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Kreise: Für France Telecom hat Einigung mit Banken Priorität
Kreise: Für France Telecom hat Einigung mit Banken Priorität

Büdelsdorf (vwd) - Für die France Telecom SA, Paris, haben Gespräche mit
den Banken über die Finanzierung der MobilCom AG, Büdelsdorf, nach Angaben
aus Kreisen des deutschen Unternehmens oberste Priorität. Alle anderen
Themen seien nebensächlich, erfuhr vwd am Freitag. Die französische
Großaktionärin müsse auf Grund des Kooperationsvertrages in jedem Fall für
die Schulden von MobilCom aufkommen. Selbst im Falle einer Insolvenz würden
diese Verpflichtungen bestehen. France Telecom hafte für die Schulden von
MobilCom in unbegrenzter Höhe, hieß es. Diese Verpflichtungserklärung liege
auch der Börsenaufsicht vor.

Erst wenn sich France Telecom mit den Banken über die Modalitäten
geeinigt hätte, könnte das Unternehmen mit dem
MobilCom-Vorstandsvorsitzenden Gerhard Schmid über den Preis für seine
Aktien verhandeln. Bei Kündigung des Kooperationsvertrages habe Schmid eine
Put-Option für seine Aktien. Es sei vereinbart worden, dass die Partner
jeweils eine Investmentbank benennen, die die Verhandlungen führen. Schmid
habe seine Bank bereits benannt.

Die Kreise bewerten das Verhalten von France Telecom als Drohgebärde. Der
Konzern wolle sowohl auf die Banken als auch auf Schmid und die
Kleinaktionäre von MobilCom Druck ausüben. Bei den Banken erhoffe sich
France Telecom einen Forderungsverzicht. Bei Schmid soll der genannte Preis
von 22 EUR/Aktie unterschritten werden und auch die Kleinaktionäre sollen
weniger erhalten. France Telecom wolle den Kleinaktionären kein Angebot
machen, scheine aber zu realisieren, dass daran kein Weg vorbei führe. Um
den Druck zu verstärken, scheue France Telecom vor rabiaten Mitteln wie
Verleumdung und Desinformation nicht zurück, so die Kreise weiter.

Sie pflichten Schmid bei, bei dem Aktienoptionsgeschäft mit der Millenium
GmbH einen Formfehler begangen zu haben. Zwar sei das Geschäft von der
Gegenseite geprüft und für in Ordnung befunden worden, allerdings habe der
Vorstandsvorsitzende die Auszahlung an die GmbH zwei Tage vor
Vertragseingang vorgenommen. France Telecom habe dies gezielt in die
Öffentlichkeit gebracht. Dabei hätten die Franzosen seinerzeit selbst einen
vergleichbaren Fehler begangen und MobilCom bereits vor Vorliegen des
Kooperationsvertrages Geld überwiesen.

Der MobilCom-Aufsichtsrat hat den weiteren Angaben zufolge Schmid
aufgefordert, mit der Millenium GmbH über die Rückzahlung des Geldes zu
verhandeln. Millenium habe daraufhin zwei Vorschläge unterbreitet. Da sich
der Aufsichtsrat noch für keine der Alternativen entschieden habe, sei auch
noch kein Geld geflossen. Ob das Gremium bei seiner nächsten Sitzung am 21.
Juni darüber verhandelt, sei nicht bekannt, hieß es weiter.
+++ Kirsten Bienk
vwd/14.6.2002/kib/mr
 
aus der Diskussion: ***MobilCom noch im July der Insolvenzantrag
Autor (Datum des Eintrages): ZockerFreak  (14.06.02 12:31:20)
Beitrag: 70 von 72 (ID:6636537)
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