USU Software
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Gute Zusammenfassung auf x.
https://x.com/matschmitt2009/status/2075992338258620578
Am Donnerstag fand in Möglingen bei Ludwigsburg die diesjährige Hauptversammlung der USU Ventures AG (ehemals USU Software AG) statt. Zum Hintergrund: USU führte vor gut zwei Jahren ein Delisting zu 18,50 Euro durch. Die Aktien sind nun nur noch auf Antrag des Maklers (nicht der Gesellschaft) in Hamburg im Freiverkehr gelistet und damit ist der Geschäftsbericht und die Hauptversammlung die wichtigste Informationsquelle. Kurze Zeit nach dem Delisting wurde das Produktgeschäft (USU GmbH) an einen Private Equity Fonds von Thoma Bravo verkauft und es gab 1,70 und 14,50 Euro an Dividenden. Großaktionär Udo Strehl und seine Familie haben beim Delisting ihren Anteil von gut 50 auf über 81 Prozent erhöht und nach zwei Jahren gerade mal noch eine Kapitalbindung von 2,30 Euro je Aktie (aktueller Kurs 8,88 Euro). Wie hoch der tatsächliche Wert liegt, darüber scheiden sich die Geister – Vorstand und Aufsichtsrat sehen den Wert gering und würden gerne für 5 bis 6,50 Euro Aktien zurückkaufen – die Aktionäre finden hingegen bei Recherchen Anzeichen für das genaue Gegenteil. Da ist zunächst einmal das operative Beratungsgeschäft, das nicht von Thoma Bravo gekauft worden ist. Es firmierte zunächst unter USU Digital Consulting GmbH und seit letztem Jahr nun als puntus GmbH. Auf der Hauptversammlung nannte der Vorstand für puntus jährliche Umsatzzuwächse von sechs bis neun Prozent pro Jahr in den kommenden Jahren. Für die EBIT-Marge nannte er mal mehr als zehn Prozent, mal mittelfristig zehn bis 15 Prozent. Puntus hat im Jahr 2025 ein Jahresergebnis von 4,039 Millionen Euro erzielt. Legt man für dieses Geschäft nun ein 10er-KGV zu Grunde, kommt man auf einen Wert von rund 40 Millionen Euro oder rund vier Euro je Aktie (es stehen etwas über zehn Millionen Aktien aus). Zweiter großer Block sind der Cash und cash-ähnliche Investments. Die USU Ventures AG hat per Ende 2025 fast 29 Millionen Euro in Preferred Shares einer britischen Gesellschaft (Zug UK HoldCo Ltd.) – über die Thoma Bravo und die USU Ventures die Beteiligung an der verkauften USU GmbH halten - investiert. Auf Nachfrage bestätigte der Vorstand einige Infos zu diesem Konstrukt: Die Preferred Shares werden mit zehn Prozent pro Jahr verzinst. Die Zinsen werden dabei nicht ausgezahlt, sondern es erfolgt erst eine Auszahlung, wenn ein Weiterverkauf der USU GmbH erfolgt ist. Bis dorthin werden die Zinsen aber auch mit zehn Prozent pro Jahr verzinst (Zinseszinseffekt!). Bei einem Verkauf der USU GmbH werden zunächst die Schulden der Zug UK HoldCo beglichen, an der nächstfolgenden Stelle kommen bereits die Preferred Shares, welche die USU Ventures AG hält. Pro Aktie machen die 29 Millionen Euro damit rund 2,90 Euro aus. Daneben verfügt die USU Ventures AG noch über Wertpapiere (Geldmarktfonds) und Cash von 28 Millionen Euro oder 2,80 Euro je Aktie. Bis hierher kommen wir also schon auf 9,70 Euro (4,00 + 2,90 + 2,80 Euro) je Aktie. Und den Rest würde der Vorstand auch gerne verschweigen. Aber das eigentliche Asset der USU Ventures AG ist eine 18,6prozentige Beteiligung an der Zug UK HoldCo Ltd., die letztendlich die USU GmbH nun besitzt. 