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[posting]35461519[/posting]
Hallo Lehmania.... stimmt ich den § 311 III nicht in Erwägung gezogen und so wertvolle Punkte verschenkt...
Danke, aber so werde ich mich wenigstens immer an ihn erinnern.... :laugh:



Die Pflichtverletzungen der Bank können auch eine unmittelbare Haftung des Beraters als Sachwalter i.S.d. § 311 Abs. 3 BGB begründen.

Ein Sachwalter ist eine Person, der aufgrund seiner beruflichen Stellung das besondere Vertrauen seine Verhandlungspartners in Anspruch nimmt, wie es etwa typischerweise bei der Beratung hinsichtlich einer weitreichenden Geldanlageentscheidung der Fall ist (vgl. Emmerich in: Münchener Kommentar zum BGB, 5. Auflage 2007, § 311, Rn. 245 f.).

Die Eigenhaftung tritt jedoch nur ein wenn der Berater ein eigenes wirtschaftliches Interesse an dem Geschäft hat. Er muss wirtschaftlich betrachtet gleichsam in eigener Sache tätig werden. Dazu reicht insbesondere ein bloß mittelbares Interesse, wie etwa die Aussicht auf Provision nicht aus (BGH NJW 90, S. 506).

Darüberhinaus verlangt die Norm um den Verhandelnden haftbar zu machen, ein in besonderem Maße persönliches Vertrauen in Anspr. genommen zu haben und dadurch die Verhandlungen beeinflusst zu haben. Nach der Rechtsprechung des BGH ist die Stellung als Anlageberater einer Bank nicht ausreichend für ein solches qualifizertes Vertrauen (Palandt/Grüneberg 67. Auflage 2008 , § 311 Rn. 63).
Mithin ist mit dem Berater kein Schuldverhältnis mit den Pflichten aus § 241 II BGB entstanden. Ein Schadensersatzanspruch aus §§ 280 I BGB i.v.m 311 III, 241 II BGB besteht gegen ihn nicht.

Sprich nicht mal der BGH traut einem Anlageberater über den (Rechts)weg...
:keks:
 
aus der Diskussion: Lehman Brothers Chapter 11 -> Auswirkung(en) auf deren Zertifikate
Autor (Datum des Eintrages): daclaudio  (07.10.08 20:10:25)
Beitrag: 1,145 von 2,327 (ID:35463039)
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