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Stada: Ausbruch! (Seite 626)


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Ja, aber wenn man schon so viel Geld in die Hand nimmt, kann man sich auch die Diskussionen mit abgabewilligen Aktionären sparen und dann später im kleinen Kreis der verbliebenen Anleger diskutieren.

Bei der steuerlichen Beurteilung stehen natürlich die belange des Übernehmers im Vordergrund und die gesetzlichen Regeln für Firmenübernahmen. Keine Ahnung, was der Steuerberater meinen könnte, eine Verschmelzung mit Aktientausch wäre aber ganz etwas anderes. Steuerlich wäre eine Veräußerung mit steuerpflichtigem Gewinn wohl nur bei einem reinen Aktientausch zu vermeiden, was für den Übernehmer aber unerwünschten Streubesitz in der eigenen Firma begründen würde. Aßer den Aktionären der Zielgesellschaft müssten dann noch die Aktionäre des Bieters einverstanden sein. Und eine "Prämie" des Barangebots ist damit auch schwer zu vermitteln.

Also würde ein Branchenvertreter wohl auch mit einem Barangebot anrücken und einen Beherrschungsvertrag oder Squeeze-out anstreben.

(Einmal von der aggressiven Veräußerungsgewinnbesteuerung in Deutschland ohne Haltefristen abgesehen, die sowohl im internationalen Vergleich, als auch im Vergleich zu Immobilien oder Edelmetallen, zu hohen Belastungen führt. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Es herrscht da natürlich ein massiver Unterschied zum Nachteil deutscher Kleinanleger und zum Vorteil von Investmentfonds mit Sitz auf den Cayman Islands.)
5 Antworten
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.839.711 von honigbaer am 01.05.17 15:11:41Die Argumentation ist durchaus plausibel. Zur Steuervermeidung wäre wahrscheinlich ein Aktientausch das beste Szenario. ;)

Wenngleich es die Aktionärsstruktur der Stada nur schlecht zuließe, möchte ich neben dem gescheiterten Versuch von Mylan beim Generikahersteller Perrigo im Jahr 2015 als Beispiel dennoch auf eine Übernahme aus der Pharmabranche verweisen, welche durch einen Mix erreicht wurde.

Als Novartis 2010 Alcon schluckte, wurde zunächst eine Option für einen Nestle-Anteil gezogen und dann hat man für den Rest einen Aktientausch (junge Aktien ausgegeben) angeboten. Nach der Übernahme hat man Alcon mit der Tochter Ciba Vision zusammengelegt.

Da ja Novartis aber schön öfters Aktienrückkäufe getätigt hat (im Dezember ein Programm in der Größenordung von bis zu 5 Milliarden $, aktuell ca. 70€/Aktie) und Gerüchten zufolge sogar noch im Februar 2017 Interesse an Stada (z.B. Cash, Blick, etc.) bestanden habe, ließe sich durchaus eine Analogie hinsichtlich der Vorgangsweise (Zusammenführung mit Sandoz, die zuletzt geschwächelt haben?) erkennen.

Allerdings haben sich die Basler das mit der Entwicklung des Alcon-Geschäfts doch ein wenig einfacher vorgestellt... :(

https://www.cash.ch/news/top-news/pharmakonzern-vor-veraende…

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/uebernahme…
1 Antwort
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.840.439 von Terker am 01.05.17 17:35:51
Stada-Übernahme / steuerlich betrachtet
Hallo zusammen,

sehe ich das richtig, dass der Übernahmepreis von € 66,00 je Aktie für Altbestände (vor dem 1.1.2009 erworben) steuerfrei ist (analog einem Verkauf über die Börse) und die Depotbank dies gleich direkt bei Zahlung des Preises berücksichtigen muss oder sind hier fiskalische Fallstricke zu erwarten?

Gruß an alle

OldGold
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.839.711 von honigbaer am 01.05.17 15:11:41Es mag vielleicht ein Nachteil zu Lasten des Kleinalegers vorlegen im Verhältnis zwischen deutschem Kleinanleger und einem auf den Caymans angesiedelten Investmentfonds, aber ganz sicher nicht zwischen einem deutschen Kleinanleger und deutschen Angestellten/Arbeiter, was die Besteuerung von Gewinnen bzw. Einkommen angeht...:rolleyes:
2 Antworten
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.853.426 von Grid-Party am 03.05.17 11:28:03
Zitat von Grid-PartyEs mag vielleicht ein Nachteil zu Lasten des Kleinalegers vorlegen im Verhältnis zwischen deutschem Kleinanleger und einem auf den Caymans angesiedelten Investmentfonds, aber ganz sicher nicht zwischen einem deutschen Kleinanleger und deutschen Angestellten/Arbeiter, was die Besteuerung von Gewinnen bzw. Einkommen angeht...:rolleyes:


