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@peershare und alle anderen Leser der u. g. Studie
Ziemlich das entscheidenste Kriterium für den Erfolg der Unylon-Mantelspekulation dürfte die Werthaltigkeit und die Ertragskraft der eingebrachten Beteiligung sein. Zu meinem Erstaunen findet hierzu in der u. g. Studie leider überhaupt gar keine Analyse statt, die Werte zur Ergebnisprognose scheinen mehr einem Wunschdenken entsprechend aber weniger auf betriebswirtschaftlichen Ansätzen basierend geschrieben worden zu sein. Der Erfolg von Unternehmen der Kunststoffpolymerisation wird weniger von Absätzen als von Margen bestimmt, welche durch Preisniveaus zum einen auf der Rohstoffseite und zum anderen auf der Abnehmerseite bestimmt werden. Beim Lesen der Studie sehe ich, daß der Autor offenbar weder eine Analyse der Märkte petrochemischer Erzeugnisse und des Nylonmarktes noch eine Wettbewerbsanalyse durchgeführt hat. Vielmehr scheinen die Ergebnisprognosen allein darauf zu beruhen, daß Herr Schlennstedt hier wohl schon wissen sollte was er mache, wenn er neue Aktien deutlich über Marktwert zeichne. Wenn man sich in diesem Zusammenhang vor Augen hält, welche Rolle hier überhaupt die Personen Schlennstedt und Hönig spielen, wird man zur Erkenntnis gelangen, daß hier im Grunde nichts anderes geschieht, als daß sich die Pongs & Zahn AG als Initiator der Mantelneuausrichtung des Verlusvortrages der ehm. ECB bemächtigt hat. Wenn es um das Interesse an der ehm. ECB geht können Hönig und Schlennstedt mit der Pongs & Zahn AG gleichgesetzt werden: Schlennstedt übt die Kontrollmehrheit bei P & Z aus und ist zudem Aufsichtsratsvorsitzender, Hönig ist Vorstandsvorsitzender. Es würde mich nicht wundern, wenn die von Schlennstedt als Eigenkapital eingebrachten Mittel als Gesellschafterkredite o. ä. ürsprünglich der P & Z entstammen.

Ich habe nun einmal kalkulatorisch überschlagen, welche Ergebnisse bei der "Unipol" in 2004 möglich sind, wenn die Rohmarge mit 13% die gleiche bleibt wie in 2001.
Bekannt ist, daß 2001 bei einer Gesamtleistung von 32,0 Mio EUR 35.000 Tonnen Nylon-Granulat produziert wurden. 2004 sollen dieses nach Inbetriebnahme der Erweiterungsinvestiton 50.000 Tonnen sein, bei gleichen Preisen also einer Leistung von 45,7 Mio EUR und eines Rohertrages von 6,0 Mio (4,2 Mio in 2001) entsprechend. Bei sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen in der gleichen Größenordnung wie 2000 und 2001 entsprechend und erhöhten Personalkosten durch die Erhöhung des Mitarbeiterstammes von 38 auf 48 liegt ein EBITDA von 4,5 Mio (3,3 Mio) zugrunde. Die Sachanlagen in Guben wurden Ende 2001 mit rd. 15 Mio EUR bilanziert. Zusammen mit der Neuinvestitionen von 14,5 Mio EUR dürften sich die ratierlichen linearen Aschreibungen etwa auf 2,0 Mio (1,0 Mio) erhöhen. Das EBIT beliefe sich auf 2,5 Mio (2,3 Mio). Die durch die Neuinvestition von 11,0 auf 25,5 Mio EUR erhöhten Verbindlichkeiten düften die Zinsbelastungen auf 1,4 Mio (0,6 Mio) steigen lassen. Es verbliebe ein EBT von 0,9 Mio EUR (1,7 Mio). Hierauf kommen weitere Belastungen in Form von Verwaltungskosten der Unylon AG, Zinsen für Genusscheine, Ausgleichszahlungen an Pongs & Zahn und Belastungen durch zukünftige
Eventualverbindlichkeiten aus einem Besserungsschein zu. Nun frage ich mich, wie der Autor der u. g. Studie das für 2004 prognostizierte EBT der Unylon von 2,9 Mio EUR erklären kann. Für 2007 werden sogar 3,7 Mio angegeben. Desweiteren sollte man die Augen nicht vor den außerperiodischen Ergebnisbelastungen in 2003 verschließen, die auch durch die Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand nicht kompensiert werden dürften. Meine Überschlagsrechnung ist kein Brief mit Siegel, sie dürfte aber klar machen, daß es hier noch eine Menge Fragezeichen gibt.
 
aus der Diskussion: UNYLON AG
Autor (Datum des Eintrages): Syrtakihans  (10.02.03 12:18:03)
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