2024 hat die USU Ventures AG die USU GmbH komplett verkauft, aber sich übe die Zug UK HoldCo Ltd. wieder rückbeteiligt. Dabei haben die Schwaben einen Kniff angewendet, um die wahren Werte in der Bilanz nicht zu zeigen. Aus dem Verkauf der USU GmbH erzielten sie 2024 noch 156,6 Millionen Euro Erträge – in der Bilanz stehen die 18,6 Prozent an der Zug UK HoldCo Ltd. nun aber nur noch mit 5,106 Millionen Euro, da die USU Ventures AG sich direkt bei der Gründung an der Limited beteiligt hat und die Fonds von Thoma Bravo entsprecht ein Agio gezahlt haben. Was ist diese Beteiligung nun wert? Hier gibt es mehrere Wege sich zu nähern. Einen Anhaltspunkt liefert Dr. Benjamin Strehl. Er ist der Sohn des Firmengründers und Aufsichtsratschefs Udo Strehl und nun Geschäftsführer der USU GmbH. Auf LinkedIn feierte er vor einigen Monaten die USU GmbH nach der Übernahme des französischen Wettbewerbers Mayday als „Unicorn“, also als Firma mit einem Unternehmenswert von mehr als einer Milliarde Euro. Da zur Übernahme von Mayday 100 Millionen Euro Schulden aufgenommen wurden, ergibt das einen Wert des Eigenkapitals von 900 Millionen Euro. 18,6 Prozent davon wären 167,4 Millionen Euro oder 16,74 Euro je Aktie. Laut Aussage der Verwaltung ging ein großer Teil der Prüfungszeit auf die Bewertung der Anteile an der USU GmbH. Hierfür wurden zehn verschiedene Exit-Szenarien mit Exit-Preisen von 150 bis 600 Millionen Euro durchgespielt, ein Diskontierungssatz von 9,78 Prozent gewählt und ein Exit-Zeitraum von vier Jahren. Zudem waren wohl die 2024er-Abschlüsse Basis dafür (die 2025er lagen noch nicht vor und auch sonst stelle man sich sehr „informationsdumm“). Am Ende hat die Verwaltung den Abschlussprüfer offensichtlich zufriedengestellt, so dass die USU GmbH wie oben bilanziert wird und im Geschäftsbericht kaum erwähnt wird. Im Geschäftsbericht 2026 schwenkt man dann in der Konzernbilanzierung vorsichtshalber auf HGB um, wo Zuschreibungen nicht erlaubt sind. Immer schön die Werte verstecken. Offen kommuniziert wird der Wert wohl das nächste Mal erst, wenn die USU GmbH weiterverkauft ist und der Liquidationserlös der USU Ventures AG zufließt. Im Vorfeld der Hauptversammlung gab es zwei Gegenanträge, einer von mir mit der Forderung nach Mindestdividende von 4 Cent je Aktie (was dem Gesetz nach den Aktionären zusteht, wenn ein Bilanzgewinn vorhanden ist und die Gesellschaft durch die Ausschüttung nicht in Bedrängnis kommt) sowie einer von der Susvent GmbH der das Aktienrückkaufprogramm weiter (Begrenzung auf 6,50 Euro je Aktie ist ein Witz und soll nur einen Preisanker für den Kurs setzen) fasst. Beide Anträge wurden erwartungsgemäß mit den mehr als acht Millionen Stimmen des Großaktionärs abgelehnt. Aber mit 457.283 Stimmen votierte nahezu der gesamte auf der Hauptversammlung vertretene Streubesitz gegen den Vorschlag des Vorstands, keine Dividende zu zahlen. Merklich angesäuert war Aufsichtsrats-Chef Strehl dann, als er das Ergebnis der Entlastung des Aufsichtsrates bekanntgeben musste. Hier durften seine Beteiligungsgesellschaften sowie sein Aufsichtsratskollege Erwin Staudt nicht mit abstimmen – und prompt wurde mit 53,81 Prozent die Entlastung verweigert. Bei USU Ventures ist weiterhin Geduld gefragt. Bis die Werte durch einen Weiterverkauf der USU GmbH (und PE-Firmen halten solche Gesellschaften im Schnitt drei bis fünf Jahre, zwei davon sind nun um) gehoben werden, dürfte die Verwaltung versuchen weiter die Werte vor uns Aktionäre zu verstecken. Aber wer recherchiert, auf der Hauptversammlung Fakten jenseits des Geschäftsberichts erfragt und die Ergebnisse addiert, erkennt, dass der Wert deutlich höher als der aktuelle Börsenkurs ist. Aber es wird Zeit und Geduld brauchen, bis dieser gehoben werden kann.
https://x.com/matschmitt2009/status/2075992338258620578/photo/1
Die Gegenanträge wurden gestern leider beide abgelehnt, bzw. es kam gar nicht zur Abstimmung, da der Großaktionär über seine TOPs zuerst abstimmen lies. Trotzdem vielen herzlichen Dank an die beiden Antragsteller, die mit viel Engagement und Vehemenz auf der HV klar aufgezeigt haben, dass hier die Kleinaktionäre an der Nase herumgeführt werden sollen. Das wurde auch von anderen kritischen Rednern herausgearbeitet.
