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Wind und Solarprojektierer im Ubernahmezielkreuz der großen Energiefirmen:

News - 22.07.09 13:04

Herstellern fehlt das nötige Kapital

Die großen Hersteller steigen derzeit massiv ins Geschäft mit den erneuerbaren Energien ein - und wirbeln die junge Branche kräftig durcheinander.
Etliche kleinere Solar- und Windkraftanlagenbauer sind ohnehin schon angeschlagen durch die Krise. Mit der neuen Konkurrenz im Nacken fürchten etliche Nischenanbieter um ihre Existenz.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Der Vormarsch der großen Versorger im Geschäft mit erneuerbaren Energien wird auch die Branche der Solar- und Windkraftanlagenbauer ordentlich durcheinanderwirbeln. Experten erwarten, dass sich die Konsolidierung der jungen Industriezweige beschleunigen wird. "Statt mit vielen kleinen wollen wir mit zwei, drei großen Anbietern verhandeln", sagt ein Eon-Manager.

Bei der Windenergie haben die beiden Schwergewichte bereits große Aufträge verteilt. RWE beispielsweise schloss jüngst mit dem Anlagenbauer Repower einen Rahmenvertrag für die Lieferung von bis zu 250 Offshore-Windkraftanlagen. Der Vertragswert liegt bei rund zwei Mrd. Euro.

In die Solarbranche dürften schon bald ebenfalls große Summen fließen. Eon und RWE sondieren zwar noch den Markt, beteiligten sich aber bereits an ersten Projekten. Aus ihrer Entschlossenheit, auch diesen Bereich zu erschließen, machen sie keinen Hehl. Denn allein die großen Versorger können das erforderliche Geld aufbringen: "Um ein Wörtchen im Solargeschäft mitzureden, wird schon ein dreistelliger Millionenbetrag fällig", sagt ein Berater aus der Branche.

Um solche Summen zu stemmen, sind die meisten Solarfirmen aber zu klein. Schon heute ist die Finanzlage bei vielen angespannt, weil die Preise für Solarmodule und -zellen massiv gefallen sind. Der Grund dafür ist die Nachfrageflaute bei Modulen. Seit Herbst sind die Preise um 30 Prozent, in einigen Fällen sogar um 40 Prozent gesunken. Mit dem Preisverfall hagelt es Gewinnwarnungen aus der erfolgsverwöhnten Industrie.

Branchenvertreter wie Solarworld-Chef Frank Asbeck und Analysten sehen den Preisverfall als Beschleuniger der Konsolidierung. Die Schwergewichte General Electric und Siemens lauern schon, um ihr Solargeschäft auszubauen. Interesse haben sie an Produktionskapazitäten - und die sind am Markt billig zu bekommen. Die Bewertungen für Firmen wie Q-Cells oder Solon sind an der Börse drastisch gefallen. Seit Anfang 2008 ist die Aktie des weltgrößten Zellenproduzenten Q-Cells um 90 Prozent gefallen.

Schon einmal nutzten Siemens und auch General Electric eine Krise, um in ein neues Geschäftsfeld vorzustoßen. Als die Windbranche nach der Jahrtausendwende ins Schlingern geriet, kauften beide Konzern zu. "Wichtig sind ihnen dabei vor allem Patente", sagt ein Berater. Auch jetzt könnten die etablierten Spieler der rettende Hafen für malade Firmen sein. Denn sowohl Siemens als auch General Electric haben den meisten Solarfirmen etwas voraus: einen globalen Vertrieb und Erfahrung mit der Massenproduktion.

Zu früh vorgeprescht ist allerdings Bosch. Der Konzern hatte im vergangenen Jahr für rund eine Mrd. Euro den Erfurter Zellenproduzenten Ersol mehrheitlich erworben - und seitdem Geld verbrannt. Denn Bosch stieg zur Hochphase des Solarbooms ein und kaufte auch noch einen kleinen Spieler, der kürzlich seine Prognose erneut zusammenstreichen musste. Heute wäre Ersol deutlich billiger zu bekommen.

Die Neuordnung der Solarbranche muss nicht immer in einer Übernahme münden: "Die erwartete Konsolidierung in der Photovoltaik-Industrie wird vor allem dadurch geprägt sein, dass einige kleinere und mittlere Zell- und Modulhersteller in Konkurs gehen oder sich aus dem Markt zurückziehen", sagt Andreas Resch von der Citigroup.

Eon hat zwar jüngst gemeinsam mit Schüco eine Produktionsstätte eröffnet. Dass die Energiekonzerne im großen Stil in die Produktion von Solarmodulen oder -zellen einsteigen, hält Resch aber für unwahrscheinlich: "Die großen Versorger sind vorwiegend an Stromerzeugungskapazitäten interessiert."

RWE und Eon könnten aber bei Projektentwicklern auf Akquisitionstour gehen. "Die Versorger lassen zwar auch den Kauf von Herstellern durchrechnen, Sinn macht aber nur der Erwerb von Projektgesellschaften", sagt ein Berater aus der Solarbranche. Denn um das Geschäft zügig zu entwickeln, brauchen die Unternehmen eine gut gefüllte Pipeline von Solar- und Windprojekten. Aus diesem Grund erwarb Eon kürzlich bereits den französischen Projektierer Conilhac. :eek:

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Quelle: HANDELSBLATT
 
aus der Diskussion: Solarparc mit der gleichen charttechnischen Formation wie Solarworld bei 40 €
Autor (Datum des Eintrages): jespkohl  (23.07.09 17:26:09)
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