Fenster schließen  |  Fenster drucken

[posting]60966706[/posting]Sicherlich spricht nichts grundsätzlich gegen Kooperationen. Kooperationen können grundsätzlich sehr förderlich sein, und ich will keinesfalls ausschließen, dass nicht auch die Kooperationen mit Maruho sehr förderlich sein können. Ich frage mich aber, warum Maruho dann den aktuellen Aktienkurs für durch Spekulationen überhöht ansieht, wenn es doch so wertsteigernde Kooperationen sein sollen?

Solche Kooperationen, die Du bei Bayer, Pfizer oder Novartis ansprichst, sind regelmäßig am Markt sondiert und man macht die Kooperation dann mit demjenigen, der die besten Konditionen bietet.

Hier besteht bislang für die Aktionäre keine wirkliche Kenntnis, ob auch hier einmal eine ernsthafte Sondierung am Markt stattgefunden hat, ob nicht evtl jemand bessere Konditionen bietet als Maruho. Möglicherweise war dies ja der Fall und Maruho hat die besten Konditionen geboten, dann kann man das aber auch einfach mal glaubhaft mitteilen.

Im Unterschied zu den von Dir angesprochenen Kooperationen handelt es hier um eine Kooperation mit einem Großaktionär. Der Vorwurf von Balaton lautet aber bekanntlich, dass zwischen Maruho und Vorstand ein gewisses Schutzverhältnis bestehen könnte, dass Maruho evtl einerseits dafür sorgt, dass der Vorstand eine hohe Dotierung behält, während der Vorstand dafür mit Maruho hinsichtlich der Kooperationen evtl nicht so hart verhandelt, wie es möglicherweise mit einem Dritten erfolgen würde (zB zukünftig dann auch bei der Umlage der Vertriebskosten).

Genau diese Problematiken gibt es aber bei den Kooperationen von Bayer, Pfizer oder Novartis in vergleichbarer Form nicht, oder welche Kooperation erfolgt dort ebenfalls mit einem Großaktionär?

Ich will nur noch einmal an die Thematik der KEs zugunsten von Balaton und Maruho erinnern, bei welchen jeweils der gesamte Überbezug an Balaton und Maruho vergeben wurde. Der Vorstand mag sich hierbei vielleicht aus jeweils damaliger Sicht einen Nutzen (und eine Sicherung seiner Position) versprochen haben, sich das Wohlwollen des begünstigten zu sichern, von Vorteil für die übrigen Aktionären war das aus meiner Sicht aber jeweils ganz bestimmt nicht.

Und jetzt komme ich wieder zurück auf die Cutanea-Kooperation mit Maruho: Das BM Committee besteht zu 50% aus Maruho-Vertretern und 50% wohl aus unserem Vorstand, die sich noch dazu wohl im Geheimen abstimmen. Wo werden denn da die Interessen von uns übrigen Aktionären vertreten werden?

Ich will damit gar nicht sagen, dass dies alles zwingend zu Nachteilen für uns übrige Aktionäre führen muss, aber die Gefahr ist jedenfalls unübersehbar, dass da die Interessen des Streubesitzes im stillen Kämmerlein jedenfalls nicht die erste Geige spielen könnten (sondern vielleicht eher die letzte Geige). Man könnte es ja als außenstehender Aktionär schließlich nicht einmal ansatzweise konkret nachvollziehen, was da überhaupt konkret beraten und vereinbart wurde und ob das angemessen ist oder nicht.

Man kann natürlich sagen, man vertraut Vorstand und Maruho blind, dass sie gemeinsam nur das Beste für den Streubesitz herausholen wollen. Wer aber dieses blinde Vertrauen in die Nächstenliebe insbes. auch durch Maruho nicht hat, der hat dann ggf ein gewisses (Interessenvertretungs-)Problem, wenn er gleichwohl Aktionär bleiben will, weil er von den Produkten überzeugt ist.
 
aus der Diskussion: Biofrontera - Heiße Turnaround-Spekulation
Autor (Datum des Eintrages): biene463  (06.07.19 11:28:52)
Beitrag: 50,555 von 52,056 (ID:60967246)
Alle Angaben ohne Gewähr © wallstreet:online