Paul Hartmann AG (Seite 213)

eröffnet am 13.11.05 11:57:45 von
neuester Beitrag 15.01.21 11:07:44 von


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19.11.20 08:53:05
Beitrag Nr. 2.121 ()
Nochmal zu der Frage, wann die Quartalszahlen zu erwarten sind.

Die waren dieses Jahr ja immer später dran als in den Vorjahren. Gründe dürften irgendwo in der Kombination aus neuem CEO, Unsicherheit durch Covid und Finanzabteilung im Homeoffice liegen, und da man auch keine geplanten Termine veröffentlicht kann man auch nicht zu spät sein...

Die Zhalen der letzten Quartale kamen:
Q1 28.5.
Q2 20.8.
Paul Hartmann | 336,00 €
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19.11.20 11:20:55
Beitrag Nr. 2.122 ()
Man konnte doch schon in Q1 den Zahlenteil in der Quartalsberichterstattung eindampfen, da das "Bereinigte EBITDA" so eine tolle Steuerungsgröße ist... Jetzt muss man uns Aktionäre nicht mehr mit dem unbereinigtem EBITDA, dem EBIT und dem Konzernergebnis belasten, das spart doch sicher viel Zeit, oder?
Paul Hartmann | 340,00 €
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19.11.20 17:58:20
Beitrag Nr. 2.123 ()
Was macht bei Dir weniger Aufwand? Den Schwiegereltern, die zu Besuch kommen, eine unbereinigte oder eine bereinigte Wohnung zu zeigen?

Das spart leider nur uns beim Lesen Zeit... (und macht das Warten auf den Jahresabschluss wichtig).
Das der Berichte zu Q1 und ziemlich sicher auch Q3 viel "sparsamer" sind als der Halbjahres/Jahresbericht heißt ja nicht, das man die Zahlen nicht hat.

Ich schau' in den "krummen" Quartalsberichten fast nur noch auf den Umsatz. Der ist zwar auch bereinigt, aber wenigstens nachvollziehbar (um Akquisitionen, Firmenverkäufe und Währungsschwankungen bereinigt).

Und ich bin wirklich gespannt auf den Jahresbericht im März.

Und für die Freunde des Zahlenkaffeesatzlesens:

Geschäftsbericht 2019:
- EBITDA 210,4 Mio
- bereinigtes EBITDA 211,9 Mio (=der Effekt war gar nicht so groß)
- EBIT 104,4 Mio
- Konzernergebnis 62,9 Mio
- Ertragssteuern: -35,1 Mio

Die alte Planung für 2020 lautete:
ein deutlich reduziertes EBIT für 2020. Gleichzeitig geht der Vorstand für 2020 von einem moderaten organischen Umsatzwachstum und einem bereinigten EBITDA von EUR 159 bis EUR 176 Mio. aus.

Im Halbjahresbericht: HJ1 2020
- EBITDA?
- bereinigtes EBITDA 130,0 Mio
- Betriebsergebnis (=EBIT) 99.1 Mio
- Konzernergebnis: 70 Mio
- Ertragssteuern: -27.1 Mio

Und die neue Prognose:
...von einem starken organischen Umsatzwachstum und einem bereinigten EBITDA von EUR 230 bis EUR 280 Mio...:

-> Konzernergebnis, EBIT und Ertragssteuern stiegen deutlich stärker als das in den Vordergrund geschobene bereinigte EBITDA.
bei den Abschreibungen hat sich nicht viel getan, die sind fast unverändert.


Interpretation:
Ursprünglich wurde das bereinigtes EBITDA ja tendenziell eingeführt, um schwierige Jahre (z.B. Sondereffekte aus der Neuaufstellung) zu glätten und in den Zahlen zu verstecken, genauso gut kann man damit aber auch umgekehrt Gewinne kleiner rechnen um nicht allzu offensichtlich als Coronaprofiteur dazustehen.
Paul Hartmann | 344,00 €
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19.11.20 18:53:14
Beitrag Nr. 2.124 ()
Das war logischerweise nur ein Scherz mit der Zeitersparnis durch den eingedampften Zahlenteil - das bereinigte EBITDA als Zusatzinformation mitzugeben hätte ich übrigens vernünftig gefunden, dass man uns aber EBIT, EBITDA und Ergebnis vorenthält spricht mE dann doch eine deutliche Sprache. Was soll das bringen?

