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Funkwerk startet wieder (Seite 303)



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Nach meiner gerade abgeschlossenen Analyse des Jahresabschlusses 2016:

Die Ertragslage ist noch massiv besser, als Funkwerk in der Pressemitteilung nur dezent kommuniziert.

So wurde auf das "Algerienguthaben von EUR 3,3 Mio. eine Teilwertabschreibung in Höhe von EUR 0,8 Mio. auf EUR 1,0 Mio. vorgenommen. Und das, obwohl inzwischen ein mündliches Gerichtsurteil zugunsten von Funkwerk existiert.

Darüberhinaus wurden den Pensionsrückstellungen EUR 0,7 Mio. außerplanmäßig zugeführt. Diese Zuführungen, die nach der bisherigen Bilanzierungsmethodik erst in den kommenden Jahren angefallen wären, hat FW entsprechend einem gesetztlichen Wahlrecht vollständig in das Geschäftsjahr 2016 gepackt: wohl wegen der exellenten Ertragslage.

Das bereinigte EBIT - und das hätte Funkwerk erwähnen müssen -, liegt damit in 2016 bei EUR 6,9 Mio.

Hinzu kommmt, dass für die Zulassung von neuen Funksystemen eine nach meiner Einschätzung vollkommmen überhöhte Rückstellung in Höhe EUR 3,9 Mio. gebildet wurde. Unabhängig davon, dass Funkwerk zum ersten Mal eine solche Rückstellung gebildet hat.

Hier dürfte sich für 2017 ein nennenswerter Auflösungsbedarf ergeben. Sollte in 2017 auch die Rückführung des "Algerienguthabens" erfolgen, ist hier mit einem darüberhinausgehenden zusätzlichen Ertrag von mindestens 2 Mio. zu rechnen.

Gesamtresumee: Das Geschäftsjahr 2016 ist sehr gut gelaufen. Funkwerk hat alle Register gezogen, um einen höheren Gewinnausweis zu vermeiden. 2017 dürfte in Summe eher noch besser werden, unabhängig davon, was Funkwerk kommuniziert.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 54.809.422 von kalimerakriti am 26.04.17 13:19:54Danke, solche Leute braucht das Board (Land)
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.809.422 von kalimerakriti am 26.04.17 13:19:54Ganz ganz großes Lob und vielen Dank....!!!!
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.809.422 von kalimerakriti am 26.04.17 13:19:54
Abschreibungen auf das Algerienguthaben
Da hätten andere Gesellschaften wahrscheinlich eher Zuschreibungen gemacht...


aus dem GB (Seite 14):
"...Risiko aus offenen Projektforderungen in Algerien. Die Funkwerk video systeme GmbH (FVS) ist an einer Arbeitsgemeinschaft nach algerischem Recht beteiligt (Groupement Funkwerk Contel plettac). Im Zuge der innenpolitischen Entwicklung in Algerien wurde Anfang 2010 ein Ermittlungsverfahren wegen des angeblichen Verdachts der Korruption und der unerlaubten Preisüberhöhung gegen mehrere Unternehmen und Privatpersonen in
die Wege geleitet. Davon betroffen sind auch diese Arbeitsgemeinschaft, der algerische Partner und die FVS, nicht jedoch deren Geschäftsführer oder sonstige Mitarbeiter der Funkwerk-Gruppe. Die Verfahren sind noch nicht abgeschlossen. Kurz nach Einleitung des Ermittlungsverfahrens im Jahr 2010 wurden unter anderem Bankkonten der Arbeitsgemeinschaft vorläufig gesperrt. Auf diesen Konten befinden sich Beträge aus der Bezahlung von ordnungsgemäß
geleisteten Arbeiten in der Größenordnung von zum Bilanzstichtag umgerechnet rund 3,3 Mio. Euro, die derzeit nicht nach Deutschland transferiert werden können und die im Innenverhältnis allein der FVS zustehen. Eine interne Untersuchung der Funkwerk AG hat keine Anhaltspunkte für die Richtigkeit dieser Korruptionsvorwürfe ergeben. Im Februar 2016 erging ein mündliches Gerichtsurteil vor dem algerischen Strafgericht in Algier. Ein schriftliches Urteil ist der FVS bis zum Zeitpunkt des Testats auf dem rechtlich vorgeschriebenen Wege nicht zugegangen. Das mündliche Urteil beinhaltet die Verurteilung der FVS neben anderen Firmen wegen Korruption und Preisüberhöhung in Algerien sowie eine Strafzahlung in Höhe von rund 40 TEUR. Gegen das Urteil wurden fristgemäß Rechtsmittel eingelegt, wodurch die laut mündlichem Urteil freigegebenen Bankkonten weiterhin nicht verfügbar sind. Im Rahmen der bearbeiteten Projekte wurden von der Funkwerk AG Bankbürgschaften bzw. Bankgarantien gestellt, die durch algerische Banken auf Basis entsprechender Rückgarantieverträge mit einigen deutschen Banken emittiert wurden. Zum Bilanzstichtag waren alle Bankgarantien deutscher Banken ausgebucht. Von den ausgegebenen Bankbürgschaften sind vom Auftraggeber die Originalbürgschaften in Höhe von ca. 8,4 Mio. Euro noch nicht zurückgegeben worden. Auf Basis der Verträge mit dem Auftraggeber sollte FVS aufgrund bereits erfolgter Erfüllung der zugrundeliegenden Liefer- und Leistungsverpflichtungen bzw. des Ablaufs der vertraglichen Gewährleistungsgarantien sowie aufgrund der Verfristung der Bürgschaften/Garantien nicht mehr in Anspruch genommen werden können, weshalb diese bereits von den deutschen Banken ausgebucht wurden. Bezüglich der noch nicht zurückgegebenen Originale der Bankbürgschaften verbleibt jedoch ein Restrisiko, da die deutschen Banken gegenüber den algerischen Banken „echte“ Rückgarantien auf erstes Anfordern gegeben haben...."
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.809.422 von kalimerakriti am 26.04.17 13:19:54...Danke!...
...das zeigt mal wieder, dass Funkwerk/Hörmann anscheinemd nicht mit Kleinaktionären teilen will...:mad:...und die, die am meisten habe, teilen am wenigsten gerne...:D
War jemand bei der MKK und kann sagen wie die Präsentation gelaufen ist
Börsengeflüster, aus meiner Sicht absolut seriös, hat leider die Zahlen von Funkwerk 2016/2017 ohne eigene weitergehende Analyse einfach nur übernommen. Schade

Frau Schreiber hat ja offensichtlich zustanden, dass sie wegen des Projektgeschäftes vorsichtig geplant hat. Nicht vorsichtig, sondern mehr als übervorsichtig. (Anmerkung: Es gibt doch viele börsennotierte Unternehmen, die ebenfalls im Projektgeschäft tätig sind, aber längst nicht so überkonservativ planen wie Funkwerk).

Ich sehe mich in meiner Einschätzung bestätigt, dass das Ergebnis in 2017 wieder weit über dem Planwert liegen wird, sicherlich auch über dem Wert von 2016.

Und das von der Wiederaufnahme von Dividendenzahlungen die Rede ist: Hatte ich ja schon für dieses Jahr erwartet.

Wenn Frau Schreiber die Kapitalmarktkommunikation nicht so extrem defensiv führen würde stände der Kurs der Aktie bei allen Benchmarkvergleichen sicherlich irgendwo zwischen 9 und 10 EUR.
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