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[posting]29887880[/posting]Bericht: Neue Bietergruppe für ABN AmroÜbernahmekampf. Im Übernahmekampf um die niederländische Großbank ABN Amro zeichnet sich einem Medienbericht zufolge eine erneute Wende ab. Neben der britischen Barclays Bank und dem Dreierbund aus Royal Bank of Scotland (RBS), Santander und Fortis soll sich nun angeblich noch ein weiteres Konsortium formieren. :look:


HB DEN HAAG. Der Börsenbrief „Platow Brief“ berichte am Freitag, diesem Bündnis soll die niederländische ING, die spanische BBVA sowie möglicherweise die Citigroup angehören. Offensichtlich wolle die ING nicht weiterhin tatenlos mit ansehen, wie ihr inländischer Wettbewerber ABN Amro durch einen Zusammenschluss mit einem anderen Institut womöglich an Stärke gewinnt, berichtet der „Platow Brief“ weiter.

Bei der ING war für eine Stellungnahme am Freitagabend niemand erreichbar. Gerüchte würden nicht kommentiert, hieß es von der Citigroup auf Nachfrage. Auch bei der BBVA war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Das ABN Amro-Management favorisiert eine Fusion mit der Barclays Bank, die ABN ohne die US-Tochterbank La Salle für 63 Mrd. Euro übernehmen will. ABN will La Salle an die an die Bank of America verkaufen. Das ist Teil der Vereinbarung mit Barclays.

Gericht stützt Barclays Plan

Das oberste Gericht der Niederlande gestattete ABN am Freitag den Verkauf auch ohne Zustimmung der Aktionäre. Ohne die US-Tochter ist ABN Amro weniger attraktiv für das Konsortium um die Royal Bank of Scotland, das den Aktionären einen höheren Preis für ihre Anteile bietet als die vom Vorstand bevorzugte Barclays Bank.

Dieses Konsortium, zu dem auch die belgisch-niederländische Finanzgruppe Fortis und die spanische Bank Santander gehören, hatte im April mit einem Angebot von gut 72 Milliarden Euro den Kampf um den Amsterdamer Konzern eröffnet. Noch bevor das Dreier-Konsortium, das im Gegensatz zu Barclays stark an La Salle interessiert ist, sein Angebot offiziell machte, verkaufte der ABN- Amro-Vorstand die US-Tochter für 15,5 Milliarden Euro an die Bank of America.

Eine Gruppe von Aktionären verlangte daraufhin vor Gericht ein Mitspracherecht und setzte sich in erster Instanz durch. Eine Wirtschaftskammer urteilte, ein Mitspracherecht der Anteilseigner bei so wichtigen Entscheidungen folge aus dem Grundsatz von Recht und Billigkeit. Dieses Urteil wurde jetzt vom obersten Gericht kassiert. Das Gesetz sehe eine Mitentscheidung der Aktionäre beim Verkauf von Unternehmensteilen nicht ausdrücklich vor, erklärte der Hohe Rat in Den Haag.

Das Prinzip der Rechtssicherheit verbiete es aber, andere als die im Gesetz festgelegten Gründe für ein Mitspracherecht einzuführen. Die Vertragspartner, also die Bank of America und Barclays, müssten auf die Gültigkeit der getroffenen Vereinbarungen vertrauen können. Selbst wenn der Entscheidungsprozess innerhalb von ABN Amro nicht den Regeln entsprochen hätte, dürfte das keine nachteiligen Auswirkungen auf Dritte haben, merkten die obersten Richter an.

RBS kündigt geändertes Angebot an

Barclays und die Bank of America zeigten sich erfreut über das unwiderrufliche Urteil. Die Royal Bank of Scotland erklärte, „wir haben die Entscheidung zur Kenntnis genommen“. Die Konsequenzen würden nun zusammen mit den Partnern des Konsortiums geprüft.



Der Kampf um die größte niederländische Bank dürfte aber mit dem möglichen Einstieg einer weiteren Bietergruppe noch lange nicht beendet sein. Zudem kündigte das Konsortium um die Royal Bank of Scotland (RBS) ein geändertes Angebot ohne den Miterwerb von LaSalle an, wie RBS, Banco Santander Central Hispano (BSCH) und Fortis gemeinsam mitteilten. Weitere Ankündigungen würden zu gegebener Zeit erfolgen. Das neue Angebot werde allerdings davon abhängen, dass ABN abgesehen von La Salle keine weiteren wichtigen Unternehmensteile verkaufe oder erwerbe.

An den Börsen gab es nur geringe Ausschläge bei den Aktien-Kursen der beteiligten Firmen. ABN-Papiere stiegen in einem freundlichen Marktumfeld um 1,5 Prozent, die Aktien von Barclays, RBS, Santander und Fortis legten um bis zu ein Prozent zu.
[13.07.2007]

S2, bossi
 
aus der Diskussion: Banco Santander ++ Fusionsphantasie bei span. Großbanken + will der Riese weiter wachsen?? +++
Autor (Datum des Eintrages): bossi1  (15.07.07 20:44:05)
Beitrag: 42 von 677 (ID:30702685)
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