Naja, wie dem auch sei: Das fehlende reportete EBITDA H1 in deiner Übersicht lag bei 144 Mio € (99,2 M€ EBIT + 44,8 M€ AfA). Dass das EBIT und Ergebnis stärker steigt als das EBITDA liegt im Prinzip in der Natur der Sache, eben weil die Abschreibungen relativ konstant sind (und im Falle von Paul Hartmann in H1 sogar leicht zurückgegangen sind im Jahresvergleich).
Paul Hartmann | 344,00 €
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20.11.20 11:45:09
Beitrag Nr. 2.125 ()
Mein Fragezeichen beim (normalen) EBITDA kommt hierher:

Laut Halbjahresbericht:
„Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte„
-32.8 Mio in Q1 2018
-46.8 Mio in Q1 2019
-44.8 Mio in Q1 2020


Aber laut Geschäftsbericht:
„ Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen“
-29,3 Mio in gesamt 2018
-29,5 Mio in gesamt 2019

Irgendetwas ist da atypisch, oder das sind doch Äpfel und Birnen. Auf jeden Fall bezieht sich der leichte Rückgang auf ein Vorjahreshalbjahr mit außergewöhnlich hohen Abschreibungen.

Was man mit Deiner Rechnung aber auch sieht ist genau mein Punkt: Selbst das (normale) EBITDA liegt damit deutlich über dem bereinigen EBIT und ist viel stärker gestiegen.

EBITDA: 144 Mio. Bereinigtes EBITDA*: 130 Mio.

Ursache vermutlich in Q2 2020. Man kann zwar keine direkte Rechnung machen, wie sich EBIT und unbereiniges EBITDA auf Q2/3 verteilen. Aber dies Zahlen sehen doch stark danach aus, das man vor allem in Q2 nach unten bereinigt hat:
Q1: Umsatz 603 Mio. Bereinigtes EBITDA: 73,6 Mio.
Q2: Umsatz 621 Mio. Bereinigtes EBITDA: 56,7 Mio.


2019 war das bereinigte EBITDA höher als das unbereinigte und der Unterschied noch nicht groß. Bei der Konstruktion des bereinigtes EBITDA ist das auch eher zu erwarten. Und auch so gewollt: „Das bereinigte EBITDA und das organische Umsatzwachstum sind für die HARTMANN GRUPPE wichtige interne und externe Bewertungskennzahlen, die nicht durch Sondereffekte belastet sind“

EBIT
+ Abschreibungen
+ Wertminderungen / Wertaufholungen
= EBITDA
+ Restrukturierungsaufwendungen
+ Gewinne (-) / Verluste (+) aus Desinvestitionen
+ Akquisitionsbezogene Aufwendungen
+ Sonstige Anpassungen
= bereinigtes EBITDA


Die Restrukturierungsaufwände und die akquisitionsbezogene Aufwendungen können nie negativ sein. Bleiben also
+ Gewinne (-) / Verluste (+) aus Desinvestitionen
+ Sonstige Anpassungen

Im März hat man Sanimed zum 1.4. verkauft. Ein Verkaufsgewinn (des Problemfalls) könnte zu einem solchen Effekt führen. Das wäre dann ein Einmaleffekt in Q2.
In den „sonstigen Anpassungen“ (Danke für soviel Transparenz bei der Definition und Berechnung von Kennzahlen) sind mit größerer Wahrscheinlichkeit Themen wie Währungsschwankungen, veränderte Rohstoffpreise usw. enthalten. Wenn man diese (seit Frühjahr positiven) Efekte herausrechnet sinkt das bereinigte EBITDA.

Unterm Strich bleibt für mich
- Mit dem bereinigten EBITDA schiebt man ausgerechnet die Kennzahl in den Vordergrund, die zwar als Ergänzung ihre Berechtigung haben mag, aber auch am leichtesten beeinflussbar ist. In Q1/Q3 reportet man gar nichts anderes offiziell.
- Ursprünglich wollte man damit negative Sondereffekte ausblenden, jetzt passiert das Gegenteil: positive Sondereffekte werden ausgeblendet.
- Entsprechend ist das bereinigten EBITDA in 2020 auch die Kennzahl, die die positiven Entwicklung am „gedämpftesten“ zeigt.

-> das wirkt gewollt oder ungewollt ganz schön schwäbisch.
Und um mich zu wiederholen. Im Zweifel ist mir der Tiefstapler viel lieber als der Hochstapler.
Paul Hartmann | 338,00 €
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20.11.20 12:05:22
Beitrag Nr. 2.126 ()
Ich glaube, du wirfst da Einzelabschluss und Konzernabschluss durcheinander: Die -29,5 M€ AfA sind die Abschreibungen des Einzelabschlusses der Paul Hartmann AG, die du wahrscheinlich aus dem Jahresabschluss entnommen hast. Platt gesagt ist das nur die Muttergesellschaft und nicht die komplette Hartmann Gruppe.

