Fenster schließen  |  Fenster drucken

Nebenbei:

http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13693161…


Zerstörtes Atomkraftwerk
Drucken Bewerten 07:51
Tepco kämpft gegen neue Kernspaltung in Fukushima

Neue Hiobsbotschaft aus Fukushima: In Reaktor 2 des zestörten Atomkraftwerks gibt es Anzeichen einer Kernspaltung. Borsäure soll eine Kettenreaktion verhindern.

Aus dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi ist wieder ein Vorfall gemeldet worden. In einem der Reaktoren seien Hinweise auf eine erneute Kernspaltung entdeckt worden, teilte das Betreiberunternehmen Tepco mit. Vorsorglich sei über eine Kühlwasserleitung Borsäure in die Anlage geleitet worden, um eine mögliche Kettenreaktion zu verhindern.

Bestätigung von Kernschmelzen in Fukushima

Atomkraftwerk Fukushima
In den drei Reaktorblöcken des AKW Fukushima 1 in Daiichi kam es kurz nach dem Erdbeben und dem Tsunami am 11. März 2011 zu Kernschmelzen. Das bestätigte die japanische Regierung Monate nach der Katastrophe.

Ein Anstieg der Temperatur, des Drucks oder der Radioaktivität in dem Reaktor wurde laut Tepco nicht gemessen. „Wir haben bestätigt, dass der Reaktor stabil ist, und wir glauben nicht, dass dies (der Vorfall) einen Einfluss auf unsere künftige Arbeit haben wird“, sagte Tepco-Sprecher Osamu Yokokura. Außerhalb des Kraftwerks sei keine Radioaktivität festgestellt worden.

Auch ein Sprecher der Atomsicherheitsbehörde, Hiroyuki Imari, sagte, man gehe nicht davon, dass es sich um ein größeres Problem handele. Es sei jedoch eine Untersuchung über die Ursache aufgenommen worden.

Kernspaltung erfolgt normalerweise in kontrollierter Form in Atomreaktoren zur Energiegewinnung. Drei der sechs Reaktoren der Anlage in Fukushima wurden durch das verheerende Erdbeben vom 11. März und den anschließenden Tsunami schwer beschädigt. Die Sorge über eine mögliche unkontrollierte Kernspaltung war durch das vermutete Auftreten der Gase Xenon 133 und Xenon 135 entstanden, Nebenprodukten einer atomaren Reaktion. Beide Substanzen haben eine kurze Halbwertzeit, so das eine mögliche Kernspaltung kürzlich erfolgt sein müsste.

Nach Angaben von Tepco war es in den vergangenen Monaten durch fortwährende Kühlung gelungen, die Temperatur im Reaktor 2 auf unter hundert Grad zu senken – eine der Bedingungen für die angestrebte kalte Abschaltung, bei der die Temperaturen allmählich sinken, ohne dass atomare Reaktionen stattfinden.
Anzeige

Durch die Naturkatastrophe vom 11. März starben rund 20.000 Menschen oder wurden als vermisst gemeldet. In Fukushima hatte sich am 11. März infolge der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe das schwerste Atomunglück seit Tschernobyl 1986 ereignet. Zehntausende Menschen in der Umgebung mussten evakuiert werden. Immer noch besteht um das Kraftwerk eine 20-Kilometer-Sperrzone. Die Stilllegung von Fukushima wird nach Einschätzung eines Expertengremiums mindestens 30 Jahre dauern.
 
aus der Diskussion: Nordex , Windenergie und die Energiewende nach Fukushima
Autor (Datum des Eintrages): JJ24  (02.11.11 08:05:17)
Beitrag: 1,613 von 2,006 (ID:42289049)
Alle Angaben ohne Gewähr © wallstreet:online