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Aktien Frankfurt Ausblick: Gut behauptet erwartet - Dünne Nachrichtenlage

Die deutschen Aktienindizes dürften am Mittwoch gut behauptet starten. Der X-DAX, der auf Basis des DAX-Futures den außerbörslichen Stand des deutschen Leitindex <DAX.ETR> zeigt, stand kurz nach 8.00 Uhr um 0,22 Prozent über dem DAX-Schluss vom Vortag. Nach den Kursgewinnen der Vortage dürfte der Markt erstmal durchatmen - die Nachrichentalge sei sehr dünn, sagten Börsianer. Die Börsen aus Übersee gäben ebenfalls keinen starken Impuls. Positiv wirkten indes die guten Fortschritte bei den Hilfen für US-Autobauer.

Auf Unternehmensseite dürften erneut die Aktien der Hypo Real Estate (HRE) <HRX.ETR> in den Fokus rücken. Händler erwarten einen schwächeren Start für die Papiere. Der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) hat den Garantierahmen für den angeschlagenen Immobilienfinanzierers aufgestockt. Der am 21. November 2008 gewährte Rahmen sei zu gleichen Bedingungen und mit gleicher Laufzeit von 20 auf 30 Milliarden Euro aufgestockt worden, teilte der Konzern am Dienstagabend mit. "Das scheint ein Fass ohne Boden", sagte ein Händler in einer ersten Reaktion. Darüber hinaus sollte man nicht vergessen, dass die HRE zuvor von anderen Banken und der Regierung 50 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt bekommen hatte, so der Börsianer.

Die deutsche Großchemie fährt wegen schwachen Absatzes reihenweise die Produktion herunter. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtete, will LANXESS <LXS.ETR> bis Januar in etwa einem Drittel seiner deutschen Betriebe die Produktion herunterfahren. Bayer <BAY.ETR> senke inzwischen die Herstellungsmengen, heißt es in dem Beitrag. Händler bewerteten in einer ersten Einschätzung den Bericht tendenziell schlechter für LANXESS. Der Konzern gehöre zu den wenigen in dem Sektor, der bislang noch keine Gewinnwarnung ausgesprochen habe, daher dürften die Nachrichten dem Kurs kaum helfen. Bei Bayer hingegen sollte sich laut Börsianern der negative Effekt auf den Kurs im Rahmen halten, da das Unternehmen stärker als Pharmakonzern wahrgenommen werde. Zudem habe Bayer bereits vor einer Woche angekündigt, dass man ein paar Werke schließen könnte.

Aktien der Deutschen Bank <DBK.ETR> bleiben wegen eines Presseartikels über Wechselgedanken von CEO Josef Ackermann im Blick. Die "ZEIT" hatte berichtet, dass der Chef des Finanzinstituts eine Rückkehr in sein Heimatland Schweiz erwäge, um Verwaltungsratspräsident der dortigen Großbank UBS <UBSN.VTX> <UBRA.ETR> zu werden. Der deutsche Branchenprimus hat solche Pläne allerdings bereits dementiert. Am Vorabend hatten noch Sorgen um einen womöglich abrupten Wechsel an der Führungsspitze der Deutschen Bank ohne sorgfältige Nachfolgeregelungen auf die Stimmung gedrückt.

Linde <LIN.ETR> könnte derweil unter negativen Nachrichten aus den USA leiden. Der Konkurrent Praxair <PX.NYS> sprach am Vorabend eine Gewinnwarnung für das vierte Quartal 2008 aus und kündigte Kostensenkungsmaßnahmen an. Ein Händler meinte allerdings, dass auch in diesem Sektor schlechte Nachrichten bereits eingepreist seien, was auch die nur geringe Kursreaktion bei Praxair und den Wettbewerbern im nachbörslichen Handel in den USA zeige. Bei Linde-Titeln könnte es aber nach dem Anstieg der Vortage Gewinnmitnahmen geben.

Autowerte wie Daimler <DAI.ETR> und BMW <BMW.ETR> sollten Anleger ebenfalls im Auge behalten. Bei den Verhandlungen über dringend benötigte Milliardenhilfen für die ums Überleben kämpfenden US-Autobauer General Motors (GM), Ford und Chrysler sind "gute Fortschritte" erzielt worden. Wie die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino weiter sagte, müssten noch einige Fragen geklärt werden. Die "Washington Post" sprach am späten Dienstagabend (Ortszeit) von einer "prinzipiellen Übereinkunft" zwischen den Demokraten im US-Kongress und dem Weißen Haus, die aber noch ausformuliert werden muss. Der Rettungsplan soll 15 Milliarden Dollar (11,5 Milliarden Euro) umfassen.

Die Aktien von Infineon Technologies <IFX.ETR> könnten unterdessen unter schlechten Nachrichten leiden. Im "Handelsblatt" hieß es, das Papier stehe vor dem Herauswurf aus dem DAX. Zudem reduzierten die Analysten von JPMorgan ihr Anlageurteil für den Halbleiterkonzern von "Overweight" auf "Neutral" und kürzten das Kursziel um 50 Prozent auf 1,00 Euro./rum/gl

AXC0015 2008-12-10/08:17
 
aus der Diskussion: Tages-Trading-Chancen am Mittwoch 10.12.2008
Autor (Datum des Eintrages): Bernecker1977  (10.12.08 08:42:02)
Beitrag: 34 von 682 (ID:36177299)
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