des Neuen Marktes und der Börse
Autor (Datum des Eintrages): MFC500  (08.07.07 16:16:57)
Beitrag: 21 von 44 (ID:30569635)
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