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T-Online hält neue Flatrate für konkurrenzfähig

Am gestrigen Donnerstag hat T-Online eine neue Tarifstruktur für den Internet-Zugang verkündet. Die wichtigste Änderung: Ab November kostet die T-DSL-Flatrate 29,95 Euro pro Monat statt bisher 25 Euro. Für 24,95 Euro gibt es dafür einen auf 5 Gigabyte pro Monat begrenzten Tarif.

Nach Informationen von heise online erlebten alternative Flatrate-Anbieter nur wenige Minuten nach Veröffentlichung der Nachricht über die Preiserhöhung bei der DSL-Flatrate einen regelrechten Ansturm von Kundenanfragen. So soll das Call-Center von Arcor allein in der ersten Stunde etwa 1600 zusätzliche Anfragen von interessierten Kunden verzeichnet haben. Auch beim T-DSL-Reseller 1&1 stieg gestern die Zahl der Nachfragen um 20 Prozent gegenüber der sonst üblichen Anzahl an, teilte Firmensprecher Michael Frenzel mit.

Muss also T-Online mit einem stärkeren Kundenschwund rechnen? Dazu und zu den Ursachen der Preiserhöhung befragte heise online Burkhard Graßmann, Marketing- und Vertriebsvorstand von T-Online:

heise online: Fünf Euro mehr für die "echte" T-DSL-Flatrate. Welche Ursachen gibt es für diese satte Preiserhöhung um immerhin fast 20 Prozent?


Burkhard Graßmann: Das hat verschiedene Gründe. Wir wollten die Tarife auch auf Wunsch der User noch stärker ausdifferenzieren. Der einzigen deutlichen Erhöhung stehen ja zahlreiche neue Tarife gegenüber, die sowohl für Privat- als auch für Geschäftskunden interessant sind. Darüber hinaus sollte die Flatrate aufgrund der konstant steigenden Nutzung kein Verlustbringer werden. Daher mussten wir den Preis anheben.
heise online: War die Flatrate also zuletzt nicht refinanziert?


Graßmann: Das will ich so nicht sagen. Sie könnte sich aber auf Dauer zum alten Preis nicht halten, weil die Nutzer immer mehr Transfervolumen verbrauchen. Die zugrunde liegende Mischkalkulation drohte nicht mehr aufzugehen, weil sich die Nutzung vervielfacht hat.
heise online: Spielen Sie auf die verstärkte Frequentierung von P2P-Tauschbörsen an?


Graßmann: Ja, beispielsweise. Ein Teil unserer Kunden nutzt, sagen wir einmal, volumenintensivere Dienste. Dazu kann man auch Tauschbörsen zählen.
heise online: Böse Zungen behaupten, Sie haben mit einer vergleichsweise günstigen Flatrate Kunden gelockt und den Markt erobert und nun, als absoluter Marktführer im Bereich der breitbandigen Privatkundenzugänge, erhöhen Sie die Preise.


Graßmann: Nein, keineswegs. Die Wirtschaftlichkeit muss gewahrt sein und zudem führen wir ja zeitgleich auch günstigere Tarife ein. Ein bewusster Nutzer, also einer, der nicht viel herunterlädt oder bei dem nicht Dritte auf seinen Rechner zugreifen und das Volumen in die Höhe treiben, kann etwa auch mit 1000 Megabyte monatlich auskommen.
heise online: Haben Sie keine Angst, jetzt eine Menge Kunden an die Mitbewerber zu verlieren?


Graßmann: Nein, wir haben doch Alternativen. Unsere T-DSL-flat-Kunden haben ja die Möglichkeit, in den auf fünf Gigabyte pro Monat begrenzten Tarif zu wechseln, und dort zahlen sie sogar fünf Cent weniger pro Monat als bisher für die Flatrate. Ich glaube nicht, dass wir einen Schaden zu erwarten haben, weil wir keinem Kunden die Möglichkeit nehmen, in einen günstigeren Tarif zu wechseln. Wir sind mit T-DSL flat auch beim Preis von 29,95 Euro konkurrenzfähig.
heise online: Andere Anbieter wie Callando lancieren gerade eine T-DSL-Flatrate für unter 20 Euro. Wie schaffen die das?


Graßmann: Ich glaube nicht, dass das Angebot kostendeckend ist, insofern schreckt es mich auch nicht.
heise online: Als Anbieter der Flatrate haben Sie variable Kosten bei den Carriern in Form des verursachten Traffics, verkaufen den Tarif aber zu einem fixen Preis. Ist das Modell denn überhaupt sinnvoll?


Graßmann: Solange es sich rechnet, ja. Wir haben es doch nicht umsonst beibehalten. Die Kunden nehmen in Kauf, dass sie es vielleicht mal weniger nutzen, als sie dafür bezahlt haben, aber sie müssen keine Sorgen haben, Limits zu überschreiten. Diesen Sorglos-Aspekt wollen wir beibehalten. Sie haben aber Recht: Mit Volumen-gekappten Tarifen verringert sich unser Risiko erheblich.
(hob/c`t)


http://www.heise.de/newsticker/data/hob-23.08.02-000/
 
aus der Diskussion: QSC Newsletter August 2002 Fernsehtester !!!
Autor (Datum des Eintrages): schadu  (23.08.02 22:23:50)
Beitrag: 16 von 19 (ID:7197430)
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