Das kommt doch wiederum ganz darauf an, denn bei Anschaffung vor 2009 ist der Veräußerungserlös für Arbeiter genauso steuerfrei wie für Kapitalanleger, wird der Bestand über einen Investmentfond gehalten, bleibt der Veräußerungsgewinn vorerst steuerfrei und wird er über eine GmbH gehalten, bleibt der Veräußerungserlös vorerst zu 95% steuerfrei, ist aber letztlich insgesamt etwas höher belastet. Ist der Investmentfond dann noch in einem Versicherungsmantel, kann unter gewissen Voraussetzungen auch nur der halbe persönliche Steuersatz zum Tragen kommen. Wegen der Nichtabziehbarkeit von Finanzierungskosten unter der Abgeltungssteuer ergeben sich weitere Vor- und Nachteile. Der größte Unterschied zum Arbeiter / Angestellten liegt aber darin, dass für den nicht erwerbstätigen gesetzlich versicherten Kapitalanleger zusätzlich zur Abgeltungssteuer noch mindestens 14,6% Krankenkassenbeitrag anfallen, die ungerechterweise für den Arbeitnehmer entfallen. Also auch hier eine massive Benachteiligung des Kleinanlegers. :(

Umgekehrt betrachtet, wenn es um Arbeitseinkommen geht, besteht eine ganz erheblich Begünstigung hierfür. Alleinstehende Nichterwerbstätige, die ausschließlich hohe Kapitaleinkünfte beziehen, dürfen etwa 9.000 Euro, den Arbeitnehmerfreibetrag und sämtliche Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung steuerfrei als zusätzliches Arbeitseinkommen verbuchen. :rolleyes:
1 Antwort
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.853.693 von honigbaer am 03.05.17 11:52:35"Bis zum 4. Mai 2017, 12:30 Uhr (Ortszeit Frankfurt am Main) ("Meldestichtag"), ist das Übernahmeangebot für insgesamt 241.925 STADA-Aktien angenommen worden. Dies entspricht einem Anteil von ca. 0,3881 % des Grundkapitals und der Stimmrechte der STADA AG."

Quelle: www.niddahealthcare-offer.com Pflichtmitteilungen, Mai 04

Nächste Woche wissen wir wieder mehr
Hallo allerseits! Ich habe heute die Angebotsunterlagen zu der Übernahme erhalten. Hier werden ja € 66,- je Papier geboten. Wie schätzt ihr das ein: annehmen oder besteht hier sogar noch ne Chance auf mehr, wenn man nicht andient? Wincor ging nach Übernahme ja auch immer weiter nach oben, oder? Ist hier sogar Squeeze-Out denkbar?

Ist hier noch jemand dabei? Und jetzt bin ich gespannt auf eure Einschätzungen..
2 Antworten
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.889.550 von GetFreaky am 08.05.17 12:01:43Diese Frage stelle ich mir auch, zumal ich mehr als die Hälfte steuerfrei habe :confused:
Hab ich mich jetzt nicht so mit befasst. Aber ich habe nicht gelesen, dass man Stada auch von der Börse nehmen will. Korrigiert mich wenn ich falsch liege. Wenn die Notierung bestehen bleiben soll, wäre es vielleicht attraktiv nicht umzutauschen. Es ist zu vermuten, dass Stada finanziell weiter vorangebracht werden wird. Damit steigt der Wert des Unternehmens für einen Wiederverkauf an. Ein langer Atem wäre aber nötig.
1 Antwort
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.898.136 von sdaktien am 09.05.17 10:26:22Ich würde eindeutig dagegen argumentieren: Das Angebot wird nur dann wirksam, wenn 75 % der Aktien angedient werden. Danach hat der Übernehmer die Möglichkeit, einen Beherrschungsvertrag abzuschließen. Was dann mit der Firma passiert, darauf haben die verbleibenden Aktionäre nicht mehr so viel Einfluss, numerisch nicht und auch sonst nicht. Jederzeit könnte beschlossen werden, den Laden von der Börse zu nehmen. Oder die lassen den Kurs durch gezielte Abverkäufe abschmieren, die Kleinanleger verkaufe in Panik dem sinkenden Kurs hinterher. Alles schon häufig passiert. Auch wenn wir alle wissen, das der Laden hochgetunt werden und teurer verkauft werden soll, wissen wir auch, dass kein Geld verschenkt werden wird. Womöglich kostet ein Umbau erstmal Geld, verhagelt die Bilanz, die Ratings gehen runter, der Kurs ebenso, hinter unserem Rücken kauft der Übernehmer an der Börse zu, landet irgendwan bei 95 % und macht dann einen Squeeze Out zu einem Dreimonatsdurchschnittskurs, der unter den jetzt gebotenen 66 EUR liegt. Alles mögliche Szenarien, die ich jedenfalls nicht mit der vollen Aktienzahl durchlaufen wollen würde. Aber das muss jeder selbst entscheiden. Ich habe einige Übernahmen hinter mir, in deren Anschluss ordentlich gezockt wurde. Glaube mir, wenn der Kurs einmal unter das Übernahmenniveau sinkt, geht das Gefühl erstmal ziemlich den Bach runter...
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