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Wie kann man einer Schülerin helfen, die ein Killerspiel (z.B. Quake 3 - Arena http://de.wikipedia.org/wiki/Quake_III_Arena) spielt und sonst keine bis wenig Kontakte im realen Leben pflegt. Mahnungen der Eltern, doch auch mal nach draussen zu gehen oder die Simpsons zu schauen wurden mit dem Kommentar abgelehnt, dass die Simpsons negativ beeinflussen würden (z.B. weil Krusty der Clown vor Kindern raucht).

Auf www.kamelopedia.de gibt es einen "humoristisch" verfassten Text der aber doch einen Funken subjektiver Wahrheit enthalten kann.
Selbstverständlich kann jeder Spieler von Killerspielen Realität und Spiel nicht mehr voneinander unterscheiden: Er springt im wahren Leben auf Pilze und wundert sich, dass er keine Münzen dafür erhält. Er befiehlt seinen Nachbarn irgendetwas und wundert sich, dass sie es nicht ausführen. Er stapelt Ziegelsteine vor dem Haus und wundert sich, dass sie nicht verschwinden, wenn eine Reihe voll ist. Diesem Zustand nachhaltiger Verwirrung kann ein noch nicht in seiner Wahrnehmung gefestigter Geist nur durch einen Amoklauf an seiner Schule entrinnen.

Diese Killerspiel-Ausbildungsprogramme für das wirkliche Leben verändern die Psyche eines Spielers nachhaltig. Aus einem rücksichtsvollen Kind wird ein rücksichtloser Kleinkrimineller. Das kommt daher, weil das angeborene Verhalten, das Leben als wertvoll zu achten, durch Killerspiele mit folgenden Denkmustern ersetzt wird:
"Alle sind meine Feinde. Ich bin der einzig Vernünftige hier. Nur ich kann mich durchsetzen. Ich bin der Gott des Todes, hahaha....".
Der Spieler wird jeden Tag genötigt, sich morgens aufzumachen und sich der Realität zu stellen - mit lauter unfähigen Sklaven in einen (im Verhältnis zur Weite der Spielmap) winzigen Raum zusammengepfercht deren Schweißgerüche einatmen zu müssen, von einer Figur vorn an der Tafel sich was wichtiges sagen zu lassen, was sowieso zur Lösung des Levels kein bisschen beiträgt, und schließlich sogar über dieses Geschwafel der Figur nahe der Tafel auch noch schriftliche Zusammenfassungen zu dokumentieren. Für so was hat der Killerspielspieler doch keine Zeit! Es geht doch darum, die Welt zu retten. Also weg mit den zeitverschwendenden Unterdrückern. Diskutieren hilft da gar nichts. Das muss man auch gar nicht erst versuchen. Die verstehen eh nicht, was läuft. Waffen müssen her. Gut, dass der Onkel im Schützenverein ist und daheim (obwohl Kriegsdienstverweigerer) Waffen sammelt. Der hat 'ne coole Sammlung. Der merkt doch gar nicht, wenn was fehlt...


Was soll man den Eltern empfehlen ? Dem Kind den PC-Stecker ziehen ? Würde das Kind überhaupt merken dass das die Eltern waren oder würde es die Telekom als Drahtzieher einer Verschwörung sehen ?

Oder ist das mit den Killerspielen doch alles Panikmache, denn schließlich hatten Napoleon und Attila keinen PC Zuhause ?
 
aus der Diskussion: Warum Jungen zu Schul-Killern werden
Autor (Datum des Eintrages): Grawshak  (29.05.09 11:31:01)
Beitrag: 23 von 30 (ID:37279993)
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