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[posting]54465243[/posting]
Zitat von sirmike: ▸ msg life

Bei der msg life AG läuft derzeit das Delisting-Erwerbsangebot und zwar noch bis zum 22. März. Innerhalb dieser Frist können Aktionäre der betreibenden Großaktionärin msg systems ihre Aktien für €2,38 andienen. Bisher haben hiervon nur sehr wenige Aktionäre Gebrauch gemacht, weil kleine Mengen zu deutlich höheren Kursen über die Börse veräußerbar sind. Institutionelle Investoren werden wohl am Ende der Frist das Angebot annehmen, wenn sie nicht bereit (oder rechtlich in der Lage) sind, eine ungelistete Aktie in ihrem Bestand zu haben.

Meine Einschätzung
Ich habe mit delisteten Aktien keine praktischen Erfahrungen - die msg life AG wird mein erster Gang in ein Delisting werden. Ich werde meinen Bestand also behalten und hier mal den Weg bis zu Ende mitgehen.

Momentan geht es bei msg life ja "nur" um ein Delisting, nicht um einen Squeeze-out. Für einen solchen muss der Mehrheitsgesellschafter ja mehr als 95% der Aktien eingesammelt haben - das dürfte schwer werden, weil ja aktuell nur €2,38 je Aktie geboten werden und das nimmt wohl kaum jemand an. Solange bleiben alle Aktionäre. Gut möglich, dass es später weitere Übernahmeangebote geben wird, dann zu höheren Preisen.

Squeeze-out: mit langem Atem sicher Geld verdienen

Sollte die msg systems mehr als 95% der Anteile zusammen bekommen, kann sie als Mehrheitseigentümer die Minderheitseigentümer mittels eines Squeeze-outs rausdrängen. Dann erhält man eine Abfindung und das war's. Es sei denn, einige Rausgedrängte wehren sich gegen die Abfindungshöhe und beantragen ein Schiedsverfahren. Sollte hierbei eine Nachbesserung herauskommen, gilt die für alle Rausgedrängten. Der Clou ist, dass man also bereits die Abfindung bekommen hat, und wieder woanders investieren kann, während die Nachbesserungsrechte ja "unentgeltlich" erworben wurden. Sollte es - nach Jahren - eine Nachbesserung geben, wird diese auch noch ab dem Tag des Squeeze-out rückwirkend üppig verzinst. So können die Zinsen schon mal mehr ausmachen als die eigentliche Nachbesserung.

Ob man jetzt Aktien der msg life AG erwerben sollte, muss jeder selbst wissen. Will man nach einem Delisting seine Anteile veräußern, kann es im ungünstigsten Fall so sein, dass man sie nur im Wege der Verhandlung an den Großaktionär verkaufen kann.

Man kann es sich aber auch einfach machen und sich - wie ich - auch Aktien der Scherzer & Co. ins Depot legen. Denn die sind Spezialisten für solche Abfindungssituationen - und haben heute bekannt gegeben, dass sie sich auch bei der msg life AG bereits einkaufen...

▸ Squeeze-outs: Birgt das Scherzer-Portfolio unerkannte Millionenpotenziale?

>>> zum ganzen Artikel


Hi !
Das mit den 95% stimmt nicht ganz. Für einem übernahmrechtlichen Squeeze Out
gemäß § 62 Abs. 5 UmwG, §§ 327a ff. AktG reichen auch 90%.
Quelle: Seite 39 der MSG-Angebotsunterlagen.

valuedeal
 
aus der Diskussion: DGAP-News: msg life ag: msg life publishes financial data for the first quarter of 2015
Autor (Datum des Eintrages): valuedeal  (05.03.17 14:39:22)
Beitrag: 64 von 72 (ID:54468792)
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