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XETRA-SCHLUSS/Etwas fester - Verhaltene Gegenbewegung

FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag nach den deutlichen Verluste der Vortage leichte Gewinne verbucht. Allerdings konnten die anfänglich kräftigen Aufschläge nicht gehalten werden, nachdem die US-Börsen im frühen Handel wieder den Rückzug angetreten hatten. Der DAX gewann 0,7% oder 30 auf 4.366 Punkte, nachdem er im Tageshoch 4.475 erreicht hatte. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 178,4 (Vortag: 185,4) Mio Aktien im Wert von rund 3,17 (Vortag: 3,78) Mrd EUR.

Händler sprachen von einer enttäuschenden Entwicklung. Die Gegenbewegung, die angesichts der überverkauften Lage überfällig gewesen sei, habe nicht weit getragen. Angesichts schwacher Zahlen der Citigroup und der Bank of America sei die Unsicherheit weiterhin groß. Zudem gab es Spekulationen, Barclays werde keine weiteren Staatshilfen erhalten.

Auch auf konjunktureller Seite gab es neue Hiobsbotschaften. Die US-Industrieproduktion ist im Dezember um 2% gegenüber dem Vormonat und damit wesentlich stärker als erwartet zurückgegangen. Der Novemberwert wurde zudem auf minus 1,3% von minus 0,6% revidiert. Bestenfalls von einem leichten Hoffnungsschimmer lässt sich nach Einschätzung eines Volkswirts angesichts der US-Verbraucherstimmung sprechen. Die Erholung sei von einem "sehr niedrigen" Niveau aus erfolgt. Die Entwicklung der Benzinpreise hätte eigentlich bessere Daten bringen müssen. Das deute auf anhaltende Zurückhaltung der US-Verbraucher hin.

Bankenwerte präsentierten sich volatil. Nach einer vorübergehenden Erholung sackten sie wegen der schwachen US-Vorgaben wieder ins Minus. Die Unterstützung der US-Regierung von 20 Mrd USD für die Bank of America brachte damit nur kurz Entspannung.

Die Aktie der Commerzbank verlor 7,9% auf 3,17 EUR. "Die Regierung ist für drei Jahre drin, der Fremdkapitalhebel wird drastisch heruntergefahren. Damit ist die Dividende gestrichen und die Aktie für viele Investoren tot", sagte ein Händler. Auch wisse man noch nicht, welche Belastungen noch auf die Commerzbank zukommen, ergänzt ein weiterer Händler mit Blick auf die Dresdner-Übernahme. Postbank waren mit einem Abschlag von 10,2% auf 8,65 ebenfalls wieder sehr schwach.

Infineon verloren nach anfänglichen Gewinnen in Reaktion auf die vergleichsweise ordentlichen Zahlen von Intel 16,1% auf 0,71 EUR und setzten damit ihren Abwärtstrend fort.

Münchener Rück und Allianz zogen dagegen dank des festen europäischen Versicherungssektors an. "Die Versicherer sind wesentlich besser positioniert als die Banken und leiden weniger unter Kapitalbedarf", meinte ein Händler. Allianz stiegen um 3% auf 65,74 EUR, Münchener Rück kletterten um 4,9% auf 112,00 EUR. Auch Titel aus dem Rohstoffsektor erholten sich und profitierten damit von den guten Vorgaben des entsprechenden europäischen Sektors. ThyssenKrupp gewannen 4% auf 16,95 EUR.

Bei SAP, die um 3,4% auf 26,92 EUR stiegen, war die Rede von Spekulationen, dass eine Gewinnwarnung ausbleiben könnte. HeidelbergCement wurden von einem Bericht des "WSJ" gestützt. Es gebe Interesse von Beteiligungsfirmen an dem Baumaterialienhersteller, schrieb das "WSJ". Der Titel stieg um 9,5% auf 31,50 EUR.

TUI gerieten dagegen wegen Nachrichten um Nachverhandlungen beim Verkauf von Hapag-Lloyd an ein Hamburger Konsortium unter Druck. "Ein Sprecher des Hamburger Senats hat offenbar auch schon bestätigt, dass es Nachverhandlungen gibt", sagte ein Händler. "Die Erlöse aus dem Hapag-Deal waren für den Abbau des Schuldenbergs gedacht, daher sind das schlechte Neuigkeiten." Gegenüber der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires wollte der Sprecher des Hamburger Senats keinen Kommentar abgeben. TUI fielen um 9,7% auf 6,52 EUR.

Premiere stiegen um 8,6% auf 3,15 EUR. Der Bezahlfernsehsender lädt seine Aktionäre am 26. Februar 2009 zu einer außerordentlichen Hauptversammlung, um die Anteilseigner wie angekündigt über eine weitere Kapitalerhöhung abstimmen zu lassen. Die zur Beschlussfassung vorgeschlagene Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht der Aktionäre soll Mittel von 411,6 Mio EUR bereitstellen, erklärte das Unternehmen.


DJG/mif/raz
 
aus der Diskussion: Tages-Trading-Chancen am Montag 19.01.2009
Autor (Datum des Eintrages): Bernecker1977  (18.01.09 19:34:51)
Beitrag: 3 von 635 (ID:36399350)
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