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Die Hauptprobleme der Firma liegen im Vertrieb und in ihrer inneren Struktur. Die Entwickler haben jahrelang einen Perfektionismus gepflegt, der bei Domeyer auf fruchtbaren Boden fiel und eine der Ursachen für seine eminenten strategischen Fehler war.


>>Woher weißt Du das ?

Ihre Arbeit war teuer, die Ergebnisse ihrer Arbeit sind wertvoll

>>Das ist Deine Meinung - wie begründest Du die ?

, auch wenn die eierlegende Wollmilchsau noch nicht in dem Zustand ist, daß sie bei Mediamarkt stehen könnte.

>>Und fraglich bleibt es - ob dies je geschieht. Nichts anderes habe ich geschrieben.

Was lange versäumt wurde ist, von den Entwicklern cash-flow-trächtige Zwischenprodukte zu verlangen.

Domeyer selbst forcierte diese aberwitzige Politik auch noch, indem er die mbx 1000 bereits propagierte, als die mbx 500 gerade in den Regalen stand, daraufhin natürlich praktisch unverkäuflich.

>>Hier glaubst du zu sehr dem, was MBX selbst propagiert. hast du einmal die 500er objektiv getestet? Sie war immer unverkäuflich. Nicht wegen der "Phoenox". Das war vielmehr eine typische Schutzbehauptung Domeyers.

Er entwickelte keinerlei Phantasie hinsichtlich der bestehenden Möglichkeiten, sondern fokussierte ganz auf die „Vision“ der mbx 1000.

>>Auch das stimmt so nicht. Vielmehr ist und war die Phoenix-Plattform die einzige Chance von MBX. Und bezüglich des tatsächlichen Entwicklungsstandes wurde fast schon systematisch desinformiert.

Dabei war er nicht in der Lage, den Stand der Entwicklung der mbx-Technologien und die Eigendynamik des Entwicklungsprozesses, die Motivation seiner Entwickler, richtig einzuschätzen. Daß diese von ihrer Arbeit überzeugt sind und daß es ausgezeichnete Leute sind, wird von niemandem ernsthaft bestritten. Aber es sind keine Geschäftsleute.

Es ist jetzt die Aufgabe von Produktmanagment und Vertrieb, herauszufinden, was der Markt von dem, was Metabox hat, jetzt schon brauchen kann, das zu verpacken und zu verkaufen.

>> Und welches Produktmanagment soll das tun ?

Im Prinzip hatte Domeyer das schon letzten Sommer versprochen, er war nicht in der Lage, sich gegen die eingefahrenen Strukturen durchzusetzen.

>> Weil er genau diese "alten Strukturen" darstellt und auch übewrhaupt kein Interesse daran hat, dies zu ändern.

Vermutlich liegt das auch an seiner eklatanten Führungsschwäche im Zusammenhang mit seiner fehlenden sozialen Kompetenz. Mein Eindruck ist aber, daß Steinhauer und Arne Weber das Problem erkannt haben und mit Macht daran arbeiten.

Tatsache ist, und das kannst Du als gesicherte Information verbuchen, daß es nicht einen, sondern eine ganze Reihe Investoren gibt, die nur darauf warten, daß Metabox in Insolvenz geht, und sich über den Wert der Firma sehr bewußt sind.

>> Naja - ich bin mir da nicht so sicher...

Es könnte dann sein, daß es eine neue Metabox gibt, ohne die alten Aktionäre.

<< Und was soll man dagegen tun ?

Diese Rechnung kann aufgehen, muß aber nicht. Die Chancen schätze ich 50:50.

>> Optimist !! ich denke eher 1:99

Das Paradoxe ist, daß hier Domeyer noch einmal eine Rolle spielt – als Garant für die Altaktionäre. Denn daß er in einer neuen Metabox AG etwas zu sagen hätte, kann man getrost vergessen, und seine Aktien wären nichts mehr wert.

Wie ich bereits sagte: Wenn sich nur ein relevanter Investor oder ein größerer Kunde findet, werden die Geier hinterm Zaun nicht länger warten, und sich in Onkels aus Amerka verwandeln.

>> siehe oben

>> Sorry - aber ich habe das gefühl, dass Du dir da etwas zusammenstrickst. Kann ich gut verstehen, habe ich selbst auch gemacht. Aber so ist es leider eben nicht.
 
aus der Diskussion: Zur Lage der Metabox AG
Autor (Datum des Eintrages): Oliver H.  (24.07.02 20:26:06)
Beitrag: 19 von 46 (ID:6969024)
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