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Investoren reissen sich um Windenergie:

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Kampf um die Windenergie : Kampf um den Wind

Haltern Am See, 21.10.2011, Irene Stock
In der Seestadt streiten sich zwei Investoren um die besten Plätze für den Wind.

Haltern am See. Während sich Bürgerinnen und Bürger, Initiativen und Dorfgemeinschaften auf öffentlichen Versammlungen, mit spektakulären Aktionen und inzwischen 1000 Eingaben an die Stadt Haltern gegen den Bau von Windanlagen wehren, buhlen Investoren um die Windkraftstandorte in Haltern am See.

25 Anlagen liegen der Kreis- verwaltung Recklinghausen zur Genehmigung vor. Zehn dieser Anlagen will die WWU Wind GmbH aus Münster bauen. Ein Unternehmen, das Anlagen für erneuerbare Energien plant, errichtet, finanziert und betreibt. Spezialisiert ist es auf Windkraft- und Solarprojekte. Die WWU-Anlagen sollen am Ortseingang Hullern, in Berg-Bossendorf und im Bereich zwischen Münsterstraße/L und Autobahn 43 entstehen.

Zweiter Großinvestor ist die „Windkraft KG“, ein Zusammenschluss von Lavesumer (Ex-)Landwirten, die auf ihrem Grund und Boden den Bau von fünf Anlagen beantragt haben.

Beide Investoren „kollidieren“ in dem Bereich Lavesum/Sythen, der als Windvorrangzone III und IV ausgewiesen werden soll. (Darüber gibt es noch keinen Ratsbeschluss.) Dort hat sich das Münsteraner Unterehmen bereits vor geraumer Zeit Flächen von Landwirten per Vertrag gesichert. Innerhalb der Zonen und zur Wohnbebauung müssen bestimmte Abstände eingehalten werden. Je nach Positionierung der Anlagen könnte der eine Investor dem anderen „das Wasser abgraben“ und Windräder verhindern.

Deshalb hat die WWU Wind der „Windkraft KG“ eine Kooperation angeboten. „Im Zuge der Antragstellung könnte diese alles vereinfachen, um das Optimum hinsichtlich der Genehmigungsfähigkeit zu erreichen“, ist Christof Moritz von der WWU Wind überzeugt. Zu dem Gespräch hatte der Kreis Recklinghausen gedrängt und beiden Investoren empfohlen, sich zu einigen, um eine Lösung hinsichtlich möglicher Standortvarianten zu finden. „Eine Moderatorenrolle hat der Kreis nicht; die Gespräche zwischen der Windkraft KG und der WWU Wind sollen bilateral geführt werden“, sagt Kreissprecher Jochem Manz.

Die Windkraft KG sieht bilateralen Gesprächen mit Skepsis entgegen. Sie vermutet hinter dem Ansinnen des Münsteraner Unternehmens ein nicht Haltern-orientiertes Interesse. Die Nachteile verblieben in der Stadt, die Vorteile, wie die Gewerbesteuer, flössen nach auswärts. Dass das Unternehmen an reiner Gewinnmaximierung orientiert sei, sehen Windkraftgegner und -befürwortger in Haltern durch ein „unmoralisches Angebot“ untermauert. Angeblich hat die WWU Wind angeboten, Standorte, die sie sich für Windanlagen gesichert hat, abzutreten. Kaufpreis: 700.000 Euro je Standort.

Derweil bleibt Haltern im Kreis Recklinghausen „der Problemfall“. Es geht um die Frage, ob die Verwaltung die Zeitschiene überschritten hat, um rechtskräftige Vorrangzonen auszuweisen. Ein Gespräch zwischen Kreis und Stadt Haltern in dieser Woche hat laut Jochem Manz keine neuen Erkenntisse gebracht. Die Stadt halte an ihren Rückstellungsanträgen für Windkraft-Bauanträge fest, so das Fazit. „Für uns bedeutet das, wenn Rückstellungsanträge kommen, werden wir über jeden einzelnen Standort entscheiden“, so der Pressesprecher des Kreises.
 
aus der Diskussion: Nordex , Windenergie und die Energiewende nach Fukushima
Autor (Datum des Eintrages): JJ24  (22.10.11 11:16:17)
Beitrag: 1,008 von 2,006 (ID:42245406)
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