Relevanter ist für uns doch der Konzernabschluss, der ja auch unterjährig reportet wird - die Zahlen findest du im wirklichen Geschäftsbericht, zum Beispiel auf S.36 (106 M€ AfA für das GJ 2019).
Paul Hartmann | 338,00 €
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20.11.20 14:00:20
Beitrag Nr. 2.127 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.781.597 von Ari_Gold am 20.11.20 12:05:22Sorry - Du hast recht, die Äpfel und Birnen habe ich selbst verursacht: ich hatte zu viele Dokumente gleichzeitig auf - und die Abschreibungen 2018/19 aus der AG statt aus dem Konzern genommen.
Der Rest der 2019 Zahlen waren aus dem Konzernbericht.

Richtig sind: Abschreibungen:
2018 -70.3 Mio
2019 -105.9 Mio
Das passt dann auch zu den Halbjahreszahlen.
-> Mein Fragezeichen zu den 144 Mio EBITDA kann man streichen.

Was damit auch sicher passt, ist die in Richtung und Höhe interessante Differenz zwischen den 144 Mio EBITDA und den 130 Mio bereinigtem EBITDA.
Paul Hartmann | 338,00 €
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27.11.20 11:35:13
Beitrag Nr. 2.128 ()
gibt es was Neues von den Q3 Zahlen oder muss man am Open Market keine Q3 Zahlen veröffentlichen?
Paul Hartmann | 340,00 €
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27.11.20 12:54:08
Beitrag Nr. 2.129 ()
Müssen müssen sie im Open Market im Quartal nichts. Aber gemacht wird es trotzdem irgendwann, zumindest gewohnheitsmäßig.

Frage für die Wartezeit:
Wie wird sich das Auslaufen der Ausnahmeregelung zur Biozidverordnung zum 31.8. auswirken?

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateie…

https://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung_(EU)_Nr._528/2012_(…

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/_Resources/Persist…

Die Ausnahmeregelung hatte es in der Knappheitsphase die Zulassung von Handdesinfektionsmitteln erleichtert und lief am 31.8. aus. Sie betrifft nur einen Teil des Marktes (Propanol haltige Desinfektionsmittel). Ethanolhaltige Desinfektionsmittel unterliegen anderen Übergangsvorschriften.

Eigentlich müsste das bewirken, dass jetzt im Herbst/Winter vor allem die großen Hersteller mit zwischenzeitlich angepassten Kapazitäten etwas stärker profitieren. Gefühlt ist aber immer noch ziemlich viel Wildwest im Markt (siehe Rückrufe bei Edeka, falsche Kennzeichnung, unzulässige Werbeaussagen...).
Paul Hartmann | 342,00 €
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01.12.20 14:33:34
Beitrag Nr. 2.130 ()
Immer noch keine Q3-Zahlen da, aber irgendwie kann ich noch nicht so wirklich glauben, dass man sich die Blöße gibt und die Zahlen ganz weglässt.

Ich könnte mir -nach allem was ich hier bezüglich Kapitalmarktkommunikation kennenlernen durfte- gut vorstellen, dass man die Ist-Zahlen Anfang Dezember zusammen mit der Ergebnisprognose fürs neue Geschäftsjahr veröffentlicht. Ich persönlich rechne dann mit einem ausführlichen Verweis auf eine sehr, sehr konservative Planung mit den üblichen Argumenten (Rückgang Sonderkonjuktur Corona, sinkende Gesundheitsbudgets durch Corona, Preisdruck, steigende regulative Anforderungen) und einer kurzen lapidaren Abhandlung der mutmaßlich sehr starken Ist-Zahlen am oberen Ende der Prognose (analog zu den Zahlenentwicklung von IVF Hartmann). Aber lassen wir uns überraschen, vielleicht sehe ich das auch zu kritisch.

Übrigens gibt es ja doch ganz gute Argumente dafür, dass auch das kommende Jahr ein starkes werden wird: Die Infektionsschutz-Nachfrage sollte doch vorerst weiterhin auf einem erhöhten Niveau bleiben, eine Sonderkonjuktur durch Massenimpfung, Nachholeffekte bei den OPs, gesunkene Rohstoffpreise und vorteilhafte Wechselkurse. Paul Hartmann bleibt eine meiner liebsten Aktien.
Paul Hartmann | 346,00 €
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