)
Mein Fazit: Ich bleibe der USU Ventures weiterhin treu
.
Liest sich dennoch gut.
Zwei Gegenanträge auf der HV der USU:
Zu den Gesellschaften die ich gefunden habe. Da gibt es u.a. die:
Man erfährt im GB unter (S.108)
1. Angaben zum Anteilsbesitz
[Für die ZUG UK / MEP Warehouse sind die] dargestellten Werte Eigenkapital und Jahresergebnis betreffen den Abschluss
zum 31.12.2024, da noch kein aktueller Abschluss zum 31.12.2025 vorliegt.
Da solltest Du noch mal genau lesen - TOP 8:
Ja, insgesamt sieht das Ergebnis mit 55 Cent je Aktie sehr solide aus. Auch die Prognose für die kommenden Jahre mit starkem EBIT Wachstum sind sehr positiv, wenngleich es Umsatzrückgänge geben soll. Es soll dabei Margenschwaches Geschäft (Admin) wegfallen und höhere Gesamtmargen erzielt werden.
Wenn ich es richtig gesehen habe soll es wieder ein Aktienrückkaufprogramm geben und diesmal ohne den dämlichen Maximalpreis?
Was die Dividende betrifft erinnere ich mich an die HV von vor 2 Jahren bei der Strehl während der HV per Gegenantrag die Dividende erhöht hat. (Warten wir mal ab, was passiert)
Spannend finde ich diesen Punkt im GB:
12. Langfristige finanzielle Vermögenswerte
[..] ein Darlehen an die Zug HoldCo Ltd. in Höhe von TEUR 23.717 unter den lang-
fristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen, bei dem die Rückzahlung ausschließ-
lich durch den Veräußerungserlös aus dem Verkauf der Zug HoldCo Ltd. und ihrer Tochter-
gesellschaften erfolgt.
-> Ist das die Option wenn Thoma Bravo einen EXIT bei der USU GmbH macht, dadurch die USU Ventures profitiert? Ist das ein fixer Betrag? USUV ist ja mit 18,4% selbst an der Zug UK HoldCo Ltd. Beteiligt.
Zug UK HoldCo Ltd = Zug HoldCo Ltd. -> Ist die gleiche Gesellschaft gemeint?
Alles in allem seht es gut aus.
0,55 Cent EPS ist ordentlich. Hoch zweistellige EBIT-Steigerungen für 2026 hört sich auch gut an, aber das EBIT war niedriger (es hat gut Zinserträge gegeben). Aber es geht alles in die richtige Richtung.
Die HV-Einladung wurde im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Dividende gibt es keine
. Der
ausgewiesene Bilanzgewinn von 37 Mio € (!) soll vollständig
auf neue Rechnung vorgetragen werden. Und ja, obwohl letztes
Jahr gesagt wurde, dass das generöse Aktienrückkaufprogramm
maximal ein Jahr läuft, soll es nochmals um ein Jahr
verlängert werden
.
Vielleicht will ja noch jemand zwischen 5-6,50 € aussteigen
.
.
Bisher habe ich nur die Einladung erhalten und keine Dokumente gefunden. Vermute aber, dass der Informationsgehalt bis zur nächsten CA gering sein wird.
Ich meine in Erinnerung zu haben das es vorläufig keine mehr gibt. Oder verwechsle ich da was.😯
So, alle wieder aufwachen
. In
den nächsten Tagen sollte die Einladung zur Hauptversammlung
erfolgen, sofern diese wie angekündigt am 9.7.26 in Möglingen
stattfindet.
Dann kommt wohl doch kein Aktienrückkauf mehr zu den maximal 6,50 Euro 😉
Wir Kleinaktionäre müssen doch zusammenhalten
Hätte man sich denken können, dass hier zum Jahresende nach diesem Dividendenabschlag ein enorm Druck zu Window-Dressing herrscht. Den großen Vordividendenposten habe ich rechtzeitig umgeschlagen. So langsam wird das auch für Nachkäufe spannend. In 2026 sollte es wieder aufwärts gehen.
USU GmbH
Digital Consulting
Cash
…
"Die ORDENTLICHE Hauptversammlung 2026 der USU Ventures AG (vormals: USU Software AG) findet voraussichtlich am 9. Juli 2026 in Möglingen statt."
wäre gern hingegangen, aber ist mir etwas zu kurzfristig
