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@#53: Dass Kapitalerhöhungen zum Börsenkurs oder darüber platziert werden, ist eher die Ausnahme. In der Regel liegt der Ausgabekurs junger Aktien unterhalb des Börsenkurses, weil ansonsten eine Vollplatzierung nicht gewährleistet ist (hier anders, da eine Platzierungsgarantie vorliegt). Wer sollte denn auch sonst die jungen Aktien zeichnen, wenn sie an der Börse ebenso direkt erworben werden können? Somit liegen Bezugsrechtsabschläge bei Barkapitalerhöhungen systematisch vor. Wenn Sie etwas anderes behaupten und dies beweisen können, revolutionieren Sie die Finanzmathematik.

Ob Ankündigungen von Kapitalerhöhungen kursbelastend oder kursfördernd wirken, darüber gibt es Studien. Diese zeigen, daß eine pauschale Aussage hierüber nicht möglich ist. Vielmehr kommt es auf die Mittelverwendung an. Wird die Kapitalerhöhung zur Durchführung eines konkreten, positiv erwarteten Investitionsprojekts durchgeführt, wirkt dies in der Regel wertsteigernd, wenn sie durchgeführt wird, um bspw. seit langem bestehende Verbindlichkeiten zurückzuführen oder laufende Verluste zu decken, wirkt sie wertmindernd auf den Kurs. Diese Betrachtungen sind aber in der Tat eher akademischer Art.

Die Auswirkungen der konkreten Durchführung einer Kapitalerhöhung lassen sich zumindest näherungsweise mathematisch ermitteln und am Beispiel UNYLON sieht man ja, daß dies auch ungefähr hinkommt.

Wenn Sie Unterlagen zur UNYLON POLYMERS brauchen, rufen Sie am besten bei der Gesellschaft an. Die Unterlagen wurden vor der letzten HV im Dezember auf Anfrage an die Aktionäre versendet und liegen bestimmt noch in ausreichender Anzahl zum Versand bereit.

Die Investition in Guben betrifft übrigens den Aufbau eines zweiten Werkes. Über die Umsatz- und Ergebnis-Zahlen ist in der UNYLON-Studie eine Prognose enthalten. Die Aussage des Managements, daß der bestehende Verlustvortrag von rd. 9 Mio. Euro auf der Basis der alten Steuergesetzgebung bis zum Jahr 2005 aufgebraucht sein soll, ist ja ebenfalls schon bekannt (nach neuer Steuergesetzgebung dauert die Nutzung des Verlustvortrags natürlich länger). Inhaltlich möchte ich aus naheliegenden Gründen nicht weiter auf die Studie eingehen. Wenn Ihnen die Informationen als Investitionsgrundlage fehlen, sollten Sie natürlich nicht investieren, das ist ja grundsätzlich immer so.

Grüße

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aus der Diskussion: UNYLON AG
Autor (Datum des Eintrages): PeerShare  (28.01.03 20:36:47)
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