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@#104 von eierdieb

Ich sehe das in etwa genauso wie du.


Wenn Arafat von der Bildfläche verschwunden ist, wird man sehen, daß er nicht der diabolische Reiter war, zu dem man ihn gemacht hat.

Wenn man sich nochmal die Entstehungsgeschichte der PLO vor seinem geistigen Auge Revue passieren lässt, erkennt man, daß sie vom Treiber zum Getriebenen der politischen Strömungen in der arabisch-palästinensischen Gesellschaft geworden ist.
Sie hat zwar noch erheblichen Einfluß und Macht, kann sich aber den weltanschaulichen Veränderungen in der Region, in den letzten Jahrzehnten, nicht mehr entziehen.

Gegründet wurde die Palestine Lliberation Organisation als eine panarabische, sozialistische
Bewegung, die mehr mit Castro und HoSheMin am Hut hatte, als mit langbärtigen islamistischen Geistlichen a`la Khomeini.


Das Arafat heute so gerne von Gott, Heiligtümern, Märtyrertum, und ähnlichen redet, hat einerseits etwas damit zu tun, daß ihm der Fanatismus der religiösen Gruppen zu `pass kommt, um seine ohnmächtige Situation mit Selbstmordbombern zu "verbessern", anderseits damit, daß er die "Kids", die den größten Teil der palästinensischen Gesellschaft ausmachen, mit Sozialismus, oder anderen westlichen Ideologien, nicht mehr hinter`m Ofen hervorlocken kann.

Die Ideale seiner Jugendzeit sind bei den heranwachsenden Generationen "Megaout".
Um sich Selbst und seine Organisation an der Macht zu halten, muss er zwangsläufig auf die neuen, starken Strömungen und Einflüsse, wie die der Hamas, der Al Aksa-Brigaden, uä. Rücksicht nehmen.




H_S
 
aus der Diskussion: Das israelische Militär ist das letze......
Autor (Datum des Eintrages): Harry_Schotter  (05.04.02 23:52:38)
Beitrag: 116 von 131 (ID:6022103)
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