Virtuelle Immobilien - Reichtum aus dem Nichts

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    neuester Beitrag 13.04.06 16:12:18
    eröffnet am 16.01.06 21:03:38
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      #6
      Online-Spieler kassieren reale Euro
      Digitale Immobilienspekulanten»

      Wenn Spielewelten und reales Wirtschaftsleben verschmelzen, schlägt die Stunde der virtuellen Grundstücks-Spekulanten.

      DÜSSELDORF. Es war offenbar ein gutes Geschäft. In nur einem Jahr konnte der Investor "Deathifier" die rund 14 000 britischen Pfund, die er in den Kauf einer Insel investiert hatte, durch erste Grundstücksverkäufe und die Vergabe von Schürfrechten und Pachten wieder hereinholen. Ab jetzt wird verdient. Sein paradiesisches Eiland liegt jedoch nicht in der Karibik, sondern existiert auf einem Server irgendwo im World Wide Web, auf dem "Entropia Universe" läuft (http://www.entropiauniverse.com), ein digitales Spieler-Universum mit realer Geld-Wirtschaft.

      Die bislang gut 300 000 Teilnehmer haben 2005 laut Betreiber rund 160 Millionen Dollar in ihrem zweiten Leben umgesetzt - mit Möbelkäufen, Geschäftseinrichtungen oder Immobilienspekulationen.

      Entropia ist ein "Massive Multiplayer Online Game" (MMOG), bei dem die Teilnehmer eine virtuelle Persönlichkeit im Internet aufbauen und über Jahre "leben". Sie bauen Häuser, erlernen einen Beruf, finden Freunde und verteidigen ihre Welt gegen Angreifer, egal ob aus dem All oder aus der Nachbarstadt.

      Eine der bekanntesten Lebens-Simulationen ist "Sims Online". Die Spieler leben in einer Stadt, gründen Familien, Unternehmen, treffen Entscheidungen, die sie glücklich und reich oder arm und krank machen können. Wie im echten Leben. In der Regel werden für die Mitgliedschaft in einer solchen Online-Gemeinschaft monatliche Abonnement-Gebühren von ca. 5 bis 15 Euro fällig. Wer nicht mehr zahlt, "stirbt" den digitalen Tod. Je stärker sich ein Spieler um seine Figur kümmert, desto größer die Chancen, ein glückliches digitales Leben zu führen. Bei Spielen wie "Sims" basieren die Charaktäre auf einer menschlichen Gesellschaften. Andere Universen sind reine Phantasiewelten mit Elfen, Monstern und Kriegern.

      Dieses Spielegenre wird nach Meinung von Spiele-Managern wie Christoph Gerlinger von Frogster Interactive "eine völlig neue Form von Entertainment" schaffen und dem Fernsehen Konkurrenz machen. "Egal ob 'Big Brother' oder 'Sex in the City'", so Gerlinger, "jedes TV-Format lässt sich auf diese Spiele übertragen." Frogster hat sich eigens an der OnlineWelten GmbH beteiligt, die eine Internetseite (http://www.onlinewelten.com) nur mit Informationen für Onlinerollenspieler bereithält, um eine Expansion in den Markt zu testen.

      http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/buildww/id/133/id/17073…

      :)
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      #5
      #1

      Klingeltöne, virtuelle Immobilien...PISA...hurra - D verblödet !

      :eek:
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      #4
      Ich muss mich doch manchmal sehr über meine Mitmenschen wundern..... :confused:

      Mal ehrlich - einige verlieren noch den Bezug zur Realität!

      Ist wie hier :D !

      Gruß

      Mittelklasse
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      #3
      Kann man da auch Börsenbriefe verschleudern? :D
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      #2
      Hier der Link für "Häuslebauer": http://www.anshechung.com/

      B.

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      #1
      INTERNET

      Reichtum aus dem Nichts

      Von Manfred Dworschak

      Eine hessische Lehrerin stieg zur Großgrundbesitzerin in einem Online-Spiel auf. Bisheriger Gewinn: fast 200 000 Dollar - in echtem Geld.

      Morgens, wenn die Kinder aus dem Haus sind, beginnt für die Mutter ein anderes Leben. Sie heißt jetzt Anshe Chung. Sie schaltet ihren Computer ein und zählt die Einnahmen der letzten Nacht.

      Frau Chung macht wahrhaft wunderliche Geschäfte: In dem Online-Spiel "Second Life" spekuliert sie mit Bauland. Mehr als acht Millionen Quadratmeter gehören ihr bereits. Mitspieler warnen vor einem Grundstücksmonopol. Im ersten Leben heißt Frau Chung anders. Sie wohnt an der hessischen Bergstraße, nicht weit von der Burgruine Frankenstein, und sie gibt Sprachunterricht an einer Volkshochschule. In der Spielwelt aber ist sie bekannt als Anshe Chung, die Magnatin, die ihrem gleichnamigen Konzern immer neue Immobilien einverleibt.

      "Second Life" ist beliebt bei Häuslebauern und Feierabendarchitekten. Die Bewohner treffen sich online, um riesige Gartenlauben zu errichten, gläserne Raumstationen oder düsengetriebene Luftschlösser. Gut 500 Spieler sind Anshechung.com inzwischen zinspflichtig; sie hausen als Pächter auf ihren Ländereien. Die Pacht wird mit Spielgeld beglichen, das der Nutzer gegen US-Dollar wechseln muss.

