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[posting]36910528[/posting]Die Aktie hält sich ja gut, verwunderlich!

"Wer jetzt einen Wendepunkt voraussagt, handelt unseriös", sagte Ottmar Gast, Sprecher der Geschäftsführung, am Montag bei der Präsentation der Bilanz für 2008. Es sei nicht auszuschließen, dass Hamburg Süd in diesem Jahr in die roten Zahlen rutsche. Die Reederei reagiert mit einem umfassenden Sparprogramm, das möglicherweise auch Kurzarbeit vorsieht, auf den Abschwung.

Der Einbruch des Welthandels hat die Branche in eine der schwersten Krisen seit mehreren Jahrzehnten gestürzt. Weltweit liegen bereits mehr als zehn Prozent aller Containerschiffe ohne Beschäftigung in den Häfen. Verschärft wird der Abschwung, weil gleichzeitig zahlreiche neue Schiffe auf den Markt kommen, die im Boom der vergangenen Jahre bestellt worden sind. Zwar versuchen Reeder, Bestellungen von Tankern, Massengutfrachtern und Containerschiffen zu stornieren Allerdings meistens ohne Erfolg. "Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage driftet noch weit auseinander", sagte Gast.

Linienreeder liefern sich einen harten Preiskampf, um ihre Schiffe auszulasten. Weil die zum Teil dramatisch gefallenen Frachtraten neben den sinkenden Transporten kaum noch einen profitablen Betrieb der Containerschiffe erlauben, rutschen die Reedereien noch tiefer in die roten Zahlen. Was die Branche da tue, "ist mörderisch", sagte Gast. Es sei schwer, eine Erhöhung der Frachtraten durchzusetzen. Nach Berechnungen der Beratungsfirma Drewry Shipping könnten Linienreeder wie Maersk, NOL oder Hapag-Lloyd in diesem Jahr Verluste von insgesamt bis zu 32 Mrd. $ anhäufen.

Hamburg Süd bekam den Abschwung nach den Worten von Joachim Konrad, stellvertretender Sprecher der Geschäftsführung und verantwortlich für die Liniendienste, ab November 2008 "mit voller Wucht" zu spüren. "Der negative Trend hat sich im ersten Quartal 2009 fortgesetzt", sagte Konrad. Besonders stark betroffen seien die Kernfahrtgebiete der Reederei von Asien, Europa und Nordamerika zur Ostküste Südamerikas. Die Auslastung der Schiffe von Hamburg Süd in den Liniendiensten fiel im ersten Quartal im Durchschnitt auf 61 Prozent. Das Transportvolumen sackte im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel ab.

Hamburg Süd hat sich anders als große Linienreedereien wie Maersk oder Hapag-Lloyd auf Containertransporte in Nord-Süd-Richtung spezialisiert, etwa zwischen Nord- und Südamerika oder Europa und Australien. Zweites Standbein der Reederei ist neben den Liniendiensten das Vermieten von Schiffen. Dieser Bereich leidet wegen der geringeren Nachfrage der Linienreeder und Überkapazitäten unter dem Verfall der Charterraten.

Die Branche müsse sich 2009 auf rückläufige Transporte einstellen, sagte Hamburg-Süd-Chef Gast. Der bislang prognostizierte Anstieg um 2,2 Prozent sei nicht realistisch. "Und wie 2010 wird, weiß schlichtweg niemand", sagte Gast. Hamburg Süd erwartet in diesem Jahr sinkende Erlöse. 2008 konnte die Reederei, die 47 Prozent zum Gesamtumsatz der Oetker-Gruppe beisteuert, die Erlöse noch um 24 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro steigern. Das Containertransportvolumen stieg um 25 Prozent auf 2,7 Millionen Standardcontainer (TEU). Das Ergebnis sei 2008 "zufriedenstellend" ausgefallen, sagte Heino Schmidt, Mitglied der Geschäftsführung.

Wie andere Containerreedereien auch dünnt Hamburg Süd Linien aus, kürzt die Kapazitäten und legt Schiffe auf. Insgesamt wolle das Unternehmen jährlich 250 bis 300 Mio. Euro einsparen, sagte Gast. Die Reederei, die trotz der Krise an den Bestellungen von 15 Containerschiffen festhält, wolle die Einsparziele möglichst ohne einen Personalabbau erreichen. Derzeit liefen Gespräche mit dem Betriebsrat über mögliche Kurzarbeit und Gehaltsverzicht, sagte Gast. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 4700 Mitarbeiter, davon rund 700 am Standort Hamburg.
 
aus der Diskussion: HCI HAMMONIA SHIP- Wird das noch was mit der Dividende?
Autor (Datum des Eintrages): Berni911  (24.04.09 14:56:10)
Beitrag: 5 von 31 (ID:37035356)
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