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Macht es denn wirklich Sinn, ein Darlehen mit 1,6% Zins (oder 2,2% bei längerer Zinsbindung) zu tilgen?
Ist nicht vielmehr zu erwarten, dass es im Lauf der nächsten 5 Jahre vielleicht irgendeine Investmentidee geben könnte, die mehr als diese 2,2% Ertrag verspricht? Zumal ja ein Kapitalertrag nur der Abgeltungssteuer unterliegen würde, die Zinsen aber mit dem pers Einkommensteuersatz zuBuche schlagen.

Der Witz beim Kapital hebeln ist natürlich, dass man das auch über die Laufzeit durchhält.
Aus der Tilgung eines Darlehens, das man im Notfall nachrangig eigentlich immer nur bei der gleichen Bank zu deren Traumkonditionen wieder erhöhen kann, erwächst keine Flexibilität und Sicherheit. Während man seinen Handlungsspielraum mit separat gebildetem Kapital stets vergrößert.

Die 6% Anfangsrendite sind natürlich regional zu sehen. Es ist aber dann eben kein guter Markt für Vermieter, sondern die Aargumentation muss dann lauten, die Wertsteigerung oder Preisstabilität in einem schwachen Markt, oder auch die gute Vermietbarkeit am jeweiligen Standort, muss mir das ausgleichen. Aber gerade da liegt eben ein spekulatives Element. Tatsächlich leistet man bei einer geplanten Tilgung von 9% + 2% Zins + 3% Instandhaltung = 14% und nur 5% Mieteinahme laufend unterm Strich 9% (meinetwegen minus 2% Steuerersparnis) an die Bank. Und wenn man das ganze Risiko einer Investition trägt, wieso sollen dann noch die Zahlungsflüsse in die entgegengesetzte Richtung laufen?

Und um plus minus null rauszukommen, müssen ja noch die Einmalkosten (Notar und grunderwerbsteuer) über meinetwegen 10 Jahre Haltedauer eingespielt werden, das drückt dann nochmal 1%.
 
aus der Diskussion: Einzelne ETW als Kapitalanlage
Autor (Datum des Eintrages): honigbaer  (28.06.14 14:30:43)
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