      Lehrerin Chung, eingewandert aus China, kontrolliert ihr Imperium vom Dachzimmer ihres Reihenhauses aus. In kaum zwei Jahren hat es die grazile Neudeutsche zu sagenhaftem Reichtum gebracht. Und aus ihren Spieldollar könnte jederzeit ernst werden: Zu "Second Life" gehört eine Online-Börse, wo die fiktive Binnenwährung gegen echtes Geld getauscht wird.

      Beim aktuellen Wechselkurs ist Chungs Vermögen an die 200.000 US-Dollar wert.

      "Bis jetzt", sagt sie, "habe ich aber fast alles wieder investiert." Es gilt, den Boom der virtuellen Ökonomie zu nutzen. Die Spieler bauen gern in feinen Gegenden (und mindestens so stattlich wie die Nachbarn). Und der Zuzug nach "Second Life" reißt nicht ab: Schon mehr als 100.000 Siedler haben sich hier niedergelassen.

      Die Betreiberfirma Linden Lab in San Francisco wirft immer neue Landflächen auf den Markt. Dennoch ist Baugrund in guten Lagen meist knapp. Anshe Chung versorgt sich beizeiten im Großmaßstab. "Ich kaufe das Land vom Betreiber", sagt sie, "und dann entwickle ich es." Das heißt: Sie legt Hügel und Täler an, verteilt Palmen, Flüsschen und Wasserfälle.

      Die Software des Spiels erlaubt fast jederlei Gestaltung. Es entstehen Schneelandschaften, tropische Inseln und Oasen zwischen Sanddünen. Subunternehmer zaubern hie und da märchenhafte Paläste hin. Die fertigen Ländereien werden am Ende wertsteigernd in Parzellen zerlegt und an bauwütige Neusiedler verpachtet.

      Inzwischen handelt Anshechung.com mit Dutzenden weitläufiger Siedlungsgebiete, die wie Themenparks aussehen. Sie heißen Friesland, Matsushima oder A`ksha Oasis. Chungs riesiges Inselreich "Dreamland" gilt als exzellente Lage. Dort kann die Patronin, weil ihr alles gehört, rigide Bebauungspläne durchsetzen. Während anderswo in der Spielwelt jeder nach Belieben klotzt, herrscht auf Dreamland Harmonie: Wer neben einem Shinto-Schrein mit Schwarzwaldvillen auftrumpfen will, dem wird die Pacht gekündigt.

      Anshes Ehemann, ein Informatiker, ist im gemeinsamen Betrieb fürs Rechnen zuständig. Allein schon die laufenden Fixkosten erfordern einige Nervenstärke: Umgerechnet mehr als 25 000 Dollar im Monat gehen derzeit - als eine Art Grundsteuer - an die Betreiberfirma Linden Lab.

      Mit dieser Steuer wird die stetig wachsende Welt von "Second Life" finanziert. Sie ist verteilt auf 1400 Netzrechner; jeder simuliert eine fiktive Landfläche von gut 65 000 Quadratmetern. 130 solcher Planquadrate besitzt Anshechung.com; ein jedes trägt mit knapp 200 Dollar zur Steuerlast bei.

      Dennoch musste die Magnatin noch kein echtes Geld zuschießen - die Einnahmen im Spiel waren stets höher als die fälligen Gebühren. Es reicht sogar schon für fünf Angestellte, die gegen Spielgeld bei der Verwaltung helfen oder als Landschaftsgärtner lauschige Parks anlegen.

      Keine zwei Jahre ist es her, da hat Anshe Chung denkbar klein angefangen. "Mein Startkapital betrug knapp zehn Dollar", sagt sie. So viel kostet einmalig der Zugang zum Spiel. Erst verdingte sie sich als Gesellschafterin für einsame Siedler, dann schneiderte sie virtuelle Kleider nach asiatischem Geschmack für die Spielfiguren anderer Leute. Mit dem Ersparten erst stieg sie ein ins Immobiliengeschäft.

      Doch züngeln immer wieder ganz andere Gerüchte unter der Einwohnerschaft von "Second Life": Hat sich die Landbaronin nicht doch einfach mit Bündeln echter Dollar eingekauft? Ein paar Kleinhändler gingen ihr zum Trotz mit einer neuen Immobilienfirma namens Cyberland an die Spielbörse. Gut 500.000 Aktien verteilen sich jetzt auf 549 Besitzer.

      Von der Cyberland AG hörte man aber bislang wenig. Auch sonst kann der Magnatin aus Hessen kaum ein Widersacher gefährlich werden. Der zweitgrößte Immobilienhai in der Spielwelt folgt in sicherem Abstand: Anshechung.com besitzt fast zehnmal so viel wie der Konkurrent.

      http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,395280,00.html



      Wer hätte das vor 10 Jahren für möglich gehalten? :D
      Ist wohl nur eine Frage der Zeit bist es zu einer "Virtuellen Immobilienblase" kommt.;)

      gruss B.


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